So fulminant ist der FC Solothurn in seiner 116-jährigen Geschichte wohl selten in eine neue Saison gestartet. «Mit sechs Siegen rechnet man nie; nun, wir haben gewusst, dass wir mithalten können», verfällt Präsident Samuel Scheidegger keinesfalls in Euphorie. Denn er ist sich bewusst: «Die schweren Gegner kommen erst jetzt, wobei unsere Mannschaft mit gestärkter Brust auftreten kann, zumal sie erst zwei Tore erhalten hat.»

Vielfach sind die Gründe für Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg, die zu eine solch eindrucksvolle Startphase möglich machten. «Wir haben eine gute Mannschaft, die letzte Saison Aufstiegsspiele bestreiten konnte und nur knapp gegen den grossen Favoriten Yverdon gescheitert ist», lautet sein erster Analysepunkt. Diese Erfahrung zeigte, was möglich ist und wie nahe eine mögliche Promotion war. Deshalb setzten die Verantwortlichen auf Kontinuität. Dafür werden sie bis hierhin belohnt. «Wir konnten die Mannschaft zusammenhalten und erst im sechsten Spiel war einer der Neuen, Shpetim Arifi, erstmals von Anfang an dabei.» Grosse Bedeutung kommt dem Fakt zu, dass Solothurn mit einem eingespielten Team in die neue Meisterschaft einsteigen konnte. «Mit Solothurn und Münsingen sind zwei Teams mit fast unverändertem Kader ganz vorne», liefert Zaugg den Beleg dazu.

Skrzypczak als Glücksfall

Zudem hatten die Solothurner eine glückliche Hand bei der Trainerwahl als Nachfolger für den heutigen Sportchef. «Uns ist es gelungen, mit Dariusz «Darek» Skrzypczak einen Trainer zu verpflichten, der sehr gut zu uns passt», sagt Zaugg. Seine Sachlichkeit, seine ruhige Art und seine riesige Erfahrung sind Skrzypczaks Pluspunkte. «Er hat klare Vorstellungen, schätzt und nutzt die Stärken der einzelnen Spieler richtig ein und legt Wert auf eine solide, gute Defensivarbeit», bekräftigt Zaugg. Dies unterstreicht der Fakt, dass nicht nur der Torhüter und die Verteidiger Abwehraufgaben leisten, sondern die gesamte Mannschaft. Nicht zu vergessen ist die gute Spielanlage. «Jeder weiss, was zu tun ist, und die Mannschaft kann schnell umschalten und kommt zu ihren wichtigen Führungstoren», attestiert Zaugg.

Dawid Skrzypczak war ein Glücksgriff als Trainer

Dawid Skrzypczak war ein Glücksgriff als Trainer

«Er ist gut vorbereitet, ein ruhiger Typ, der die richtigen Impulse gibt, und hat selbst einen gewissen Ehrgeiz, weil er ein klares Ziel hat», stimmt Präsident Scheidegger in die Lobeshymne um den neuen Trainer ein. Wichtig sei ausserdem, dass «die Verbindung zwischen Sportchef und Trainer gut ist». Das sieht auch Zaugg so. «Es ist ein grosser Vorteil Skrzypczaks, dass er nicht alles besser wissen will, sondern ein Teamplayer ist – so macht die Zusammenarbeit mit ihm richtig Spass.»

Testspiel gegen Kriens

«Dass es so gut laufen wird und wir bisher alle Spiele gewinnen konnten, war nicht zu erwarten», sagt der Sportchef. «Wir müssen realistisch sein, die Bewährungsproben gegen stärkere Teams wie Baden, Delsberg und Luzern II kommen erst jetzt», betont er weiter.
Er bleibt zuversichtlich: «Wir müssen uns nicht verstecken, denn wir sind schwer zu schlagen.» Weitere Garanten für ihn sind das ausgeglichene Kader wie auch der gute Nachwuchs. Zaugg hofft jedoch, dass das doch kleine Kader mit 19 Spielern nicht durch Verletzungen dezimiert wird.

Weil Delsberg am Sonntag gegen Winterthur aus der Challenge League im Sechzehntel-Final des Schweizer Cups engagiert ist, geniessen die Solothurner ein Wochenende ohne Ernstkampf. Am Donnerstag tritt die Skrzypczak-Truppe noch auf Promotion-Leader Kriens, der gegen Luzern im Cup knapp 0:1 ausschied, zu einem Test an. «Nach dieser langen Serie haben die Spieler dann ein paar freie Tage verdient, damit sie mal durchschnaufen können», freut sich Zaugg auf die Fortsetzung am Samstag, 23. September, gegen Baden (17 Uhr).