«Wir wollen nicht letzte werden.» So definiert Trainer Ayhan Karakas das Saisonziel des neu gegründeten Fussballklubs Dynamo Aquila Biberist in der Gruppe 1 der 5. Liga. Das dürfte aber nicht einfach werden: Atees Solothurn, allseits bekannt als «der erfolgloseste Verein der Schweiz», hatte bisher das Abonnement auf den letzten Platz. Aber Atees hat sich nun aufgelöst. «Einige der jüngeren Spieler sind von Atees zu Dynamo Aquila übergetreten, andere haben bisher gar noch nie Meisterschaft gespielt», beschreibt der Trainer sein Kader. «So muss ich einigen Spielern zuerst das Fussball-ABC und Stellungsspiel auf dem grossen Platz beibringen. Aber es macht Spass, weil alle darauf brennen, etwas zu lernen.»

Multikulti ist Programm

Ayhan Karakas selber wird weiter mit Gerlafingen in der 2. Liga spielen. Als Trainer engagiert wurde er durch seinen Bruder Vedat Karakas, seines Zeichens Präsident von Dynamo Aquila. Zusammen mit Philipp Rüeggsegger und Benjamin Rihs ist Vedat Karakas die treibende Kraft hinter der Gründung des neuen Fussballklubs.

Aber warum braucht die Welt überhaupt einen FC Dynamo Aquila Biberist? «Einige von uns haben zusammen bei den Junioren gespielt, andere haben einfach nur als Freunde ohne einen Verein gekickt», erklärt Vedat Karakas. «Irgendwie ist dann die Idee entstanden, einen eigenen Verein zu gründen, in welchem eine familiäre, freundschaftliche Atmosphäre herrscht.» Einfach sei die Aufnahme in den Solothurner Kantonal-Fussballverband nicht gewesen. «Im Vorstand waren wir total unerfahren und mussten zuerst lernen, welche Voraussetzungen, wie zum Beispiel Statuten, man dazu braucht»

Multikulti ist Programm: Dynamo erinnert an russische Mannschaften, Aquila heisst Adler auf italienisch, Präsident und Trainer sind kurdische Türken und die Herkunftsländer der weiteren Mitglieder verteilen sich von Sri Lanka bis in die Schweiz.

Gutes Verhältnis zur Gemeinde

Der Vereinspräsident denkt, dass man bei den eher leistungsorientierten Zweitligisten Gerlafingen und Biberist den neuen Verein nicht als Konkurrenz sieht. «Trotzdem war es schwierig, einen Fussballplatz zu finden, auf dem wir unsere Spiele austragen dürfen», sagt Vedat Karakas. «Wir sind froh und dankbar, dass Biberist eingelenkt hat. Wir haben ein gutes Verhältnis zur Gemeinde und zum FC Biberist.»

Am Mittwoch geht es nun mit dem Heimspiel auf dem Sportplatz Giriz im Solothurner Cup (Anstoss 20 Uhr) gegen Lommiswil in den ersten Ernstkampf. Der starke Drittligist dürfte wohl eine zu hohe Hürde für Dynamo Aquila Biberist werden. Präsident Vedat Karakas hegt längerfristige Gedanken: «In der ersten Saison wollen wir Erfahrung in der 5. Liga sammeln. Aber mit der Zeit wäre es natürlich schon schön, wenn wir in die 4. Liga aufsteigen könnten.»