Karate
Erfolgreicher Grenchner Karateka ist Primarlehrer

Der Grenchner Karateka Marco Luca holte für die Schweiz einen Spitzenplatz an der EM. Sein nächstes grosses Ziel: Die Weltmeisterschaft im November. Hauptberuflich unterrichtet er als Primarlehrer in Solothurn.

Pius Rüegger
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Der Grenchner Marco Luca (rechts) ist auch international ein gefährlicher Gegner.

Der Grenchner Marco Luca (rechts) ist auch international ein gefährlicher Gegner.

Hans Peter Schläfli

Auf dem siebten Schlussrang beendete der Grenchner Karateka Marco Luca die Europameisterschaft auf der Kanareninsel Teneriffa in der Gewichtsklasse 84 plus. «Ich erwischte einen guten Tag und konnte meine Bestform abrufen», erzählt Luca. Im ersten Kampf gegen den Letten Druzoks holte sich der 31-jährige Italo-Schweizer den Siegpunkt in der ersten Minute. «Ich konnte einen Faustschlag setzen und dann alles kontrollieren», sagt der Grenchner.

In der zweiten Runde gegen den Ukrainer Motovylin wurde der Leberberger mehr gefordert. «Es war schwierig und ich kam erst gegen Schluss mit einem schnellen Faustschlag zum Punkt», so der 1:0-Sieger. Unentschieden ging sein dritter Einsatz gegen den Italiener Maniscalco, ein in einem Sportkorps profimässig trainierender Carabinieri, aus. Gegen den zweifachen Welt- und dreifachen Europameister konnte Luca zwei Minuten lang das 0:0 halten. «Gleichzeitig setzten wir unsere Punkte zum 1:1, ich mit der hinteren Faust auf seine Brust und er mit der vorderen Faust», erklärt Luca.

Pause überstand er nicht gut

Zwei Aussenschiedsrichter zeigten für Luca, zwei für den Favoriten an. Der Hauptschiedsrichter enthielt sich. Beim Remis blieb es. «Mit 5:0 Stimmen belohnten die Schiedsrichter den aktiveren Kampf meines Gegners, denn ich war vorsichtig und eher defensiv», akzeptiert Luca die Niederlage.

Trotzdem war die EM für den Grenchner noch nicht vorbei. Weil sich Maniscalco in den Final vorkämpfte, durfte Luca im Trostturnier um den dritten Rang ran. Gegen den Spanier Fernandez zog er eine 0:3-Niederlage ein – aus war der Traum von der EM-Medaille. «Ich musste eine sechsstündige Pause überbrücken und schaffte es mental nicht, konzentriert zu bleiben», gibt Luca zu.

Siebter Rang bei erster EM

Lucas nächstes grosses Ziel ist die Weltmeisterschaft vom 21. bis 25. November 2012 in Paris-Bercy. Dort wird die Konkurrenz noch stärker sein. Doch der Solothurner kann ebenfalls auf einige Erfahrungen zurückblicken, um auch diese Aufgabe zu meistern. So sicherte sich Luca einen siebten Rang bereits bei seiner ersten EM-Teilnahme 2008 in Estland. Luca fand spät, mit 25 Jahren und nach seiner Einbürgerung, ins Nationalkader. Bei den Junioren wurde er 2000 und 2001 Schweizer Meister.

Offiziell betreibt Luca bereits seit dem 1. August 1988 – dem Ausstelldatum seiner Lizenz – Karate. Erblich vorbelastet durch seinen Vater Giovanni als Betreiber einer Karateschule sein erster Trainer, bekam Marco dieses Gen in die Wiege gelegt. Nebenamtlich und unterstützt von seiner Freundin Laura De Pasquale – durch ihn aktiv geworden – betreibt Luca seine eigene Karateschule Nippon Karate Grenchen. Hauptberuflich unterrichtet der für Kinder- und Jugendpsychiatrie spezialisierte Primarlehrer in Solothurn.