Als Kaj Leuenberger vom Erstligisten EHC Zuchwil Regio in der 27. Minute alleine auf den gegnerischen Torhüter ziehen konnte, um diesen dann mit einer herrlichen Finte zwischen den eigenen Beinen durch zu vernaschen, war die Partie entschieden. «Der Junge hat ein goldenes Händchen – nur macht er momentan noch zu wenig daraus», sagt sein Trainer Max Weibel. Es war das Tor zum zwischenzeitlichen 5:2 – die Kräfteverhältnisse waren wieder hergestellt.

Schrecksekunden zu Beginn

Phasenweise viel zu wenig zeigten auch die Teamkollegen von Leuenberger. Dass die Gäste aus Belp überhaupt drei Tore erzielen konnten, bezeichnet Weibel, seit dieser Saison Head-Coach vom EHCZR, als «Krankheit von Zuchwil».

Innert 90 Sekunden musste der 52-Jährige zusehen, wie die 1:0-Führung in einen 1:2-Rückstand umschlug. Der EHC Belp, welcher über die gesamte Dauer ansonsten blass und chancenlos agierte, nutzte zwei Unkonzentriertheiten – eine davon gar in Unterzahl - der Solothurner kaltblütig aus. «Wenn man derart überlegen ist, nimmt man den Gegner plötzlich nicht mehr ernst und agiert zu verspielt – da kann das Momentum auf die Seite des Gegners schlagen», sagt Weibel.

Einfach und geradlinig

So lautete der Spielstand nach dem ersten Drittel 2:2-Unentschieden zwischen dem Gruppendominator EHC Zuchwil Regio – Qualifikationssieger der letzten zwei Jahre – gegen den EHC Belp – Gruppenletzter der letzten beiden Jahre. «Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt, sie sollen wieder einfaches Eishockey spielen», erklärt sich Weibel die sonstige Dominanz seiner Mannschaft.

Abgesehen des Zwischenspurts der Gäste spielten nur die Solothurner, was sich in 72 Abschlüssen auf das gegnerische Tor zu Buche schlug. «Wir waren viel zu wenig effizient – da müssen mindestens 10 Tore mehr kommen», so Weibel.

Tatsächlich lag es vorwiegend am eigenen Unvermögen im Abschluss des EHCZR, dass die Führung nicht noch höher ausfiel. Nebst unzähligen Grosschancen scheiterten die Solothurner drei Mal an der Torumrandung. Mit einer Dauer von rund 12 Minuten in der Angriffszone von Belp alleine im zweiten Mitteldrittel vermochte der Aussenseiter dann auch nur in Überzahl vereinzelt Akzente zu setzten.

Standortbestimmung gegen Lyss

«Einige meiner Spieler sollten für ihren Schuss einen Waffenschein besitzen – aber sie suchen noch zu viel den komplizierten und daher unnötigen Pass», mahnt Weibel. Zwar erhöhten die Wasserämter im dritten Drittel die Kadenz nochmals und konnten zwei Tore zum 7:3-Endstand erzielen, doch vollends zu überzeugen vermochte der Favorit nie.

«Nach dem Match ist vor dem Match», sagt Weibel, um dann zu präzisieren: « Am nächsten Samstag wartet ein anderer Brocken. Wir werden unter der Woche gut trainieren und schon im Kopf ganz anders in das Spiel gehen, um die erste Standortbestimmung der Saison positiv zu gestalten.» Gegner wird der letztjährige Playoff-Halbfinalgegner aus Lyss sein, der mit zwei Siegen – 5:3 gegen die Argovia Stars und 7:0 im Startspiel auswärts in Belp – in die Saison gestartet ist.