In der Nachspielzeit ereignete sich eine Szene, welche so sonst doch nur höchst selten auf dem Fussballrasen zu bestaunen ist. Gäste-Hüter Dahmani ging nach einer kleinen Berührung des Gegnspielers mit dem Ball in der Hand zu Boden, stand wieder auf und begann mit Diskussionen, um so ein paar Sekunden zu schinden und die knappe 0:1-Führung über die Zeit bringen zu können.

Seine Rechnung hatte er allerdings ohne Schiedsrichter Voldan gemacht, welcher auf indirekten Freistoss entschied, weil Dahmani den Ball zu lange in den Händen gehalten hatte. Diese blendende Chance zum späten Ausgleich setzte Andonov jedoch via Abpraller an das Lattenkreuz. Im Gegenzug hatte auch Pajde noch eine Grosschance. Der allen enteilte Osei vertendelte jedoch die Kugel im Strafraum.

Zwischen Hochs und Tiefs

Danach erfolgte der sehr frühe Schlusspfiff und Szenen, die im Fussball nichts zu suchen haben. Rudelbildungen sorgten auf dem Platz und vor den Garderoben für einen faden Nachgeschmack einer sonst amüsanten, kämpferisch hochstehenden und temporeichen Partie.

Diese Beschreibung traf vor allem auf den Start der Partie zu, in welchem die Platzherren zeigten, dass sie keine Angst vor dem Aufstiegskandidaten aus Möhlin haben. Durch ihr ruppiges Spiel kamen die Oltner auch zu den ersten Chancen, welche jedoch Canik vergab und Gerardi nur an die Latte setzte.

Frühes Stören und schnelles Umschaltspiel ermöglichten diese Chancen. Dass auch die Gäste schnell umschalten können zeigten sie unmittelbar nach Gerardis Lattenschuss, als Olten-Verteidiger Schalt beinahe ein Eigentor erzielte. Die Gefahr war danach noch nicht gebannt und der auffällige Garic flankte auf Sturmspitze Leverda, welcher mit seinem spektakulären Fallrückzieherversuch nur knapp scheiterte. Nur wenig später brannte es erneut lichterloh im Oltner Strafraum, als Tesic aus zehn Metern unbedrängt seinen Abschluss übers Gehäuse ballerte.

Auch mit zunehmender Dauer blieb die Partie hart umkämpft und schnell, weshalb dieses Duell zur Pause trotz Torlosigkeit entzückte. Dies war nicht zuletzt dem viel laufen lassenden Schiedsrichter zu verdanken, welcher das Spiel lange Zeit trotz harter Gangart unter Kontrolle hatte. Gegen Ende der Begegnung war dies dann auch aufgrund merkwürdiger Entscheidungen hüben wie drüben nicht mehr der Fall.

Schalts Verletzung als Wendepunkt

FCO-Trainer Castro nannte in der Partie die Verletzung Schalts als einen Wendepunkt der Partie. Durch die Rotationen kam die linke Abwehrseite aus dem Gleichgewicht, weshalb es dort zu einem gefährlichen Freistoss kam. Das Leder flog durch das Spielergetümmel in Richtung Tor, wo Husi den Ball nur nach vorne abprallen lassen konnte. Glibo seinerseits stand goldrichtig und liess sich nicht zweimal bitten. «Das Unentschieden wäre verdient gewesen, aber aus dieser Partie werden wir wieder viel lernen», blickte Castro zurück.

Andonov spielt verletzt

Im Vorfeld hatte auch eine andere Verletzung viel zu reden gegeben, nämlich diejenige von Sturmtank Andonov, welcher eigentlich in der Startelf gestanden hätte. Hätte, weil es nach seiner Notoperation dann doch noch nicht ganz für einen Startelfeinsatz reichte. Nach dem 0:1 wechselte Castro seine Nummer neun dann trotz Verletzung ein. «Und prompt wurde es gefährlich», rechtfertigte Castro die Einwechslung. Andonov sei auf dem Weg der Besserung, er müsse sich allerdings in rund zwei Wochen nochmals einer Operation unterziehen, was man nun hinauszuschieben versuche.