Unihockey
Eintrittspreise sind weder bei Meister noch Aufsteiger das wichtigste Standbein

Auch Sport ist ein Wirtschaftskonstrukt. Das weiss jeder, der schon nur einmal ein Spiel besuchte und am Kassenhäuschen Eintritt bezahlen musste. Doch wie sieht dieser finanzielle Aspekt bei den Unihockey-Vereinen aus der Region genau aus?

Olivier Winistörfer
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Kassensturz beim Kassenhäuschen: Wo liegt die Schmerzgrenze für die Fans, wo jene der Vereine? KEYSTONE

Kassensturz beim Kassenhäuschen: Wo liegt die Schmerzgrenze für die Fans, wo jene der Vereine? KEYSTONE

Im Vergleich steht der Unihockey Meister Wiler-Ersigen und der Aufsteiger Olten Zofingen. «Die Eintrittspreise machen nicht sehr viel vom Budget aus», dies war die Phrase, welche man sowohl beim Meister, welcher momentan einen Zuschauerschnitt von 743 (diese Zahl liegt durch das Eröffnungsspiel in der Berner Wankdorfhalle mit 2500 Zuschauern etwas höher als sonst), und Olten Zofingen mit durchschnittlich 199 Supportern zu hören bekam.

Während der Ligadominator der letzten Jahre auf ein altbewährtes Konzept aufbauen konnte und dieses kontinuierlich angepasst wurde, war das Unihockeyteam aus dem Mittelland durch den Aufstieg zu einigen Anpassungen «gezwungen», wie Kommunikationschef Marcel Gafner erklärt: «Da wir jetzt in der SML spielen, erhöhten wir unsere Sitzplatzpreise von 10.– Fr. auf 15.–. Mit diesem Betrag sind wir aber immer noch der günstigste Verein der ganzen Liga.»

Wie wird das Thema Eintrittsgelder aber von der Liga des Randsportes behandelt? Muss man Eintritt verlangen und wenn wie viel? «Die Liga gibt hier keine Vorgaben, da dies jeder Klub für sich entscheiden muss. Wir bei Wiler-Ersigen haben uns nach dem Angebot-und-Nachfrage-Prinzip auf 10.– für einen Stehplatz und 20.– für ein Sitzplatz geeinigt und da die Halle eigentlich immer voll ist, scheint dies nicht überrissen zu sein», erklärt Sportchef Marcel Siegenthaler die Preispolitik des Meisters.

Sponsoring als Fundament

Als wichtigstes Standbein sehen sowohl Gafner als auch Siegenthaler das Sponsoring bei ihren Unihockeyklubs, da dadurch rund 50% des Budgets generiert werden. Die Dimensionen im Ticketverkauf, welche man aus der grossen Schwestersportart, dem Eishockey, kenne, habe man aber beim Unihockey nicht erreicht, wie Siegenthaler erklärt: «Wir verlangen nicht so hohe Preise und wollen dies nicht. Das Prinzip des Play-offs-Preises kennen wir aber bei Wiler-Ersigen. Die Preise werden ab den Halbfinals um 5.– nach oben angepasst, da die Tickets immer begehrter sind zu dieser Zeit.»

Doch Mischrechnungen und Verankerungen im Budget wolle man bei beiden Teams nicht zulassen, da dies nur Risiken beinhalte, welche man vorher nicht absehen könne, wie Gafner erzählt: «Unser SML-Team muss sich selber tragen können und weder auf die Vereinskasse drücken noch Schulden generieren, welche dann Andere aufheben müssen. Wir berechnen deshalb auch lieber vorsichtig.»

Zentral sei bei beiden Klubs, dass die Leute guten Unihockeysport zu sehen bekämen und die Vereine nicht einen Schuldenberg anhäufen müssten. Die marginale Position bei der Wirtschaftskraft im Schweizer Sport kann natürlich auch nicht unterschlagen werden. Wie sehr die beiden Teams aber von der Werbetrommel durch die Weltmeisterschaft in Bern und Zürich im Dezember profitieren können, wird man dann später sehen.