Die erste Saisonniederlage – 2:5 am Dienstag in Thun – wirkte anfänglich nach. Bereits nach 21 Sekunden handelte sich Unterseens Kevin Rohrbach nach einem Bandencheck die erste Zweiminuten-Strafe ein. Die Zuchwiler konnten diesen Vorteil nicht nutzen. Es gelang ihnen nicht, wirkungsvolles Powerplay aufzuziehen. Trotzdem brachte Reber die Einheimischen mit einem Heber in Front (5.).

Besser machten es die Oberländer. Sie begannen die Solothurner zurück zu drängen. Deren erste Strafe verwertete 18 Sekunden vor Ablauf Baur mit dem Ausgleich (9.). Druckvoll kamen die Gäste zu Feldvorteilen und beschäftigten das Platzteam vornehmlich mit Defensivaufgaben. «Nachdem wir in Thun nicht bereit waren, fehlte es uns am Tempo und wir konnten die Positionen nicht halten; das erste Drittel war ein Geknorze», fasste Chefcoach Max Weibel zusammen.

Durchbruch dank Temposteigerung

Die Pausenkorrekturen zeigten Wirkung. Zuchwil kam aggressiver, schwungvoller aus der Kabine. Das Bild änderte sich. Zuchwil legte den Vorwärtsgang ein. Mit der Temposteigerung nahm der Spielaufbau Konturen an.

Leuenberger blieb mit Nachdruck am Puck und holte die Führung zurück (27.). Steiner nützte konsequent das von Gästehüter Schweiger offen gelassene Loch zum 3:1 (37.). Nur 14 Sekunden nach Borns 4:1 (39.00) ermöglichten Unkonzentriertheiten allerdings den Besuchern die Verkürzung durch Schneider auf 4:2 (39.14).

Drei Tore in 88 Sekunden

Aufkeimende Oberländer Gelüste, sich wieder einzubringen, erstickten die Wasserämter mit einem Dreierpack innert 88 Sekunden anfangs Schlussabschnitt: Zwanzig Sekunden nach Wiederbeginn schloss Vogt einen Konter souverän ab, Marco Müller übernahm links frei, Von Dach erwischte Schweiger über die Stockhand.

Mit dieser Triplette straften die Gastgeber Weibels Pausenansprache Lüge. «Wir tun uns unheimlich schwer, Tore zu schiessen», sagte er ihnen nämlich. Die Berner brachten nichts mehr auf die Reihe und mussten 34 Sekunden vor Schluss noch Treffer 8 durch Thomas Rohrbach einkassieren. «Wir konnten zeigen, was für eine Qualität wir in der Kabine haben», Weibel abschliessend.

Telegramm EHC Zuchwil Regio – SC Unterseen-Interlaken 8:2 (1:1, 3:1, 4:0)

Sportzentrum Zuchwil. – 273 Zu­schauer. – SR Weber; Diggelmann/Raskovic. – Tore: 5. Reber 1:0, 9. Baur 1:1; 27. Leuenberger 2:1, 37. Steiner 3:1, 39. (39.00) Born 4:1, 40.  4:2; 41. Vogt 5:2, 41. Marco Müller 6:2, 42. Von Dach 7:2, 60. Thomas Rohrbach 8:2. – Stra­fen: 5-mal 2 Mi­nu­ten gegen Zuchwil; 9-mal 2 Mi­nuten ge­gen Unterseen-Interlaken.

EHC Zuchwil Regio: Pfister; Hirsbrunner, Blumen­thal; Wüthrich, Aeschlimann; Lüthi, Olivier Hojac; Eric Hojac, Vogt, Von Dach; Reber, Marco Müller, Born; Leuenberger, Steiner, Thomas Rohrbach; Messerli. 

Bemerkungen: Zuchwil ohne Stoller (renkte sich am Dienstag in Thun die Schulter aus; wird konservativ behandelt), Zwahlen, Brunner und Christen (alle verletzt). – 57. Marco Müller verschuldet an Spolidoro Penalty, der diesen jedoch nebens Tor setzt.