Kunstturnen

Eine 17-Jährige nimmt den Schwung vom Kunstturnen ins neue Leben mit

Eine gute Figur gemacht: Mit Sara Metzger verliert das Schweizer Kunstturnen eine talentierte Sportlerin.

Eine gute Figur gemacht: Mit Sara Metzger verliert das Schweizer Kunstturnen eine talentierte Sportlerin.

Die Solothurnerin Sara Metzger verfolgt die in dieser Woche laufenden Europameisterschaften in Bulgarien am Fernseher. Dies, nachdem die 17-Jährige ihre Laufbahn als Spitzensportlerin im März beendet hat, weil Verletzungen sie zurück warfen.

In Sofia bestreiten die Kunstturnerinnen in dieser Woche die Europameisterschaften. Angeführt werden die Schweizer Damen von Leaderin Giulia Steingruber. Die 20-jährige Ostschweizerin ist das Aushängeschild des Verbandes und die Schweizer Medaillenhoffnung in der bulgarischen Hauptstadt.

Nicht mehr zum Kreis des Teams von Nationaltrainer Zoltan Jordanov gehört Sara Metzger. Die 17-Jährige hat im Vorfeld ihren Rücktritt vom Spitzensport erklärt. Der Anlass in Sofia hätte Metzgers zweite EM-Teilnahme werden sollen. Gesundheitliche Probleme an Rücken und Schienbein warfen sie aber immer wieder zurück.

«Ich war körperlich nie mehr ganz in der Lage, voll zu trainieren», sagt Metzger. Sie bekundete zunehmend Mühe, ihr Niveau zu halten, geschweige sich zu steigern. «Irgendwann bin ich zum Schluss gekommen, dass Aufwand und Ertrag nicht mehr übereinstimmten.» Ende März teilte sie nach reiflicher Überlegung ihren Entscheid mit.

Auch eine Last abgefallen

Anstatt in Bulgarien die Wertungsrichter zu überzeugen, wird sie in dieser Woche ihre ehemaligen Kolleginnen am Fernseher verfolgen. «Das geschieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge.» Unter dem Strich sei es aber eine Last, die weggefallen sei, gibt Metzger zu.

Ihre Bilanz fällt trotzdem positiv aus: «Die Zeit als Turnerin hat mich gestählt. Ich bin viel selbstbewusster geworden.» Sie hat gelernt, mit Stresssituationen umzugehen. Von dieser Lebensschule kann sie heute im Alltag profitieren. Prüfungsnervosität kennt die Schülerin Sara Metzger nicht.

Die Solothurnerin war seit 2012 Mitglied des Schweizer Nationalkaders. Im internationalen Schaufenster präsentierte sie sich vor zwei Jahren mit der Teilnahme an den Europameisterschaften in Brüssel. Mit dem Team belegte sie den 11. Rang. Als sportlich wertvoller bezeichnet die Turnerin vom Gym Center Emme den 7. Platz an der Junioren-EM 2010 im Birmingham. An den Schweizer Meisterschaften gewann Metzger im vergangenen Jahr im Mehrkampf die Bronzemedaille.

In der Balance bleiben

Seit ihrem Rücktritt konzentriert sich Sara Metzger voll auf die Schule. Im nächsten Jahr schliesst sie die Matura ab, danach ist ein Studium denkbar. «Was es genau sein wird, dafür ist es noch zu früh. Ich will mich zunächst an den neuen Rhythmus gewöhnen.»

Seit die stundenlangen Trainings in Leistungszentrum Magglingen weggefallen sind, hat die 17-Jährige vor allem eines: Viel mehr Zeit. «Da muss ich mich zuerst zurechtfinden. In ein Loch bin ich bisher aber nicht gefallen», versichert sie. Die Stufenbarren-Spezialistin bleibt auch nach ihrem Karrierenende in der Balance.

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