Unihockey
Eine Ohrfeige vom Weltmeister als Höhepunkt

Roman Pass, der Verteidiger des NLB-Clubs Olten-Zofingen, beendet die Weltmeisterschaft in Schweden mit Estland auf Platz 8.

Pascal Kamber
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Für Estland und Roman Pass (links) setzte es gegen die Schweiz eine von sechs WM-Niederlagen ab.

Für Estland und Roman Pass (links) setzte es gegen die Schweiz eine von sechs WM-Niederlagen ab.

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Mit dem allgemein erwarteten Finalspiel zwischen Gastgeber Schweden gegen die Weltnummer 2 Finnland ist die Unihockey-Weltmeisterschaft am vergangen Sonntag zu Ende gegangen. Während Schweden in Göteborg vor ausverkaufter Kulisse den Titel gegen seinen grossen Rivalen dank des 3:2-Sieges knapp verteidigte, setzte es für Roman Pass – den Abwehrspieler von Unihockey Mittelland aus Estland – und dessen Nationalmannschaftskollegen am Sonntagmorgen zum Turnierabschluss nochmals eine Enttäuschung ab.

Die Osteuropäer bezogen beim 2:7 im Spiel um Platz 7 gegen Dänemark bereits die sechste Niederlage an dieser WM. «Wir haben so viele Spiele verloren, da können wir nicht zufrieden sein», will sich Roman Pass über den achten Schlussplatz nicht wirklich freuen. Immerhin habe während der Woche in Schweden die kämpferische Einstellung gepasst, «aber am Ende fehlte uns im siebten Spiel innert acht Tagen einfach die Energie», hadert Pass.

Nur ein Sieg zwischen derben Niederlagen

Nachdem Estland seine drei Gruppenpartien gegen die Schweiz (3:7), Norwegen (2:4) und Tschechien (2:12) allesamt verloren hatte, resultierte am Mittwoch im Achtelfinal mit dem 7:2-Erfolg gegen die Slowakei der einzige WM-Sieg. Einen Tag später folgte der sportliche Tiefpunkt. Im Viertelfinal gegen Schweden kassierte Estland eine schallende 0:17-Ohrfeige.

«Das war für uns eine Lehrstunde. Schweden zeigte, wie man Unihockey spielen muss», blickt Roman Pass zurück. Zwar vermochte Estland im ersten Drittel das Tempo der «Tre Kronor» halbwegs zu halten, «danach waren sie eine Klasse besser», so Pass. Trotz der hohen Niederlage bleibt die Partie gegen den Gastgeber für den 30-jährigen Verteidiger nicht restlos in schlechter Erinnerung. «Es waren viele Leute im Stadion, die für eine tolle Stimmung sorgten. Zudem wurde das Spiel live im schwedischen Fernsehen übertragen», sagt Pass.

Ligaalltag steht bevor

Auf die Frage nach seinem persönlichen Höhepunkt gab sich der Mittelland-Profi zurückhaltend. «Mein Tor zum 4:2 gegen Norwegen war schön herausgespielt», sagt Roman Pass nach kurzer Denkpause, fügt aber sogleich hinzu, «dass ich mit meiner Leistung nie zufrieden bin, weil ich immer besser spielen kann». Und wenn er auf dem Feld eine gute Arbeit erledige, trete letztlich auch das Team besser auf.

Nach der intensiven WM-Woche freut sich Roman Pass jetzt auf ein paar erholsame Tage, ehe am nächsten Samstag gegen Thurgau Mittellands letzte NLB-Meisterschaftspartie des Jahres ansteht. «Nach vier Niederlagen in Serie tat diese Pause allen gut, denn wir müssen wieder auf die richtige Spur zurückfinden», meint Pass. «Man wird jedoch sehen, wie viel Energie die WM mich sowie Dominic und Manuel Mucha gekostet hat.» Die Zwillingsbrüder verpassten mit Deutschland den angestrebten Viertelfinal und beendeten die WM auf dem 9. Platz.