Korbball
Erschwiler Frauen und Männer räumen ab

Erschwil ist das Mass aller Dinge im Kanton, was Korbball anbelangt: Die Thiersteiner holen sich den Turnfestieg sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern.

Sandra Witmer
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Das Korballturnier war fest in Erschwiler Händen.

Das Korballturnier war fest in Erschwiler Händen.

Aeschbacher

Die Freude darüber ist bei Erschwil-Spieler und Wettkampfleiter Christian Jeker aber getrübt.

Jeker ist ein Tausendsassa. Als Wettkampfleiter organisiert er das zweitägige Korbball-Turnier am Kantonalturnfest. Als ob das nicht genug wäre, setzt er sich auch gleich selber an den Speaker-Tisch, wenn Not am Mann ist. Und Christian Jeker spielt selber mit, beim amtierenden Schweizer Meister Erschwil.

Am Ende des Turniers kann der Dornacher gleich mehrfach jubeln. Zunächst einmal als Turnfestsieger. Sein Verein setzt sich im Final gegen den TV Nunningen 1 mit 5:3 durch. «Das ist für uns ein wichtiger Sieg», sagt Jeker. Sein Team, notabene amtierender Schweizer Meister, hatte in der Hinrunde der aktuellen Saison Mühe. «Wir kamen nicht mehr richtig in die Gänge.» Nun erhofft er sich vom Sieg am Kantonalturnfest zusätzlichen Schwung für die Rückrunde. Ausserdem kann er als Wettkampfleiter jubeln. Das Turnier ging ohne nennenswerte Probleme über die Bühne.

Verliert an Bedeutung

Ein grosser Wermutstropfen bleibt aber: «Offenbar verliert das Kantonalturnfest für die Korbballerinnen und Korbballer an Bedeutung», mutmasst Christian Jeker. Denn: Die Zahl der Anmeldungen bei den Damen und bei der Jugend blieb unter den Erwartungen. Auch professionelle Schiedsrichter waren nicht in der gewünschten Zahl zu finden.

Enttäuscht über die geringe Zahl der Anmeldungen ist auch Caroline Studer, Captain bei Erschwil und mit ihrem Team ebenfalls Turnfestsiegerin. Nur gerade vier Anmeldungen kamen in der Kategorie A zusammen. Der TV Erschwil war damit das einzige Team, das in der Meisterschaft Nationalliga A spielt. «Alles andere als der Sieg wäre deshalb eine Enttäuschung gewesen», gibt Studer denn auch zu. Dennoch: Ganz einfach machten es die Gegnerinnen den Erschwilern nicht. Insbesondere die Damenriege Grindel kam den Erschwilerinnen gefährlich nahe. Am Ende siegte Erschwil mit drei Punkten Vorsprung. Dritter wurde der TSV Deitingen, der TV Luterbach musste sich mit dem vierten und letzten Platz begnügen.

Bis zuletzt spannendes Turnier

Im Gegensatz zur geringen Zahl der Anmeldungen bei der Jugend und bei den Damen ist Christian Jeker mit dem Turnier der Herren zufrieden. In der Kategorie A traten 13 Mannschaften gegeneinander an. Und das Turnier blieb bis zuletzt spannend. Ein Höhepunkt war – neben dem Finale – auch das Kreuzrunden-Spiel zwischen Grindel 1 und Nunningen 1. Das Spiel war an Spannung kaum zu übertreffen. Mit einem Penalty in letzter Sekunde schaffte Nunningen den Ausgleich und gewann das anschliessende Penalty-Schiessen mit 3:2.

Den TV Erschwil freute dies insgeheim, denn so hiess der Gegner nicht Grindel. «Grindel ist unser Angstgegner», verrät Christian Jeker. Sein Team motivierte er für den Final mit der Aussicht auf den Turnfestsieg. «Das ist der längste Titel der Welt», scherzt er. Immerhin trägt ihn der Gewinner sechs Jahre lang. Und dieses Argument dürfte das kantonale Korbballturnier vor dem Niedergang in die Bedeutungslosigkeit retten.