An der Jungfrau-Meile in Interlaken hatte Martina Strähl (Bild) eine Sprint-Premiere geplant: Über 1609,34 Meter führt das Rennen, «eine Distanz, die viel zu kurz für mich ist», wie Strähl betont. Zu diesem «Abenteuer» kam die zweifache und amtierende Berglauf-Europameisterin nicht.

Ein Treppensturz am Vortag vereitelte die Pläne. Als Grund für den Unfall zu Hause nennt sie ein eingelöstes Weihnachtsgeschenk: eine Ölmassage. «Meine Füsse waren noch Stunden später derart glitschig, dass ich auf der Treppe ausrutschte», erklärt sie den Unfallhergang. Mit dem Kopf prallte sie gegen die Wand. Es wurde ihr schwindlig und übel und sie musste erbrechen.

Der Arzt diagnostizierte eine leichte Hirnerschütterung und verordnete zwei Ruhetage. Die Jungfrau-Meile musste sie absagen. «Das war etwas ärgerlich, vor allem wegen der Punkte, die ich für den Post-Cup hätte gewinnen können», sagt sie. Als Anwärterin auf den Gesamtsieg gilt sie für diese inoffizielle Schweizer Strassenmeisterschaft, die sie bereits im 2010 für sich entschieden hatte.

Neue Herausforderung

Gesundheitlich gings rasch wieder aufwärts. Bereits am Wochenende lief Martina Strähl bei einem Kaderzusammenzug der Bergläufer wieder. Und an eine nächste Herausforderung wagt sie sich ebenso: an den Greifenseelauf vom kommenden Samstag.

Dieser Klassiker ist über die Halbmarathon-Distanz. Und erneut handelt es sich um eine Premiere für Martina Strähl handeln, denn auch über 21,1 Kilometer ist die 24-Jährige wettkampfmässig noch nie gelaufen. «Der Gedenklauf Murten – Fribourg war bis jetzt das Längste», sagt sie. 17,17 Kilometer beträgt jene Distanz.

«Es geht darum, dass ich ein Gefühl für diese lange Strecke bekomme.» Dabei baute sie vorerst auf die Unterstützung ihres Trainers Jörg Hafner. Doch die Tempomacher-Dienste des einstigen Waffenlauf-Serienmeisters sind wegen einer Fussverletzung in Frage gestellt.

Martina Strähl wird sich an andern Mitkonkurrenten orientieren müssen. «Je schneller, desto besser», nimmt sie sich vor, dämpft aber (zu) hohe Erwartungen sogleich: «Mit den Marathon-Spezialistinnen Patricia Morceli und Bernadette Meier werde ich kaum mithalten können.»