Die Ausgangslage für den TV Schönenwerd war klar: Im Rückspiel des Europacup-Sechzehntelfinals gegen hotVolleys Vienna brauchten die Schönenwerder ein kleines Volleyballwunder, wenn sie die 0:3-Auswärtsniederlage von letzter Woche in Wien noch aufholen wollten. Für das Team von Bujar Dervisaj blieb daher in der Mülimatt in Windisch keine Zeit zum Taktieren. Sollte das Europacup-Abenteuer weitergehen, durften die Schönenwerder den Gästen aus Österreich maximal einen Satzgewinn zugestehen, um den Golden Set noch zu erzwingen.

Der Auftakt in die Partie verlief ausgeglichen. Schönenwerd hielt mit, obwohl die Niederämter im Sideout-Spiel nicht restlos zu überzeugen vermochten. Je länger aber der erste Satz dauerte, umso stärker wurde hotVolleys Vienna, das vor allem im Angriff nichts anbrennen liess und am Block gut arbeitete. Schönenwerds mangelnde Durchschlagskraft in Angriff wurde hingegen immer augenfälliger und die Wiener zogen auf 16:10 davon. Diesen Rückstand konnten Dervisajs Jungs nicht mehr wettmachen. Mit 25:17 ging der erste Satz an Österreichs Rekordmeister.

Wieder das bessere Ende für Wien

Schönenwerd musste reagieren – und tat dies auch. Eichenberger punktete gleich drei Mal am Block und Schnider steuerte einen krachenden Servicewinner zur 6:1-Führung bei. Doch so schnell die Führung herausgespielt war, so schnell war sie auch wieder weg. Immer wieder punkteten die Gäste mit einfach vorgetragenen Angriffen und glichen zum 8:8 aus. In der Folge konnte sich keine Equipe absetzen. Als Schönenwerd 22:21 führte, folgte eine symptomatische Szene für diesen Abend: Captain Jan Schniders Service landete im Netz, während die Wiener im Gegenzug gleich drei Mal dank starken Aufschlägen punkteten. Statt des Satzausgleichs für Schönenwerd gelang den Gästen, die an diesem Abend abgeklärter auftraten, der zweite Satzgewinn mit 25:22. Damit war die Sache gegessen, das Europacup-Abenteuer von Schönenwerd vorbei. «Der Unterschied war einzig im Kopf. In den entscheidenden Momenten agierten wir zu nervös», analysierte Coach Bujar Dervisaj das Scheitern seines Teams.

Stolzer Schönenwerder Trainer

Die Schönenwerder liessen sich vom Ausscheiden aber nicht entmutigen, sondern verabschiedeten sich vom Heimpublikum am Ende doch noch mit einem Sieg. Obwohl Dervisaj die Stammspieler schonte, gewannen die Schönenwerder die letzten drei Sätze. «Ich bin sehr stolz auf das, was meine Mannschaft erreicht hat. Dass wir hier in der Region auf internationalem Parkett spielen konnten, ist einmalig», fasste der Coach die Europacup-Premiere des TV Schönenwerd zusammen.