Mit 75 Pferden ist auf dem Klushof in Oensingen stets Hochbetrieb. In der Halle werden die Tiere elegant von den Angestellten über die Hindernisse gesprungen, auf dem Hofplatz sind die Pferde im Karussell in Bewegung und immer wieder schauen die Hunde nach dem Rechten.

Elian Baumann bestritt an diesem Morgen mit dem vierjährigen Zardas in Dagmersellen bereits eine Qualifikationsprüfung für die Schweizer Meisterschaft, am Nachmittag stehen für ihn Reitstunden und ein kurzer Ausritt an.

Wenig Freizeit

Bei diesem straffen Programm bleibt dem 24-Jährigen nicht viel Freizeit übrig. «Für die Arbeit braucht es Begeisterung und jede Menge Einfühlsamkeit. Um junge Pferde bis in den Wettkampfsport zu begleiten, sind bis vier Ausbildungsjahre nötig. Sie brauchen viel Routine», erklärt der Laupersdorfer.

Was als Kind mit dem Hobby Ponyreiten begann, ist 2009 für Baumann zu einem einzigartigen Lehrplatz auf rund zehn Hektaren neben der Dünnern in der malerischen Klus geworden.

«Pius Schwizer gibt uns gute Möglichkeiten und wir sehen, was es alles an Vorbereitung braucht. Wenn der Chef an Turnieren ist, schauen wir zu den Pferden. Er weiss, dass er sich auf das Team verlassen kann», sagt der Bereiter.

Erfolge als Crossläufer

Eigentlich hätte Baumann ja als Jugendlicher eine vielversprechende Zukunft im Ausdauersport vor sich gehabt: Als 15-Jähriger lief er an der Crosslauf-Europameisterschaft auf den fünften Rang, wurde mehrmals Kantonsmeister über die 1000 Meter und gewann den Grand Prix von Bern und Zürich in der Schülerkategorie.

Und dennoch: Mit 16 Jahren zog er es vor, die Crosslaufschuhe an den Nagel zu hängen und sich am Nationalen Pferdezentrum in Bern zum Bereiter ausbilden zu lassen.

Schwerpunkt auf drei- bis vierjährige Pferde

«Während der Lehre lag mein Schwerpunkt auf der Ausbildung drei- bis vierjähriger Pferde. Hier haben wir viele gute Pferde, die wir anreiten und mit denen wir verschiedenste Turniere bestreiten», erklärt der 24-Jährige. Zudem hat Baumann auf dem Klushof sowohl die Möglichkeit seinem Beruf nachzugehen, als auch von sich selbst als Reiter reden zu lassen.

Mit dem Wallach Duc de Mariposa, der erst seit kurzem zum Oensinger Sportstall gehört, gelang ihm am CSI in Neuendorf Mitte April den Einzug in die Top vier der Young Riders. «Der Chef plant jeweils, wer welches Pferd an den Turnieren vorstellt.

«Denn die Tiere brauchen hin und wieder Ruhephasen damit sie die Motivation beim Springen und bei der Arbeit nicht verlieren», sagt Baumann.

2. Platz an der Youngster-SM

Auch gelingt nach der langjährigen Ausbildung nur einem von zehn Pferden der Sprung in den Profisport; die anderen werden an Amateure oder Private verkauft. Baumann besitzt den achtjährigen Looping T, mit dem er im letzten Jahr an der Youngster-SM auf den 2. Platz gesprungen ist.

Als Fohlen hat er den Fuchs gekauft und läuft auf dem Klushof während seiner Arbeit mit – und nur nach seinem Gefühl bestreitet der Laupersdorfer mit ihm Turniere. Ob Looping T kurz vor dem Durchbruch steht? Elian Baumann schmunzelt und sagt: «Er ist auf gutem Weg.»