Volleyball

Endlich Ferien nach dem Steigerungslauf: Schönenwerd Topscorer Luca Ulrich und das Abenteuer Universiade

2018/19 war Luca Ulrich der beste Schweizer Spieler der NLA.

Luca Ulrich, Volley Schönenwerds Topscorer der abgelaufenen Saison, erreichte mit der Schweizer Nationalmannschaft an der Universiade in Neapel den neunten Platz. Nach einem schlechten Turnierstart kam die Kehrtwende - und nun die verdienten Ferien.

Die 30. Sommer-Universiade in Neapel lockte Tausende Sportler und Gäste aus der ganzen Welt an. Dass die Hotels überfüllt sein werden, war offensichtlich klar. Deshalb liess der Veranstalter die Athleten auf zwei Kreuzfahrtschiffen im Golf von Neapel übernachten. Mit Ausnahme der Volleyballer, die in einem Hotel in Salerno, ungefähr eine Autostunde entfernt von der Austragungshalle, untergebracht wurden.

An einen Sonderstatus der Volleyballer glaubt der seit der vergangenen Saison bei Volley Schönenwerd unter Vertrag stehende Luca Ulrich nicht. «Auf dem Kreuzfahrtschiff wäre es sicherlich auch cool gewesen», sagt der 22-jährige Biologiestudent und ergänzt, dass er selbst noch nie an Bord eines solch grossen Schiffes war.

Ebenfalls sehenswert und sein persönliches Highlight dieses Events war die vor über 50 000 Zuschauern abgehaltene Eröffnungszeremonie im Stadio San Paolo, der Heimstätte des SSC Napoli. Gäste wie Weltstar Andrea Bocelli und Fussballer Lorenzo Insigne schmückten das Ereignis zusätzlich aus.

Schwierige Aufgaben

Ulrich konnte die Feier aber nicht lange geniessen, spielte er doch am folgenden Tag schon gegen Topfavorit Italien. «Gegen die Italiener hätten wir vielleicht in einem von zwanzig Fällen gewonnen», zeigt der beste Schweizer der vergangenen NLA-Saison die Kräfteverhältnisse auf.

Das Team von Trainer Mario Motta und Assistent Marco Fölmli startete schlecht ins Turnier, obwohl die Aufgaben keinesfalls einfach waren. Die Schweizer Auswahl verlor das erste Spiel gegen den späteren Goldmedaillengewinner Italien klar in drei Sätzen. Ebenfalls das Nachsehen hatten Ulrich und Co. gegen stark aufspielende Argentinier, die im Vorfeld als schwierig, aber möglich eingestuft wurden.

«Diese Niederlage war für uns der Genickbruch», meint Ulrich. Denn dem Team war bewusst, dass mit Japan ein weiterer Brocken wartete. Ein Exploit gegen die erfahrenen Asiaten blieb aus, und so hielt die Negativserie weiter an, bis die Equipe plötzlich begann, untereinander besser zu funktionieren. Sie besiegte Mexiko mit 3:1. Es sollte eine Kehrtwende im Turnierverlauf sein.

In der Platzierungsrunde auf die Erfolgsspur gefunden

Als Gruppenvierte startete die Schweiz in die K.-o.-Runde um die Plätze neun bis sechzehn. Seit 2008 hatte man es nie über den zehnten Schlussrang gebracht. Die Motivation war somit gross, nun jedes Spiel zu gewinnen.

«Unser Trainer war ein grosser Motivator. Wir wollten zeigen, was wir können», so Ulrich und fügt hinzu: «Es ist natürlich im Verlauf des Turniers auch einfacher geworden, den Siegeswillen beizubehalten und das noch bestmögliche Resultat herauszuholen. Denn es macht einfach mehr Spass, zu gewinnen.»

Nach zwei Ruhetagen dominierten die Schweizer die USA, danach Brasilien und siegten schliesslich im Spiel um Platz neun gegen Südkorea in drei Sätzen. Die Bedingungen, mit denen die Nationalspieler auskommen mussten, waren teilweise prekär. Ein mexikanischer Gegenspieler habe aufgrund der drückenden Hitze die Schuhe wechseln müssen, erzählt Fölmli. «Der Schweiss trat im richtiggehend aus den Schuhen», präzisiert er.

Ferien in vollen Zügen geniessen

Als Vorbereitung auf die Weltsportspiele der Studenten traf sich die Schweizer Equipe nach der Saison ein- bis zweimal pro Woche zu Trainingseinheiten, bevor die letzten drei Wochen als Trainingslager in Schönenwerd genutzt wurden.

Im Hotel Storchen untergebracht trainierte das Team zweimal täglich in der Betoncoupe Arena. Die Mannschaft kannte sich schon gut, obwohl etwa die Hälfte des Kaders aus der A-Nati stammte und die andere aus Junioren-Auswahlen. «Es gab kein Gesicht, das ich nicht kannte», so Ulrich.

Der Aussenangreifer freut sich nun auf rund eineinhalb Monate Ferien. Diese will er in vollen Zügen geniessen, bevor im September die Vorbereitung mit Schönenwerd auf die neue NLA-Saison beginnt. «Ich hatte seit vielen Jahren nicht mehr so viel Ferienzeit am Stück.»

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