Hornussen
Einst feierte Zuchwil Titel am laufenden Band – jetzt will man wieder an diese Erfolge anknüpfen

Die Hornussergesellschaft Zuchwil muss die laufende NLA-Saison bereits abschreiben. Mit gezielter Nachwuchsförderung wollen die Wasserämter aber bald an die vergangenen Erfolge anknüpfen.

Armin Leuenberger
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Der erst 15-jährige Noel Wittwer gehört zu den grössten Nachwuchstalenten des NLA-Vereins HG Zuchwil.

Der erst 15-jährige Noel Wittwer gehört zu den grössten Nachwuchstalenten des NLA-Vereins HG Zuchwil.

Armin Leuenberger

Als die Hornusser im Jahr 1993 die erste Schweizer Meisterschaft durchführten, zählte die HG Zuchwil zu den Favoriten und wurde in der Folge dieser Rolle auch gerecht. Meistertitel und Festsiege an grossen Anlässen gehörten bald zur Tradition für die Zuchwiler. Heute ist dies bedeutend schwieriger geworden.

Die beiden ersten NLA-Meistertitel gingen an die Zuchwiler, bei denen die Brüder Binggeli damals eine dominierende Rolle einnahmen. Nach einem Unterbruch von einem Jahr, Meister wurde Wäseli – die Berner aus dem kleinen Weiler oberhalb von Worb – holten die Wasserämter 1996 Titel Nummer drei. Später, in den Jahren 2004/2005, kamen zwei weitere Titel hinzu. Nicht weniger als sieben Mal ging zudem der Vizemeistertitel an die homogene Zuchwiler Mannschaft, zweimal holte diese die bronzene Auszeichnung.

Raphael Neff (Bild) und Noel Wittwer sind die zwei grössten Nachwuchshoffnungen des ehemaligen Serienmeisters HG Zuchwil.

Raphael Neff (Bild) und Noel Wittwer sind die zwei grössten Nachwuchshoffnungen des ehemaligen Serienmeisters HG Zuchwil.

Armin Leuenberger

Auch an Festen erfolgreich

Die Zuchwiler spielten nicht nur in der Meisterschaft jahrelang ganz oben mit. Auch an den bedeutenden Festen waren sie immer wieder mit Topleistungen präsent, wenn es um den Gewinn eines der begehrten Trinkhörner ging. So gewann die HG Zuchwil die drei eidgenössischen Hornusserfeste in Utzenstorf 1991, Diessbach bei Büren 1997 und Hintermoos-Reiden 2002 und zudem den Hornusser-Wettkampf am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2007 in Aarau.

Fehler im Abtun

In der aktuellen NLA-Saison müssen die Zuchwiler ihre Ambitionen auf einen Spitzenplatz schon bei Halbzeit der Meisterschaft abschreiben. Schuld ist die Arbeit im Abtun, steht die Mannschaft doch mit vier Nummern zu Buche. Pech ist dabei, dass diese vier Nummern auf vier Spiele verteilt sind. So wurde der Punkterückstand zu einem Handicap, das in den restlichen Spielen nicht mehr aufzuholen ist.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. «Wir hatten zahlreiche Verletzte zu ersetzen, dies zwang uns im Ries immer wieder zu Änderungen. Topschläger und stärkster Mann im Abtun, Urs Siegenthaler, fällt beispielsweise die ganze Saison aus», sagt Marc Liechti, der Captain der Mannschaft. «So ging die sprichwörtliche Sicherheit im Abtun, sonst die grosse Stärke des Teams, etwas verloren.» Tatsächlich blieben die Wasserämter in den letzten drei Jahren in der Meisterschaft immer ohne Fehl und Tadel im Ries.

Nachwuchs wird gefördert

Grosse Beachtung schenkt die HG Zuchwil seit längerer Zeit der Förderung des Nachwuchses. Dies zahlt sich aus. So sind aktuell mit Noel Wittmer und Raphael Neff gleich zwei 15-Jährige so weit, dass sie bereits in der ersten Mannschaft eingesetzt werden können. Dies ist sicher auch ein Verdienst von Präsident Markus Heiniger, der seit knapp drei Jahren im Amt ist und selber in der NLA-Mannschaft des Klubs spielt. Sein Vorgänger Robert Kurt, ein leidenschaftlicher Jäger und Pilzsammler, hatte die HG Zuchwil in zwei Etappen von 1993 bis 1997 und dann noch einmal von 2012 bis 2015 als umsichtiger Präsident geführt.

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