Fussball
Ein Zitterspiel mit einem Novum für Wacker Grenchen

Im 2.-Liga-Derby in Mümliswil erzielte Wackers Hamad in der 18. Minute das 1:0 – Ein Novum: Es war das erste Mal, dass die Grenchner in dieser Saison in Führung gehen konnten. In der Nachspielzeit glich Mümliswil mit dem Schuss von Kamber aus.

Hans Peter Schläfli
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Gemeinsam stoppen die Mümliswiler David Kohler und Jörg Müller den Grenchner Thibault Bürki (Mitte).
Thibault Bürki gewinnt ein Kopfballduell für Wacker
Mit allen Mitteln kämpfen der Mümliswiler Adrian Kamber (oben) und der Grenchner Frederico Campos um den Ball
Wackers Verteidiger David Affolter (l.) kann den Ball vor dem Mümliswiler Stürmer Robin Disler wegspedieren

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HPS

Bei perfektem Fussballwetter empfing Mümliswil Wacker Grenchen zu einem wichtigen Spiel im noch sehr langen Kampf gegen den Abstieg. Das Zitterspiel begann mit einem Novum: Als Mohamed Hamad in der 18. Minute sein Tor für die Grenchner schoss, war es das erste Mal in dieser Saison, dass Wacker in Führung gehen konnte. «Ein gutes Gefühl, es könnte öfters so sein», sagte Nico Allemann, Wacker-Goalie und Captain zur Pause.

Mümliswil mit Dreierverteidigung

Mümliswil konnte zwar auf den Rückstand reagieren, kam aber in der ersten Hälfte nur zu einer einzigen hochkarätigen Ausgleichschance. Wacker behalf sich mit kleinen, aber schmerzhaften Fouls, die Schiedsrichter Fritz Wyler zwar konsequent pfiff, aber den Spielfluss bremsten. So stellte Mümliswils Trainer Bruno Kaufmann für die zweite Halbzeit auf eine Dreierverteidigung um und beorderte Nicola Ackermann in die Offensive. Das führte zu noch mehr Ballbesitz, aber weiterhin nur wenigen gefährlichen Aktionen. «Uns fehlen drei verletzte Offensivspieler, das kann die Mannschaft nicht kompensieren», erklärte Kaufmann am Ende die inexistente Durchschlagskraft.

Wacker Grenchen in Unterzahl

In der 54. Minute schwächte sich Wacker selbst: Der bereits verwarnte Aldin Gromilic machte ein weiteres grobes Foul und musste vom Feld. Die Grenchner versuchten mit einer kompakten Defensive den Minimalvorsprung über die Zeit zu schaukeln. Sie kamen zu genau einem gefährlichen Konter, den Kamer Kara Semsi aber kläglich vergeudete.

Mümliswil rannte immer verzweifelter an. Als in der 85. Minute Jérôme Ackermann das leere Tor nicht treffen wollte, zeichnete sich der erste Saisonsieg für Wacker ab. Doch in der Nachspielzeit kam die perfekte Flanke von rechts, die Nicola Ackermann mit dem Kopf zum 1:1 verwertete. In den letzten Sekunden wurde es noch hektischer, denn nach einem weiteren groben Foul sah auch noch Rodrigo Bento gelb-rot. Trainer Pasqualino Gaudiero legte sich gefährlich heftig mit dem Schiedsrichtertrio an, weil er die Kartenflut gegen Wacker nicht akzeptieren wollte.

An der eigenen Nase nehmen

Bei den beiden Platzverweisen müssen sich die Grenchner aber an der eigenen Nase nehmen: Wer schon verwarnt ist, darf einfach keine solchen Fouls von hinten machen. Nachdem auch noch Christian Kamber aus kurzer Distanz über das Tor geschossen hatte, war die Herbstsonne untergegangen und das Spiel aus.

Für Mümliswil ist der späte Ausgleich wie ein Sieg zu werten, der Ende Saison wichtig werden könnte, denn so konnte ein direkter Konkurrent im zu erwartenden Kampf gegen den Abstieg auf Distanz gehalten werden.