EHC Olten
Eine Demütigung zum Abschluss: Der EHC Olten verliert 2:5 gegen Rapperswil

Der EHC Olten kann das frühzeitige Saisonende nicht verhindern. Die Oltner unterliegen Rapperswil-Jona mit 2:5 im Playoff-Viertelfinal. Nun gilt es, eine verkorkste Saison aufzuarbeiten.

Silvan Hartmann
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Rapperswil - Olten (2016/17 Playoff-Viertelfinal, 5. Partie)
12 Bilder
Jiri Polansky im Bandenzweikampf an der Bande.
Anthony Rouiller hat den Stock oben.
Martin Ulmer am Boden.
Philipp Wüest zieht davon.
Verteidiger Simon Barbero
Ein Laufduell zwischen Rapperswil und Olten.
Jiri Polansky bedankt sich bei den mitgereisten Fans.
Cedric Schneuwly will sich durch die Rapperswiler Verteidigung dribbeln.
Molina bremst einen Oltner an der Bande aus.
Ein Laufduell zwischen Rapperswil und Olten.
Rouiller bejubelt das 0:1.

Rapperswil - Olten (2016/17 Playoff-Viertelfinal, 5. Partie)

TOPpictures/Michael Walch

Es waren schwierige Minuten, die schwierigsten wohl der ganzen Saison. Die Minuten unmittelbar nach dem finalen 2:5 gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Ausgelaugt bedankten sich die Spieler bei den rund 300 mitgereisten EHCO-Fans und schlichen danach mit hängenden Köpfen in die Garderobe, während die Lakers-Fans ihre Mannschaft minutenlang feierten.

Es war Tatsache: Der 3:0-Heimsieg vom Freitag war nicht mehr als ein letztes leises Aufbäumen. Dass die Serie mit 1:4-Siegen nicht hart umkämpfter ausgehen würde, hatte vor Playoffstart niemand gedacht. Unter dem Strich reichten den Lakers fünf solide Playofftage, um der Powermaus die Kraft zu entnehmen.

Und so verabschiedet sich der EHCO erstmals seit drei Jahren (2:4-Viertelfinal gegen La Chaux-de-Fonds) wieder vor den Playoff-Halbfinals in die Sommerpause. Und dies inmitten des NLA-Dreijahresplans, einer Saison, in welcher man als Saisonziel den Playofffinal bekannt gab.

Dabei wurde dem EHC Olten an diesem Fasnachtssonntag ein drittes Heimspiel in der Serie von den Lakers auf dem Silbertablett serviert. Doch die Oltner brachten das Kunststück zustande, aus fünf Powerplays trotz zahlreicher Chancen lediglich mit einem 1:1 in die erste Pause zu gehen.

Die Quittung kam prompt: Mit einer Abfolge lauter defensiver Fehler brachte der EHCO den Gegner ins Spiel, bevor man dieses für sich hätte entscheiden müssen: Casutt, Hügli und Profico brachten die Wende herbei und liessen den Eishockeysport spielerisch einfach aussehen. Schliesslich liess sich als Schlusspunkt EHCO-Torhüter Dominic Nyffeler mit einem Befreiungsschlag über das halbe Feld bezwingen. Es war eine bezeichnende Szene, die eine verkorkste Saison nicht besser hätte darstellen können.

«Das war zu wenig von allem»

Die 1:4-Demütigung der Lakers gilt es beim EHC Olten erst einmal zu verdauen. Klar ist, dass man sich über die Mannschaft hinweg hinterfragen muss und auch Entscheidungen gefällt werden müssen, die inmitten eines NLA-Dreijahresplans wehtun werden.

Sportchef Köbi Kölliker hütete sich unmittelbar nach dem Aus vor vorschnellen Schlüssen: «Ferien? Jetzt beginnt das Analysieren der Saison. Wir werden mit der Mannschaft hart ins Gericht gehen. Wir haben gekämpft, aber wir haben die Saison nicht erst heute verloren und auch nicht in den letzten zwei, drei Spielen», sagt Kölliker und fügt an: «Es stehen viele Gespräche an. Und dabei werden wir versuchen, noch irgendetwas Positives von dieser Saison mitzunehmen.»

Viel Positives konnten die EHCO-Spieler bei den Interviews unmittelbar nach dem Saison-Aus nicht abgewinnen. «Es ist eine grosse Leere da. Die Enttäuschung ist riesig», sagt Captain Stefan Hürlimann, um dann für die Selbstkritik tief Luft zu holen: «Das war einfach zu wenig von allem. Wir sind teilweise in Schönheit gestorben. Hinzu kommt, dass in allen Spielen das Glück nicht auf unserer Seite war, aber dieses kann man auch nur erzwingen, wenn man die Scheibe konsequent vors Tor spielt.»

Telegramm

Rapperswil-Jona - Olten 5:2 (1:1, 1:0, 3:1)

3309 Zuschauer. - SR Wirth/Müller, Kehrli/Ambrosetti. - Tore: 6. Wüst (Rouiller, Truttmann/Ausschluss Maier) 0:1. 18. Casutt (Ausschlüsse Aulin; Fröhlicher) 1:1. 35. Profico (Knelsen/Ausschluss Truttmann) 2:1. 43. Casutt (Hügli) 3:1. 46. Hügli (Ausschlüsse Grossniklaus; Fröhlicher, Polansky) 4:1. 57. Sataric (Schmutz/Ausschluss Hügli!) 5:1. 59. Bagnoud 5:2. - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 5mal 2 Minuten gegen Olten.

Rapperswil-Jona: Melvin Nyffeler; Maier, Sataric; Geyer, Blatter; Grossniklaus, Molina; Gurtner, Studer; Casutt, Knelsen, Hügli; Profico, Aulin, Rizzello; Schmutz, Vogel, Hüsler; Altorfer, Mason, Hoffmann.

Olten: Dominic Nyffeler; Fröhlicher, Rouiller; Kobach, Barbero; Bagnoud, Geiger, Meister; Wüst, Polansky, Truttmann; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Leonelli, Schneuwly, Hirt; Huber, Mäder, Aeschlimann; Hürlimann.

Bemerkungen: Olten ohne Grieder, Chuard (beide verletzt), Schnyder, Pargätzi (rekonvaleszent), Gedig, Diem, Heinimann, Morini, Sahli (alle überzählig).

Lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker von Dominik Holzherr nach:

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