Am Samstagabend, 25. Mai, machten sich rund 80 Fans des FC Solothurn mit dem Regionalzug auf den Heimweg vom Auswärtsspiel in der 1. Liga beim FC Biel. «Am Bahnhof Grenchen Süd verliessen zirka vier bis sechs vermummte Fans den Zug, um im Avec-Shop diverse Getränke zu stehlen», schreibt die Kantonspolizei in ihrer Medienmitteilung über die anschliessenden Ereignisse.

«In dieser Zeit wurde der Regionalzug durch weitere Fans an der Weiterfahrt gehindert.» In Solothurn hat die Gruppierung den Zug verlassen. Etwa 40 Personen zogen weiter in die Stadt, «wo sie sich im Bereich Kreuzackerquai und Landhausquai aufhielten. Die Fans haben in der Altstadt vereinzelt Knallkörper gezündet. Zu Sachbeschädigungen ist es nicht gekommen.»

Der FC Solothurn reagierte nur einen Tag nach den Vorfällen mit einer knappen Stellungnahme auf der Website. Darin distanziert sich der Klub von den Vorfällen, «in welche angebliche Fans des FCS involviert gewesen sein sollen». Ein derartiges Verhalten sei inakzeptabel und: «Der FC Solothurn sichert seine volle Unterstützung zu, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.»

Fankurve vorübergehend schliessen

Der Kommunikationschef des FC Solothurn sagt auf Anfrage, dass der Verein solche Aktionen nicht toleriere und aufs Schärfste verurteile. Fabian Brunner denkt, dass die Schuldigen anhand der Videobilder wahrscheinlich eruiert werden können. «Wir vom Vorstand des FC Solothurn legen den Schuldigen ans Herz, sich selber anzuzeigen bei der Polizei.»

Nach den Vorfällen kam es in der vergangenen Woche zu Gesprächen zwischen der Klubleitung und Teilen der Fans. Brunner spricht von einem produktiven Gespräch mit den Chefs der Fanszene. Diese könnten zwar das Geschehen in der Fankurve kontrollieren, auf dem Weg zu den Spielen sei dies aber nicht immer möglich.

Es kam schon vor, dass die Fans des FC Solothurn sich weigerten, auswärts Eintritt zu bezahlen oder dass Pyros gezündet wurden, so Brunner. «Aber so etwas wie in Grenchen ist zum Glück ein Novum. Da wurde deutlich eine rote Linie überschritten.» Der FCS biete Hand, damit die Vorfälle so schnell wie möglich aufgeklärt werden können. Den Schuldigen drohe ein Stadionverbot.

Fabian Brunner hält sogar das Szenario für möglich, die Fankurve im Stadion, falls nötig, vorübergehend zu schliessen. Der Kommunikationschef stellt aber auch klar, dass der Austausch mit der FCS-Fanszene grundsätzlich sehr gut ablaufe. Die Ermittlungen und Abklärungen der Kantonspolizei Solothurn sind weiterhin im Gange. «Zwischenergebnisse von laufenden Ermittlungen kommunizieren wir nicht», heisst es auf Anfrage.