Eishockey
Enttäuschung für Olten - 1:4-Heimniederlage gegen Langnau

Die SCL Tigers gewinnen gegen den EHC Olten 4:1. Nach dem ersten Drittel stand es dank einem starken Michael Tobler noch 0:0. Dann aber konnten die überlegenen Langnauer den Oltner davonziehen. Nun steht es 1:1 in der NLB-Final-Serie.

Klaus Zaugg (Text) und Yann Schlegel (Liveticker)
Drucken
Teilen
Bildergalerie EHC Olten - SCL Tigers, Playoff-Final, Spiel 2
9 Bilder
Der EHCO hat am Freitagabend nicht viel zu jubeln. Ihnen gelingt lediglich ein Treffer.
Jubel beim EHCO. Der Ausgleich ist den Oltner geglückt.
Christopher Bagnoud von Olten, links, und Tigers Lukas Haas, rechts.
Tigers Lukas Haas, links, ist flinker als Simon Schnyder von Olten, rechts.
Shayne Wiebe von Olten kommt zum Abschluss, Tigers Massimo Ronchetti (l.) versucht zu stören
Tigers Thomas Nuessli, links, und Christopher Bagnoud von Olten, rechts, kämpfen um den Puck.
Sami El Assaoui von Olten kann Tigers Thomas Nuessli, nicht den Puck abluchsen.
SCL-Topskorer Nüssli zeigt eine gute Partie.

Bildergalerie EHC Olten - SCL Tigers, Playoff-Final, Spiel 2

Keystone

War dieser zweite NLB-Final wirklich ein Spiel der zweithöchsten Spielklasse? Wenn wir die Qualität dieser Partie aufgrund des Tempos, der Intensität, der taktischen Intelligenz und Disziplin bewerten, dann kommen wir zum Schluss: NLA-Niveau. Das sind keine guten Aussichten für den Verlierer der NLA-Playouts. Ob nun Olten oder die SCL Tigers die NLB gewinnen werden – eines steht fest: Es wird keine Operetten-Ligaqualifikation wie etwa in den letzten Jahren mit Langenthal oder Visp.

Es wird im „Stechen“ um den letzten Platz in der NLA so eng wie 2013 zwischen Lausanne und den SCL Tigers. Damals verloren die Langnauer ihren Platz in der höchsten Liga. Deshalb waren sie am Freitag in Olten zu Gast.

Chris diDomenico - der Leitwolf

Die SCL Tigers oder Olten? Olten hat in Langnau 3:2 gewonnen. Am Freitag haben die Langnauer in einem ihrer besten Saisonspiele den Heimvorteil mit einem 4:1 in Olten zurückgeholt. Es spricht jetzt vieles für die Langnauer. Sie brachten mit vier Linien eine beeindruckende Mischung aus Härte, Geduld, defensiver Schlauheit und offensiver Dynamik aufs Eis.

Diese Mannschaft ist auf diesem Niveau eine mächtige, schier unaufhaltsame Hockeymaschine. Chris DiDomenico ist ein ausländischer Stürmer, der sich in der NLA durchsetzen könnte.

Der charismatische Kanadier, der während der Qualifikation zu Eigensinn und Disziplinlosigkeiten neigte, ist jetzt ein hart arbeitender Leitwolf im Dienste der Mannschaft. Die Art und Weise, wie er sich im Powerplay an der Scheibe behauptete und für Yves Müller zum 1:2 auflegte war ganz grosse Klasse.

Die Sache mit dem Lindenblatt

Alles klar? Langnau NLB-Meister? Nein. Die SCL Tigers hatten das Spiel zwar im Griff. Die tapferen Oltner verzweifelten zwar zeitweise fast. Weil sie keinen Wege durch die gut gestaffelten Langnauer fanden. Und doch ist dieses Langnau nicht unverwundbar.

Diese SCL Tigers mahnen an Siegfried, den Helden aus der Nibelungensage. Siegfried badete im Blut des Drachen, den er erschlagen hatte. Dadurch wurde er unverwundbar.

Aber er hatte nicht bemerkt, dass er beim Bade im Drachenblut ein Lindenblatt an seinem Schulterblatt klebte. Diese einzige verwunderbare Stelle sollte ihm zum Verhängnis werden. Dort traf ihn der Speer Hagens tödlich

Alles ist noch möglich

Auch die Langnauer haben diese einzige verwundbare Stelle. Es ist der Torhüter. Die Langnauer spielten defensiv so gut, dass Damiano Ciaccio kein Held sein musste. Aber bei Oltens einzigem Treffer (zum 1:1) machte er keine gute Figur. Cyrille Scherwey, der Bruder von SCB-Kultstürmer Tristan Scherwey, erwischte ihn in der nahen Ecke. Der Stürmer, der diese Saison beim Erstligisten Basel bestritten hatte und er kurz vor den Playoffs nach Olten gekommen ist, wurde zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt.

Die entscheidende Frage ist nun: Gelingt es den Oltnern, die einzige Schwäche des übermächtigen Gegners auszunützen? Am Freitagabend vermochten sie die Langnauer nur phasenweise unter Druck zu setzen. Wenn auch künftig ein Viertlinienstürmer der beste Oltner ist, dann wird es nicht möglich sein, die Tigers auf dem Weg zum NLB-Titel noch aufzuhalten.

Olten - SCL Tigers 1:4 (0:0, 1:2, 0:2)

6270 Zuschauer (ausverkauft). – SR Erard/Kämpfer, Gnemmi/Pitton. – Tore: 21. (20:47) Hecquefeuille 0:1. 26. Cyrille Scherwey (Studer, Tim Weber) 1:1. 32. Yves Müller (DiDomenico/Ausschluss Wiebe) 1:2. 52. Yves Müller (Tobias Bucher, DiDomenico/Ausschluss Schwarzenbach) 1:3. 59. Hecquefeuille (Lukas Haas) 1:4 (ins leere Tor). – Strafen: je 5mal 2 Minuten. – PostFinance-Topskorer: Marco Truttmann; DiDomenico.

Olten: Tobler; Meister, Simon Schnyder; Parati, Ganz; El Assaoui, Bagnoud; Grossniklaus; Marco Truttmann, Feser, Wüst; Hirt, Cédric Schneuwly, Schwarzenbach; Martin Ulmer, Burki, Wiebe; Cyrille Scherwey, Studer, Tim Weber; Aeschlimann.

SCL Tigers: Ciaccio; Stettler, Yves Müller; Hecquefeuille, Kim Lindemann; Julien Bonnet, Ronchetti; Rexha; Tobias Bucher, Gustafsson, DiDomenico; Lukas Haas, Claudio Moggi, Sven Lindemann; Sandro Moggi, Adrian Gerber, Nüssli; Tom Gerber, Albrecht, Wyss; Deny Bärtschi.

Bemerkungen: Olten Marolf, Wüthrich, Schild, Pargätzi und Ruhnke, SCL Tigers ohne Sterchi, Schlapbach (alle verletzt), André Lakos und Tremblay (beide überzählige Ausländer). – Pfostenschuss Marco Truttmann (30.). – Timeout Olten (58.).

Hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen.

Aktuelle Nachrichten