Eishockey

Erlösung nach dem Fehlstart – Jetzt geht es los in Zuchwil

Zuchwil schlägt Thun im Spitzenkampf und trifft in den Viertelfinals auf Wiki. Überstehen sie diese Hürde, ist alles offen, sind die Solothurner überzeugt.

Noch am Nachmittag hatte Zuchwil-Präsident Walter Ulrich im Gespräch vom zweiten Platz als «eigentliches Ziel» gesprochen, wenige Stunden später umarmte er den Trainer Max Weibel: Zuchwil hatte das Vorhaben mit einem 7:5-Sieg im letzten Qualifikationsspiel gegen Thun erreicht. Und aus der Kabine klang die Freude und Genugtuung durch die geschlossene Tür.

Erfolgreiche Reaktion

Dabei sah es am Anfang gar nicht danach aus, die Solothurner wurden regelrecht überfahren, Thun ging verdient mit 2:0 und später 3:1 in Führung. «Doch danach», sagte Trainer Max Weibel, der wie sein Assistent Milan Mrukvia seinen Vertrag verlängert hat, «haben wir das umgesetzt, was wir in der Garderobe nach dem Fehlstart besprochen haben. Wir haben den Kampf angenommen und die Hauptprobe für die Playoffs mit Bravour bestanden.» In der Tat: Gemessen an der Leistung des zweiten und dritten Drittels ist Zuchwil gegen Wiki-Münsingen im Viertelfinal klarer Favorit und dürfte sein zweites Ziel erreichen: Halbfinal-Qualifikation.

Mit wenig Leuten in die Schlussphase

Damit wäre man da, wo man eigentlich im erfolgsverwöhnten Umfeld der Solothurner wieder hin wollte: an die Spitze der 1. Liga. Allerdings ist auch in Zuchwil nicht alles Gold, was glänzt. Das weiss auch Präsident und Sportchef Walter Ulrich und vor allem sein Trainer Max Weibel. «Wir haben ein schmales Kader», sagt Weibel, «viel mehr als drei Blöcke werden wir in den Playoffs nicht stellen können.» Und das bei einem Spiel-Rhythmus im Zwei-Tages-Takt (best of five). Ausgedünnt hat Zuchwil sein Kader einerseits mit der Vertragsauflösung des Stürmers Christian Reber nach Dissonanzen mit dem Team gleich selber, anderseits fällt mit Matthias Von Dach ein weiterer Stürmer mit einem Wadenbeinbruch aus. Präsident Ulrich bemängelt «das schmale Kader, das werden wir auf die nächste Saison hin entsprechend korrigieren müssen,» schaut er bereits über die Playoffs hinaus. Die Mannschaft bleibe weitgehend zusammen, Wechsel seien möglich und man sei auch auf dem Transfermarkt aktiv, sagt Ulrich.

Gute Bilanz gegen Wiki

Doch vorerst stehen die Playoffs an. Max Weibel ist mit dem Gegner Wiki zufrieden. Sein Team hat die beiden Vergleiche in der Qualifikation gewonnen (5:4 auswärts und 4:1 zuhause), «aber letzte Saison auch schon mal verloren». Für Weibel ist die Marschroute klar: «Wir haben gegen Thun zwei Drittel lang gezeigt, wie wir spielen müssen.» Vorerst nehme man es «step by step», sagen Präsident und Trainer unisono, doch im Hinterkopf hat sich schon weiteres Ziel eingenistet: Der Final – und vielleicht gar noch mehr.

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