FC Grenchen
Entlassener Sportchef Thomas Reinhart: «Ich möchte einige Punkte klarstellen»

Der entlassene Sportchef Thomas Reinhart wehrt sich gegen Vorwürfe, die von Sportdirektor Peter Baumann erhoben wurden.

Oliver Menge
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FC-Grenchen: Sportchef Thomas Reinhart wurde per sofort freigestellt.

FC-Grenchen: Sportchef Thomas Reinhart wurde per sofort freigestellt.

Es gehe ihm keineswegs darum, jetzt schmutzige Wäsche zu waschen, sagt Thomas Reinhart, der letzte Woche als Sportchef freigestellt wurde, zusammen mit Trainer Roland Hasler. Reinhart, der lange beim FC Biel als Juniorentrainer, Trainer der 2. Mannschaft und Assistenztrainer der 1. Mannschaft tätig war, ist sogar ein Gründungsmitglied des FC Grenchen 15, wo er im neu zusammengestellten Vorstand einen Platz inne hatte. «Wir, Roli Hasler und ich, stehen nach dem Interview, das Peter Baumann dem az Grenchner Tagblatt gegeben hat, einfach ziemlich schlecht da. Deshalb möchte ich einige Punkte klarstellen.»

Wenn man das Interview so lese, könne man den Eindruck bekommen, als habe er in den letzten zwei Jahren beispielsweise das Budget nicht eingehalten. Und das stimme einfach so nicht. «Wir haben das Budget immer eingehalten, sowohl dasjenige der 1. Mannschaft wie auch das des ganzen Vereins.»

Auch den nicht direkt geäusserten Vorwurf, man habe nicht mit Jungen arbeiten wollen, Hasler habe sich nicht für die Junioren interessiert, stimme so nicht. «Bereits in der Rückrunde haben wir zwei Junioren B ins Kader aufgenommen, zusätzlich zu den bereits im Kader vorhandenen Spielern im Juniorenalter.»

Thomas Reinhart: «Wir, Roli Hasler und ich, stehen nach dem Interview, das Peter Baumann dem az Grenchner Tagblatt gegeben hat, einfach ziemlich schlecht da. Deshalb möchte ich einige Punkte klarstellen.»

Thomas Reinhart: «Wir, Roli Hasler und ich, stehen nach dem Interview, das Peter Baumann dem az Grenchner Tagblatt gegeben hat, einfach ziemlich schlecht da. Deshalb möchte ich einige Punkte klarstellen.»

Hanspeter Baertschi

Baumann sei tatsächlich mit Vorschlägen für Spieler gekommen, die zum Teil, nicht realistisch gewesen seien in seinen Augen, so Reinhart. «Einer der vorgeschlagenen Spieler hätten wir gerne genommen – zu unseren Bedingungen. Baumann meinte, man werde das regeln, aber dieser Spieler ist immer noch nicht beim FC Grenchen. Ein anderer vorgeschlagener Spieler wechselt so ziemlich jedes Jahr den Klub, auch nicht gerade das, was wir uns vorstellen für unseren Verein.»

Man müsse verstehen, dass er und der damalige Trainer Rudolf vor zwei Jahren beim FC Grenchen quasi bei Null angefangen haben. «Kein Spieler wollte zu diesem Verein, aber wir haben uns die grösste Mühe gegeben, haben neue Spieler gebracht.» Er selber habe seine Kontakte, die er während seiner Zeit in Biel geknüpft habe, einsetzen können und habe auch einige Spieler gebracht, die er noch als Junioren trainiert habe sowie einige bestandene Spieler.

Fehlende Kommunikation

Baumann machte dem Duo auch den indirekten Vorwurf, es habe unter ihrer Ägide keine Freude mehr geherrscht auf dem Fussballplatz. «Wie will er das wissen? Peter Baumann hat das Training ja nie besucht. Ich war bei fast allen Trainings mit dabei und habe ihn nur einmal in Magglingen gesehen.» Die Spielerbeurteilungen, Feedbacks auf Trainingslager und so weiter sprächen eine ganz andere Sprache, so Reinhart.

«Und Trainer Roland Hasler hatte einen sehr guten Draht zur Mannschaft.» Es gehe ihm auch nicht darum, Baumanns Fachwissen in Frage zu stellen. Denn letztlich sei das Ganze ein Kommunikationsproblem. «Baumann meinte es sicher gut, aber man verpasste es, rechtzeitig zu kommunizieren, wer für was zuständig ist. Die Änderungen, die Baumann jetzt vorschlägt, hätte man schon in der Winterpause vornehmen müssen.» «Sportlich sind wir fast da, wo wir auch nach Baumanns Plan und den Vorgaben des Vorstands entsprechend sein sollten.

Klar haben wir wichtige Matches nicht gewonnen, im Cup und in der Meisterschaft. Klar ist die Punktedifferenz jetzt gross. Aber selbst dann kann man die Saison bis jetzt als ansprechend bezeichnen. Schon aufgrund der immer noch sehr jungen Mannschaft. Das reicht meiner Meinung nach nicht für eine Freistellung.» Inwiefern die unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen von Präsident und Trainer zur unweigerlichen Trennung führten, wie dies im «Bieler Tagblatt» gestern zu lesen war, und ob Reinhart hier quasi nur zum Bauernopfer wurde, weil er an seinem Trainer festhielt, wird wohl nie restlos geklärt.