EHC Olten

Entfesseltes Olten gewinnt gegen Visp mit 6:1

Tim Weber erzielt das Tor zum 1:1.

Tim Weber erzielt das Tor zum 1:1.

Der EHC Olten gewinnt den zweiten Playoff-Viertelfinal mit 6:1 und führt in der Serie gegen Visp nun mit 2:0. Es war eine überzeugende Leistung der Powermäuse.

Als der EHC Visp in der 31. Minute durch den Amerikaner William Rapuzzi in Führung ging, schwante vielen Zuschauern im Kleinholz Böses. Die alte Sportlerweisheit «Wenn du sie nicht selber machst, kriegst du sie hinten rein» dürfte dem einen oder anderen durch den Kopf gegangen sein.

0:1 wie aus heiterem Himmel

Tatsächlich fiel das 0:1, das James Desmarais mit einem Pass von hinter dem Tor auf den freistehenden Rapuzzi mustergültig vorbereitete, völlig entgegen dem Spielverlauf. Die Oltner hätten bereits im ersten Drittel mit mindestens drei Toren in Führung liegen müssen. So vergab alleine der dank Adam Courchaines «Krankheit» wieder ins Team gerutschte Shayne Wiebe vier hochkarätige Chancen. In der 4. und 5. Minute schoss er während eines EHCO-Powerplays zweimal nur knapp daneben. In der 15. und 18. Minute scheiterte er an Visp-Keeper Matthias Schoder.

Und auch im Mittelabschnitt hatte der EHCO nochmals drei Hochkaräter, als Codey Burki in der 27. Minute alleine vor dem Tor den Puck nicht unter Kontrolle bekam und Remo Hirt in der 28. Minute ebenso wie Cédric Schneuwly an Schoder scheiterte.

«Hat uns nicht gestört»

Doch zur grossen Verblüffung seiner eigenen Fans liess sich der EHCO durch Rapuzzis Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen – im Gegenteil. «Das 0:1 hat uns gar nicht gross gestört», meinte Remo Hirt nach der Partie. Wichtig war, dass wir weiterhin mehrheitlich im Scheibenbesitz blieben und mit vier Linien Vollgas gaben.»

Und wie die Oltner das machten: Sie spielten weiterhin konsequent nach vorne und begannen nach dem 0:1 endlich zu treffen. Nur drei Minuten nach Visps Führungstor glich Tim Weber bei einer angezeigten Strafe gegen die Walliser (Michael Tobler hatte sein Tor allerdings noch nicht verlassen) zum 1:1 aus. «Dass der Ausgleich so schnell kam, war natürlich wichtig», meinte Remo Hirt. Dieser brachte sein Team nur fünf Minuten später mit einem herrlichen Ablenker nach Vorarbeit von Diego Schwarzenbach endlich in Führung.

Schaulaufen im Schlussdrittel

Zwar hatte Julian Schmutz in der 44. Minute den Visper Ausgleich ein letztes Mal auf dem Stock, als er nur den Pfosten traf. Doch dies war das letzte Lebenszeichen der Gäste. Das Schlussdrittel wurde zu einem eigentlichen Schaulaufen der Oltner. In der 50. Minute erhöhte Justin Feser auf 3:1. In der 53. Minute erzielte Tim Weber mit seinem zweiten Tor das 4:1. Zwei Minuten vor Schluss reihte sich mit Fabian Ganz auch noch ein Verteidiger zum 5:1 unter die Torschützen ein. Und in der 59. Minute liess sich auch Remo Hirt als Doppeltorschütze zum 6:1, notabene dem einzigen Tor in Überzahl, feiern. Mit vier Treffern innerhalb von neun Minuten hatten die Oltner die 2:0-Führung in der Playoff-Serie festgenagelt.

«Hinten wars ruhiger»

«Wir haben deutlich weniger zugelassen als im Match in Visp», analysierte Goalie Michael Tobler nach der Partie. «Wichtig war, dass wir auch nach dem Rückstand ruhig geblieben sind. Wir hatten während der ganzen Partie viel mehr Scheibenbesitz und konnten so mehr nach vorne spielen – mit dem positiven Nebeneffekt, dass wir es hinten deutlich ruhiger hatten.»

Olten – Visp 6:1 (0:0, 2:1, 4:0)
Kleinholz. – 4794 Zuschauer. – SR: Kämpfer/Wirth, Huggenberger/Schüpbach.

Tore: 31. Rapuzzi (Desmarais) 0:1. 34. Weber (Studer, angezeigte Strafe gegen Visp) 1:1. 39. Hirt (Schwarzenbach) 2:1. 50. Feser 3:1. 53. Weber (Feser) 4:1. 58. Ganz (Burki) 5:1. 59. Hirt (Schneuwly, Burki, Ausschluss Schmutz) 6:1.

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 7-mal 2 Minuten gegen Visp.

Olten: Tobler; Pargätzi, Meister; Parati, Ganz; El Assaoui, Bagnoud; Schnyder; Aeschlimann; Weber, Feser, Wiebe; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Wüthrich, Burki, Wüst; Scherwey, Studer, Lüthi.

Visp: Schoder; Leu, Bucher; Wollgast, Wiedmer; Heldstab, Heynen; Rapuzzi, Desmarais, Schmutz; Botta, Brunold, Dolana; Furrer, Heitzmann, Keller; Michailow, Neher, Altorfer.

Bemerkungen: Olten ohne Courchaine, Truttmann (beide krank), Brunner, Ruhnke, Marolf, Schild, Ulmer (alle verletzt) und Grossniklaus (überzählig), Visp ohne Hischier, Zeiter und Alihodzic (alle verletzt). 600. EHCO-Spiel von Cyrill Aeschlimann. Pfostenschüsse: 30. Wiedmer, 44. Schmutz. Lattenschuss: 52. Wüthrich. Tim Weber und William Rapuzzi zu den besten Spielern ihrer Teams gewählt.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Scribblelive: Eishockey, Playoff-Viertelinal NLB, Olten - Visp, Spiel 2

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