Eishockey
Erfolg macht «sexy»: Leistung auf dem Eis lässt die Kassen klingeln

Der gestrige 5:2-Sieg gegen Martigny war der elfte Vollerfolg im elften Heimspiel der Saison für den EHC Olten. Eine Tatsache, die die Fans des Leaders und dessen Portemonnaie entzückt.

Michael Schenk
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Erfolg auf dem Eis lockt Sponsoren an

Erfolg auf dem Eis lockt Sponsoren an

Es bleibt dabei: Der EHC Olten hat in dieser Saison auf eigenem Eis noch keinen Punkt abgegeben. «Dass es so gut läuft, freut uns natürlich», sagt Geschäftsführer Peter Rötheli. Wunderbar auch, weil Erfolg bekanntlich «sexy» macht. So beläuft sich der Zuschauer-Durchschnitt des NLB-Leaders bis dato auf rund 3300 Fans. Gegen Martigny waren es gestern gar 3975. «Das ist sensationell», freut sich Rötheli. Punkto Matcheinnahmen liegt man rund 10 Prozent über dem Budget. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich verkaufter Abos. Zum Vergleich: Ende letzter Saison betrug der Zuschauer-Durchschnitt rund 3100.

Klar, dass die Menschen, die an die Spiele des EHC Olten kommen, auch Hunger und Durst mitbringen. Und da der Klub seit heuer die Aussenverpflegung in eigener Regie führt, wird Oltens Portemonnaie mit jedem verkauften Hamburger fetter. Je mehr Mäuler, desto feisser. Auch hier lohnt sich also der sportliche Erfolg. Rötheli rechnet, dass die «Gastro- und Event-GmbH» im ersten Jahr ihres Bestehens bereits einen «schönen Gewinn abwerfen wird.»

Naheliegend in dem Sinn, dass sich auch die Sponsoring-Angebote regen Zuspruchs erfreuen. Seien es Puckspender, Inserenten, Gönner, Donatoren oder Abo-Sponsoren – sich mit dem EHC Olten zu identifizieren, zu zeigen und dafür ein paar hundert oder ein paar tausend Franken springen zu lassen, ist «en vogue». «Gerade das Sponsoring ist ein Ganzjahres-Geschäft. Insofern konnten wir in den letzten Wochen den einen oder anderen Abschluss tätigen», sagt Rötheli. Sei es im kurz- wie im längerfristigen Sponsoring.

Und wie sieht es aus, wenn das «Ding» für die Oltner sportlich so weiterrollt wie bis anhin? Wäre der Aufstieg dann ein Thema. «Wir wollen nicht blauäugig werden – bis dahin ist es noch ein weiter Weg», so Rötheli. Kurzfristiges Ziel sei es, «einmal einen Playoff-Final oder vielleicht die Ligaqualifikation zu erreichen». Allein, wenn doch plötzlich unerwartet früh mehr ginge, dann «wäre dies an der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat, dafür zu sorgen, die NLA möglich zu machen», hält Rötheli fest.

Wichtig sei in dem Zusammenhang vorab, dass die Umbauarbeiten im Kleinholz so schnell wie möglich in Angriff genommen werden können.» Läuft alles nach Plan, beginnen diese im Mai. Der Weg zu einem «tollen, neuen Tempel» ist vorgespurt. Oltens Stimmberechtigte haben im September 2010 einen Investitionsbeitrag von 12,1 Millionen und jährliche Betriebsbeiträge von 750000 Franken mit einem Ja-Anteil von 77 Prozent angenommen.

Die schier einzige «Sorge» in all dem Glück, in dem die Verantwortlichen des EHC Olten derzeit schwelgen, ist es, die vorliegenden Einsprachen gegen das Bauvorhaben aus der Welt zu schaffen. Und: Die «paar Millionen», wie Rötheli sagt, für den VIP-Bereich und den Videowürfel im neuen Stadion zu generieren. Geld, das der Klub aus dem eigenen Sack bezahlen muss. «Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden.» Nun, sportlicher Erfolg fördert nicht nur die Gunst von Geldgebern, Fans oder starken Spielern. Er kann auch zeitraubende Verhandlungen ungemein beschleunigen und diesbezüglich zu einem Powerplay verhelfen.