Noch ist das definitive Aufgebot nicht bekannt, doch es ist kaum anzunehmen, dass der mit 15 Punkten beste Skorer unter den Jung-Haien, im letzten Augenblick aus dem Kader des Trios Sean Simpson (General Manager), Colin Muller und Gerd Zenhäusern (Coaches) gestrichen wird.

Für Müller, wie auch für seine Teamkollegen Samuel Kreis, Anthony Rouiller und Julian Schmutz, ist die nach Weihnachten stattfindende U20-WM das heimliche Highlight der Saison. Er gibt zu, trotz gedrängtem NLB-Programm mit dem EHC Basel und zusätzlichen Spielen mit Bern, den einen oder andern Gedanken der U20-WM gewidmet zu haben, «auch wenn unser Fokus immer auf die Sharks gerichtet war.»

Im Unterbewusstsein aber mag die WM immer irgendwie präsent gewesen sein, räumt der in Wangen bei Olten aufgewachsene Stürmer ein. Das könnte mitunter auch ein Grund dafür gewesen sein, dass den drei U20-Nationalspielern in den letzten Partien mit Basel oft ein wenig die Leichtigkeit und die Intuition fehlte, die sie vorher ausgezeichnet hatte.

In Olten Hockeyspielen gelernt

Marco Müller erlernte das Eishockeyspielen in Olten, wechselte aber bereits im Mini-Alter nach Biel und kurz darauf nach Bern. Mit ein Grund dafür, dass sein Solothurner Dialekt zwar nach wie vor dominiert, aber von einigen träfen Berndeutsch-Ausdrücken begleitet wird. Kein Wunder, denn nach sechs Jahren in Bern hat ihn das Berndeutsch auch nach Basel begleitet, in Form seiner beiden SCB-Kollegen Samuel Kreis (mittlerweile wieder beim SCB) und Julian Schmutz, mit denen er in einer WG lebt. Anstelle von Kreis ist kürzlich erst der Bieler Anthony Rouiller eingezogen.

Acht Spiele werden Müller und Co. den Sharks fehlen. Auf sie wartet ein 18-Tage-Programm, vollgepackt mit Höhepunkten. «Nach den drei Trainingstagen auf der Lenzerheide werden wir uns weitere sechs Tage in Malmö und Umgebung auf die WM vorbereiten», weiss Müller. Im Mittelpunkt dieser Phase stehen zwei Testspiele gegen den letztjährigen WM-Fünften Tschechien und Bronzemedaillengewinner Kanada, bevor am 26. Dezember die erste WM-Partie gegen Schweden auf dem Programm steht.

Vielversprechende Aussenseiterrolle

Müller sieht sich und seine Kollegen in «einer vielversprechenden Aussenseiterrolle. Der WM-Zweite Schweden, Finnland und Russland sind Top-Nationen, Aufsteiger Norwegen müssen wir einfach schlagen, wenn wir uns für das Viertelfinale qualifizieren wollen.» Müller hat die vier Overtime-Niederlagen und den 6. Rang des letztjährigen Teams noch in bester Erinnerung. «Man hat gesehen, dass wir Schweizer mithalten können, jetzt liegt es an uns, dies wieder unter Beweis zu stellen.»

Der Griff nach einer Medaille wäre letztes Jahr, bei ein bisschen mehr Wettkampfglück, fast möglich geworden. Warum also, fragt sich Müller, soll das dem diesjährigen Team nicht auch gelingen? Denn wer weiss, Malmö könnte für den einen oder andern Spieler bereits die letzte WM seiner Karriere sein. «Das kann auch mir passieren, auch wenn ich natürlich alles daran setzen werde, mich weiter nach oben zu arbeiten», sagt Müller.

Dafür ist die U20-WM ein willkommenes Schaufester, doch entscheiden dürften darüber seine Einsätze mit den Basel Sharks ab dem 8. Januar.