Ein dritter und ein zweiter Rang in der Meisterschaft und der Einzug in den Cupfinal, das sind die grössten Erfolge, die das NLA-Herrenteam von Volley Schönenwerd bisher verbuchen konnte – und es ist die Bilanz von Trainer Bujar Dervisaj, als er Schönenwerd nach der Saison 2014/15 verlässt.

Nun ist der Erfolgstrainer nach drei Jahren an die Seitenlinie zurückgekehrt. «Ich habe in dieser Zeit gespürt, dass Schönenwerd für mich nicht nur ein normales Team ist. Es ist eine Liebe, eine Verbindung gewachsen zwischen mir und dieser Mannschaft», erklärt Dervisaj.

«Ich weiss, wie sie atmen und denken»

Diese Verbindung sei es auch gewesen, die ihn die Zeit als Trainer der Niederämter vermissen liess. Viele der Jungs kennt er bereits von klein auf, hat er sie doch als sportlicher Leiter der Talent School Aargau schon damals trainiert und ausgebildet. «Ich habe gesehen, wie diese Spieler aufgewachsen sind und sich weiterentwickelt haben und kenne sie sehr gut – ich weiss, wie sie atmen und denken.»

Nachdem die Mannschaft die letzte Saison auf dem bescheidenen sechsten Platz abgeschlossen hat, will man es mit Bujar Dervisaj nun zurück in die Top 3 der Schweiz schaffen. «Manchmal klappt es, manchmal nicht. Die letzte Saison ist Vergangenheit, genau wie meine drei Jahre bei Schönenwerd. Man sollte nicht zu viel darüber nachdenken, sondern im Jetzt leben.» Mit seinem Team möchte Dervisaj bis an die Grenze gehen und sehen, was sich dort machen lässt: «Ich will das Maximum herausholen.»

Nicht in der Komfortzone

Gleich im ersten Spiel der Saison ist man gegen Titelverteidiger Lausanne an diese Grenze gegangen – und hat überragend gewonnen. Wird der Erfolgstrainer seinem Namen also auch in dieser Saison gerecht? Dervisaj widerspricht: «Ich weiss, dass ich kein guter Trainer bin.» Würde er sagen, dass er ein guter Trainer sei, dann wäre es für ihn an der Zeit zu gehen. «Ich wäre dann in einer Komfortzone und würde denken, ich könne alles und wisse alles – das darf nicht sein.»

Für ihn sei das Spiel gegen Lausanne ein Spiel wie jedes andere. «Klar ist es schön, so in die Saison zu starten. Das will aber noch lange nichts heissen.» Erst einmal müsse man noch ein paar weitere Spiele abwarten.

Die Chancen stehen gut

Das nächste Spiel des NLA-Herrenteams findet bereits morgen Abend statt (Anpfiff um 18 Uhr). Vor heimischem Publikum trifft die Mannschaft auf Volley Luzern. Die Chancen stehen gut, dass man auch diese Partie gewinnen kann – «wir müssen das Spiel aber genau gleich ernst nehmen wie das Lausanne-Spiel letzte Woche und den Gegner respektieren», mahnt Dervisaj.

Doch er zeigt sich zuversichtlich: «Wir haben keine verletzten Spieler zu beklagen, haben jeden Tag trainiert und sind bereit, uns vor Heimpublikum zu präsentieren.»

«Ich werde nicht locker lassen»

Ob der angestrebte Platz unter den Top 3 oder gar ein Schweizer Meistertitel realistisch sei? «Es ist das Ziel, mehr kann ich dazu noch nicht sagen. Ich will aber, dass die Spieler an sich selbst und dieses Ziel glauben und mit der Mentalität ins Spiel gehen, jeden Ball und jeden Punkt gewinnen zu wollen.» Diese positive Einstellung werde er weiter vorantreiben. «Und sollten wir verlieren, dann will ich Revanche. Ich werde nicht locker lassen», lacht Rückkehrer Bujar Dervisaj.