Andreas Beutler war lange in Zuchwil Trainer, feierte zwei Meistertitel und kennt noch heute etliche Akteure aus dem jetzigen Zuchwil-Kader. Während seiner Zeit hatte er stets einen Match-Plan, einen Ablauf über die vollen 60 Minuten, mit welchem seine Truppe den Gegner bezwingen sollte. Nun ist Beutler nach einer einjährigen Auszeit Trainer in Lyss und am Samstag wollte er gegen Zuchwil seinen Match-Plan durchsetzen.

«Liefen nie Gefahr zu verlieren»

Das Fazit des Plans fällt allerdings nüchtern aus: Die Intention war sehr gut, ein Teil der Umsetzung gut, aber das wichtigste Element misslang gänzlich. Die Seeländer agierten von Beginn an hart auf den Körper und versuchten ihr physisches Übergewicht auszunutzen. Das ist gegen Zuchwil Regio ein probates Mittel, welches auch schon zu Erfolgen über die Gerber-Equipe geführt hat. Das war derjenige Teil, welchen die Gastgeber gut erledigten.

Aber daneben braucht es auch noch spielerische Mittel und diese hatte Lyss nicht. Bei den Seeländern genügten zwei Blöcke in der Defensive und einer in der Offensive, das war schlicht zu wenig um kompakt auftretende Solothurner in Bedrängnis zu bringen.

Starker Start

22 Sekunden war die Partie erst alt, als Von Dach den ersten Treffer im neuen Jahr für den EHC Zuchwil Regio einnetzte. Mit zwei steilen Pässen wurde der wohl schnellste Flügel der Liga freigespielt und dies liess sich der Vollstrecker nicht nehmen. Danach versäumte es die Gerber-Truppe ihren Vorsprung weiter auszubauen. Es kam sogar durch ein Geschenk zum Ausgleich durch Eicher. Dies war allerdings für die Gäste, welche das Diktat klar an sich rissen, zu viel. Mit zwei Treffern durch Kummer und Blueliner Stefan Wüthrich wurden die Weichen in einem aus Zuchwiler Sicht starken Startabschnitt gestellt.

Das Mitteldrittel verlief ausgeglichener, die Seeländer hatten das Tempo adaptiert. Dennoch blieben die Gäste gefährlicher und so erstaunte es kaum, dass Beccarelli mit dem 4:1 das einzige Tor dieser Periode erzielte.

Emotionen im Schlussdrittel

Der dritte Abschnitt war der beste der Begegnung. Nach dem Pfeiffer die Seeländer in der 48. Minute nochmals auf zwei Treffer heranbrachte, lebten die Gastgeber von ihren Emotionen. Plötzlich präsentierten sie auch schöne, zusammenhängende Spielzüge und testeten Zuchwils Defensive um einen bestens postierten Goalie Geissbühler. Allerdings war es zu wenig, Lyss kam nicht mehr heran und das Schlussskore lautete 4:2 für Zuchwil Regio.

Stefan Gerber nach der Partie: «Über alles gesehen haben wir verdient gewonnen. Das Startdrittel war stark, so stelle ich mir das vor. Danach konnte sich der Rivale anpassen und wir machten zwei Geschenke. Aber wir liefen nie Gefahr, den Match zu verlieren.» Für Zuchwil geht es morgen in Aarau weiter.