Wie im Cup üblich geniesst das unterklassige Wohlen (1. Liga) im Duell gegen den NLB-Klub TV Solothurn das Heimrecht. Dennoch ist das Team von Trainer Marco Kurth gegen die Freiämter der klare Favorit. Zumal die Ambassadoren ihre letzten vier Spiele – drei in der Meisterschaft, eines im Cup – allesamt gewannen. Im Cup schickte der TV Solothurn in der letzten Runde seinen Gegner aus Emmen mit einer regelrechten Klatsche (40:18) nach Hause.
Wohlen seinerseits besiegte in der ersten Hauptrunde einen Zweitligisten, lag meistens nur mit einem oder zwei Toren in Führung und bekundete bis kurz vor dem Abpfiff viel Mühe.

Erst in der Schlussphase konnten sich die Aargauer absetzen und den unterklassigen Gegner letztlich mit 28:24 in die Knie zwingen. Schlecht verlief aus Sicht von Handball Wohlen hingegen der Auftakt in die Erstliga-Meisterschaft. Nach vier Niederlagen aus den ersten vier Spielen tragen die Freiämter punktelos die rote Laterne. Und nur gerade in einer der Partien konnte Wohlen mit dem Gegner einigermassen mithalten.

Überraschungen kommen vor

Die Vorzeichen und die Rollenverteilung für die Partie sind also klar. Trotzdem tut der TVS gut daran, nicht überheblich in dieses Spiel zu steigen, will er in die Runde der besten 16 einziehen. Denn obwohl es im Handball im Cup insgesamt weniger Überraschungen gibt als in anderen Sportarten, so kommen sie trotzdem vor. Gefährlichster Akteur beim Gegner ist laut Statistik Adrian Studerus. Der frühere NLA-Spieler (RTV Basel) erzielte bislang genau ein Drittel aller Tore und ist mit seiner Erfahrung in höheren Ligen die Teamstütze der Aargauer.

Beim TV Solothurn konnten in den ersten fünf Spielen alle Akteure überzeugen. Zu Beginn der Saison spielten die Flügelspieler gross auf, danach zogen gegen Emmen im Cup und gegen Altdorf die Rückraumspieler nach. Zuletzt gegen die Pfadi Espoirs glänzten dann gar beide Teile der Offensive. Sollten die Solothurner morgen Donnerstag reüssieren, dann zieht er ins Achtelfinale des Schweizer Cups ein.

Dort stehen die Chancen gut, selber einen grossen Gegner, sprich einen Klub aus der NLA, zugelost zu erhalten und dabei das Heimrecht zu geniessen. So geschehen letztes Jahr, als sich die Aarestädter mit dem damals in die NLA aufgestiegenen TV Endingen messen durften oder als 2016 Vorjahresfinalist St. Otmar St. Gallen im Solothurner CIS gastierte. Und mit noch etwas mehr Losglück erwischt der TVS sogar das ganz grosse Los, wie vor drei Jahren, als er zu Hause gegen den Partnerverein BSV Bern spielen durfte. (MGT)