Fussball
Eine nationale und regionale Karriere enden gemeinsam

Der eine kämpfte sich in die Nationalliga A und spielte für Luzern und YB – der andere spielte 30 Jahre im SV Koppigen. Nun sind Markus und Daniel Ruef aus Utzenstorf im gleichen Moment vom Fussball zurückgetreten.

Luca Muntwyler
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Daniel (l.) und Markus Ruef blicken gelassen und mit Freude auf eine bunt geschmückte Karriere zurück. LMU

Daniel (l.) und Markus Ruef blicken gelassen und mit Freude auf eine bunt geschmückte Karriere zurück. LMU

Unterschiedlicher könnten die Brüder Markus und Dnaile Ruef kaum sein. Doch eines haben sie gemeinsam: Beide haben ihre Karriere beide beim SV Koppigen gestartet – und beendeten diese nun nach zahlreichen, Fussball geprägten Jahren, bei ihrem Stammverein.

Fussball zehrt an der Gesundheit – zumindest bei Daniel Ruef. Der Utzenstorfer, der seine Karriere mit sechs Jahren bei den E-Junioren des SV Koppigen startete, musste nun bei den Senioren im gleichen Klub wegen Knieproblemen seine Fussballschuhe an den Nagel hängen. Ein Knorpelschaden machte dem jüngeren der Brüder etwa zwei Jahre lang zu schaffen. «Ich konnte einfach nicht mehr das geben, was ich wollte», erklärt der 37-Jährige.

Dass zur gleichen Zeit auch sein Bruder und Teamkollege den Rücktritt erklärte, war eher ein Zufall. Der ältere der beiden, Markus Ruef, der Mitte der 90er Jahre je zwei Jahre für die A-Ligisten Luzern und YB sowie für die Junioren-Nationalmannschaft gekickt hat, sieht persönliche Gründe vor. Die Familie sei in den letzten Jahren ein wenig zu kurz gekommen, dazu kommt die berufliche Belastung in seiner eigenen Firma. «Da musste ich schon auf die Gesundheit schauen. Ich brauchte manchmal zwei bis drei Tage Regeneration, bis alles wieder rund lief. So musste ich meiner biologischen Uhr Tribut zollen», sagt der zweifache Familienvater schmunzelnd, der seine Karriere im Sturm lancierte und gegen Ende dann in der Innenverteidigung landete. «Je älter ich wurde, desto weiter hinten habe ich gespielt», meint er grinsend.

Nun schauen die beiden auf eine langjährige und bunt geschmückte Karriere zurück. Doch fehlen tut den Brüdern das runde Leder nicht. Einzig beim 40-jährigen Markus Ruef kommt rückblickend ein bisschen Wehmut auf: «Wenn ich darüber diskutiere und überlege, wie viel ich erlebt habe, kommt schon eine gewisse Freude auf.»

Zum Ende ihrer Karrieren durften die beiden dann noch im gleichen Team spielen. Der SV Koppigen konnte vor zwei Jahren Markus Ruef in die Senioren-Mannschaft zurückholen, wo er auf Bruder Daniel traf. «Es war wirklich schön. Das ist auch immer unser Ziel gewesen», erläutert der Jüngere. Dass die beiden zusammen spielten, kam ihnen durchaus zugute. «Wir konnten uns so kontrollieren. Wir waren eher Spieler, die sich manchmal mit dem Schiedsrichter angelegt haben. Ich habe auf jeden Fall den Verband gut unterstützt mit dem Abbezahlen meiner Karten», witzelt Daniel Ruef. «Fussball ist ja auch mit Emotionen verbunden», relativiert Markus Ruef gleich lachend.

Doch standen sich die Brüder auch einmal gegenüber. «Eigentlich wären es zweimal gewesen, aber er war beim ersten Mal gesperrt», weiss der 40-Jährige und beginnt wieder zu lachen. Bei den Senioren hat es dann aber doch noch geklappt. «Wir sind gegen Ende des Spiels extra von aussen in die Mitte, damit wir wenigstens noch einen Zweikampf hatten», erinnert sich der 37-Jährige, wiederum mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

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