Robin Müller steht sinnbildlich für die Philosophie des FC Solothurn, auf einheimische Nachwuchsspieler zu setzen. Der Innenverteidiger ist in der Solothurner Vorstadt aufgewachsen.

Übrigens als direkter Nachbar von Sergio Henzi, der gegenwärtig wegen der Lehrabschlussprüfungen pausiert. Beide haben im Kindergartenalter mit Fussballspielen begonnen.

Das nahe Vorstadt-Schulhaus mit seinem Sportplatz war dazu der ideale Ort, um auf den Geschmack zu kommen. Durch einen weiteren Kollegen ist Robin Müller als F-Junior zum SC Blustavia Solothurn gekommen.

Als Perspektive-Spieler ins 1.-Liga-Kader

Nach einem Jahr bei den E-Junioren wechselte er in die Nachwuchsabteilung des FC Solothurn, anschliessend von der FCS-U16 zur U17 der Young Boys. Über die U18 kam der 20-Jährige auf die Saison 2017/18 in die U21 der Bundesstädter.

«In der Vorrunde habe ich allerdings praktisch nie gespielt, wobei ich bei YB immer in der Innenverteidigung eingesetzt wurde», sagt er zu dieser Episode. Der FCS holte ihn auf die Rückrunde 2017/18 als Perspektive-Spieler ins 1.-Liga-Kader.

In der Rückrunde kam er ausser gegen Delsberg und im Finalrunden-Heimspiel gegen Münsingen zu Teileinsätzen im defensiven Mittelfeld. In der laufenden Saison setzte ihn Trainer Dariusz Skrzypczak in der Vorrunde ausser gegen die Black Stars immer mindestens eine Minute ein.

Stammplatz seit Winterpause

Mit Ausnahme des Buochs-Matchs stand Müller in den 2019er-Spielen jeweils in der Startelf, in seiner angestammten Position als Innenverteidiger. «Ich kam wegen Verletzungen und Sperren der Mitspieler zu diesen Einsätzen und dachte, ich muss diese Chancen nützen», erklärt Müller.

Nach der Baisse mit den klaren Niederlagen gegen Luzern II (1:5) und bei den Black Stars (1:4) kam die Wende im denkwürdigen Spiel in Bassecourt mit dem 3:1-Sieg trotz doppelter Unterzahl in der letzten halben Stunde.

«Dieser Sieg war für uns wichtig und er gab uns Schwung, wir haben uns defensiv wieder gefangen und sind stabiler geworden», stellt der Youngster fest.

«Es wäre cool, eine Liga höher zu spielen»

Seither wurden nur beim 1:1 gegen Buochs zwei Punkte abgegeben. «Dahinter kann jeder jeden schlagen, und weil es überraschende Resultate wie zum Beispiel von Biel gab, haben wir jetzt zusammen mit Black Stars als Co-Leader acht Punkte Vorsprung auf den Dritten Delsberg», betont Müller.

«In den letzten vier Runden nehmen wir Spiel um Spiel, dann sollte es klappen mit den Aufstiegsspielen», blickt der Vorstädter nach vorne. Dass dieses Ziel erreicht werden kann, sieht die Nr. 18 auch im Teamgeist: «Wir haben es gut untereinander, jeder ist wichtig. Wir Jungen lernen viel von den Routiniers und es ist eine grosse Motivation, den Aufstieg zu schaffen – es wäre cool, eine Liga höher zu spielen».

Traum von der Profi-Karriere

Am Samstag steht das Nachbarschaftsduell gegen Langenthal auf dem Programm. «Das wird speziell und sicher nicht einfach. Von der Tabellenlage her müssten wir gewinnen, doch Langenthal braucht Punkte im Kampf gegen den Abstieg», bleibt Müller realistisch, dessen Familie mit dem FC Solothurn verbunden ist: Götti Urs Müller war Schiedsrichter und Onkel Peter Müller seinerzeit im Fanionteam als eisenharter Aussenverteidiger gefürchtet.

Seine beiden Brüder und auch die Schwester sind nicht im Leistungssport aktiv. Um seine Ambitionen mit der Ausbildung vereinbaren zu können, absolvierte er die Oberstufenjahre im Schulhaus Schützenmatt in der Sportklasse. Auch die KV-Lehre im Departement des Innern in der Solothurner Kantonsverwaltung konnte er auf vier Jahre ausdehnen.

«Mit Normal-Pensen wäre es nicht möglich gewesen, beides zu verbinden», schätzt Müller diese Möglichkeiten. Jetzt stehen die Lehrabschlussprüfungen an. «Was ich nachher mache, ist offen. Von einen Profi-Karriere träume ich wohl, ich weiss aber auch, wie schwer es ist», bleibt der Solothurner auf dem Boden, so wie es seinem ruhigen Charakter entspricht.