2. Liga
Erfolgloses Powerplay der Gerlafinger

Italgrenchen gewinnt beim weiterhin punktelosen Schlusslicht 3:2. Fazit: Irgendetwas stimmt da nicht. Mit Doppelpässen ist die Gerlafinger Defensive viel zu einfach aus den Angeln zu heben.

Hans Peter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Mit letztem Einsatz versucht Itals Spielertrainer Oscar Tavoletta den Gerlafinger Torschützen Srecko Kovacevic zu bremsen. H.P. Schläfli

Mit letztem Einsatz versucht Itals Spielertrainer Oscar Tavoletta den Gerlafinger Torschützen Srecko Kovacevic zu bremsen. H.P. Schläfli

In der 17. Minute verschoss Alessandro Fragale, in der 19. war es Nicolas Chatzigeorgiou, in der 32. war es wieder Fragale. Jedes Mal stand das Tor für Italgrenchen nach guten Doppelpässen weit offen, und man erkannte, weshalb Gerlafingen in der Solothurner 2. Liga bisher am meisten Tore kassiert hat. Irgendwann müssen solche Abstimmungsfehler einfach ins Auge gehen.

Nach einem weiteren tödlichen Doppelpass mit Chatzigeorgiou stand Valerio Fragapane alleine vor Goalie Samuel Willi, und der liess sich diese Chance nicht entgehen: Es hiess 0:1 für die Azzurri. Gerlafingen konnte aber sofort reagieren und Srecko Kovacevic glich mit einem Prachtschuss kurz vor der Pause aus. Doch kaum aus der Kabine folgte gleich wieder ein Abstimmungsfehler: Aussenverteidiger Reto Kirchhofer wagte sich in den Angriff und hätte Gerlafingen beinahe in Führung geschossen. Niemand sicherte hinten für ihn ab, Italgrenchen konterte und ging dank seinem geschickten Kurzpassspiel gleich wieder die Führung.

Viel Pech für Gerlafingen

Die bisherigen Resultate waren eine wahre Katastrophe, aber die Gerlafinger zeigten, dass sie als Mannschaft weiter zusammenhalten. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Tor der Grenchner. Aber da klebt nun wirklich der Dreck an den Fussballschuhen: In der 54. Minute landete ein Kopfball am Pfosten und in der 58. Minute traf der soeben eingewechselte Igor Petrovic mit einem Gewaltschuss die Latte. Dann nützte Ital die Gelegenheit zu einem Konter.

In der 65. Minute konnte Goalie Willi den ersten Schuss von Fragale noch abwehren, aber alle anderen Gerlafinger schauten nur zu und so konnte Fragapane zum 1:3 erben. War das die Entscheidung? «Letztes Mal haben wir in der letzten Viertelstunde fünf Tore erzielt», rief Petrovic seinen Kollegen zu – und die setzten tatsächlich zu einem unglaublichen Powerplay an. Doch hatte Gerlafingen nicht schon vor einer Woche trotz unglaublichem Endspurt gegen Trimbach verloren?

6 Minuten wurden nachgespielt

Hoffnung kam auf, als Baris Karatas eine wirklich sehenswerte Kombination zum 2:3 abschloss. Italgrenchen schlug den Ball nur noch weg und kam kaum mehr über die Mittellinie. Aber dann landete in der 80. Minute der Ball wieder nur am Pfosten und die Gerlafinger begannen zu verzweifeln. Italgrenchen wusste sich nur noch mit nervigem Spielverzögern zu helfen, weshalb der sehr gute Schiedsrichter Suma zurecht sechs Minuten nachspielen liess. Das sorgte zwar für viel Hektik und Dramatik, aber ein Tor gelang nicht mehr.

Fazit: Irgendetwas stimmt da nicht. Mit Doppelpässen ist die Gerlafinger Defensive viel zu einfach aus den Angeln zu heben. Das gestand am Ende auch Abwehrchef Benjamin Hohl ein. «Die Defensive beginnt ganz vorne, und wenn nicht jeder seinen Teil dazu beiträgt, dann stehen wir Verteidiger auf verlorenem Posten», suchte Gerlafingens Nummer 10 eine Erklärung. Italgrenchens Spielertrainer Oscar Tavoletta durfte mit der Leistung seiner Mannschaft in der ersten Stunde zufrieden sein. «Aber dann haben wir das Kurzpassspiel aufgegeben und lange Bälle nach vorne geschlagen», erklärte er, wie es zu einem solchen Powerplay der Gerlafinger kommen konnte.