So hatte sich der Grossteil der über 5000 Zuschauer im Kleinholz-Stadion den Saisonauftakt vorgestellt. Ein Sieg – und erst noch gegen den amtierenden Meister und Erzrivalen aus Langenthal. Wenn man sich nach dem grossen Umbruch im Sommer aus Sicht der Oltner ein Wunschszenario ausmalen durfte, dann wurde es am Mittwochabend Realität.

Der 3:1-Sieg des EHCO ging völlig in Ordnung. Die Mannschaft von Headcoach Bengt-Ake Gustafsson wurde für eine kämpferisch einwandfreie Leistung belohnt. Mit einer etwas besseren Chancenauswertung hätten die Powermäuse sogar einen etwas entspannteren Abend verbringen können.

Swiss League , 2017/18, 1. Runde, EHC Olten – SC Langenthal, 3:1

So aber wurde das erste von acht Derbys in der neuen Saison zur erwarteten Zitterpartie, welche bis ganz zum Schluss spannend blieb. Neuzugang Stanislav Horansky war es vergönnt, seine neuen Farben knapp zehn Minuten vor der Schlusssirene auf Siegkurs zu bringen.

Stefan Mäder profitierte von einem missglückten Aufbau der Langenthaler, Horansky bezwang nach Mäders Zuspiel den zuvor sehr starken Langenthal-Keeper Marco Mathis zwischen den Beinen.

Ja, der gute Marco Mathis. Er war der Hauptverantwortliche dafür, dass es den Oltnern lange Zeit nicht gelang, ihr spielerisches Übergewicht und das resultierende Chancenplus in Tore umzumünzen. Im ersten Drittel scheiterten Tim Stapleton, Stefan Mäder und Martin Ulmer, der gar das Kunststück fertig brachte, das leere Tor nicht zu treffen, am starken Langenthaler Goalie.

So mussten sich die EHCO-Fans bis ins zweite Drittel hinein gedulden, ehe der erlösende, erste Saisontreffer fiel. Dass der nominell erste Block mit Captain Cédric Schneuwly, Ueli Huber und Silvan Wyss dafür verantwortlich war, passte. Das Trio war mit seinem unermüdlichen Einsatz so etwas wie die Triebfeder des Oltner Spiels. Huber war es auch, der in der letzten Minute mit seinem Treffer ins leere Langenthaler Tor für die Entscheidung sorgte.

Dies, nachdem Wyss sich die Scheibe an der Bande erkämpft hatte. «Wir sind seit drei Spielen zusammen. Wir fühlen uns sehr gut. Jeder mag dem anderen den Puck gönnen», fasste Huber die Harmonie des Trios in Worte.

Atomblock steigerungsfähig

Noch nicht ganz so harmonisch wirkte dafür das Zusammenspiel des designierten EHCO-Atomblocks mit den beiden neuen Ausländern Tim Stapleton und Ryan Vesce, welche zusammen mit Devin Muller aufliefen. Stapleton hatte einige gute Abschlüsse zu verzeichnen, doch vor allem im Powerplay lief es den drei offensivstarken Spielern noch nicht wie gewünscht. Da herrscht noch Steigerungspotenzial.

Für EHCO-Trainer Bengt-Ake Gustafsson war das am Ende aber nicht mehr als ein Nebenschauplatz. Der Schwede war zufrieden mit dem, was er von seiner Mannschaft gesehen hatte. «Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Die Einstellung der Spieler hat mir sehr gefallen. Alle haben ihre Rolle akzeptiert», sagte Gustafsson.

Dies vielleicht auch mit einem kleinen Seitenblick auf Marco Truttmann, der nur in der nominell vierten Sturmreihe Platz fand – neben dem starken Stéphane Heughebaert und Remo Hirt. Truttmann vergab im Mitteldrittel einen Penalty. Ihm hätte ein Treffer garantiert gutgetan.

Zum Glück spielte der vergebene Penalty in der Endabrechnung aber keine Rolle mehr. Auch deshalb, weil hinten im Tor Simon Rytz eine ausgezeichnete Partie ablieferte und auch in den Langenthaler Druckphasen stets die Übersicht behielt. Rytz liess sich nur von Brent Kelly bezwingen. Der Kanadier sorgte 1,6 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels mit seinem Ausgleich für den einzigen Dämpfer des Abends aus Sicht des EHCO.

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Liveticker: EHC Olten - SC Langenthal, 13.09.2017