Tennis
Ein wichtiger Schritt zurück in die Top 100

Daniel Brands krönt eine perfekte Turnierwoche in Trimbach mit dem Titel und wichtigen Punkten.

Christoph Siegert
Merken
Drucken
Teilen
Daniel Brands war im Final für den Russen Kirill Dmitriev eine Nummer zu gross und gewann deutlich in zwei Sätzen.

Daniel Brands war im Final für den Russen Kirill Dmitriev eine Nummer zu gross und gewann deutlich in zwei Sätzen.

Hansruedi Aeschbacher

In einem würdigen Final siegte der Deutsche Daniel Brands gegen den Russen Kirill Dmitriev mit 6:3 und 6:3 und gewann das ITF Men’s Future Trimbach 2015. Direkt im ersten Spiel zeichnete sich Brands Matchplan ab: Den Gegner mit dem ersten Aufschlag in die Defensive bringen, Druck ausüben und den direkten Punkt erzwingen.

In den ersten drei Aufschlagspielen produzierte Brands noch erstaunliche drei Doppelfehler. Im Laufe des Matches kam allerdings nur noch einer dazu und die Aufschlagquote stimmte einmal mehr. «Es war ähnlich wie im Halbfinal: Ich habe wieder gut serviert, vielleicht etwas schlechter als noch am Vortag. Der Aufschlag war auf diesem Belag sehr wichtig», befand der Turniersieger nach dem Spiel. «Damit konnte ich viele freie Punkte holen.»

Im vierten Spiel des ersten Satzes bei eigenem Aufschlag produzierte Dmitriev gleich drei Fehler, nachdem er Brands fast seinerseits dessen Spiel abgenommen hätte. So kassierte er selbst das Break zum 1:3. Die hohe Fehlerquote zu Matchbeginn legte sich in der Folge auf beiden Seiten. Besonders Brands zeigte jetzt seine Stärken und suchte die Dominanz von der Grundlinie: «Ich habe versucht, Kirill vor allem über meine Vorhand unter Druck zu setzen und habe bei gegnerischem Aufschlag meine Chance mit guten Returnschlägen genutzt», erklärte Brands.

Hartes Match im Final

Auch Dmitriev suchte sein Heil in der Offensive, jagte seine linke Vorhand immer wieder in die Winkel des Feldes und ging oft ans Netz. Als er einen Passierball des Deutschen früh antizipierte und per Rückhandvolley den Punkt für sich entscheiden konnte, zeichnete ein glückliches Lächeln sein Gesicht.

Nicht alle Tage spielt eine Nummer 494 der Welt im Finale gegen einen Top-100-Aspiranten und zeigt sich dabei auch noch von seiner besten Seite. Brands zollte seinem Gegner dementsprechend auch seinen Respekt: «Kirill stand verdient im Final. Er hat das gut gemacht und das Match eng gestaltet. Er hat versucht, mich auf der Rückhand zu halten und ist immer wieder ans Netz gekommen.»

Dmitriev sprach nachher von einem «toughen Match», vor allem wegen Brands’ Aufschlagstärke. «Aber ich habe auch gut aufgeschlagen und selbst versucht, Dominanz auszuüben. Ich bin zufrieden. Das war ein guter Start ins neue Jahr für mich.» Derweil Brand Durchgang eins mit einem perfekten zweiten Aufschlag mit 6:3 für sich entschied.

Nach Krankheit im Aufwind

Während Dmitriev mit zwei Assen in den zweiten Satz startete, musste Brands über Einstand. Hier zeigte sich aber seine Klasse: Die ehemalige Nummer 51 der Weltrangliste forcierte mühelos das Tempo und sicherte sich das eigene Aufschlagspiel. Dmitriev musste kurz darauf das Break zum 1:2 hinnehmen.

Der Deutsche ging im weiteren Verlauf schnell auf die Punkte und gewann seine Aufschlagspiele zügig. Ein Vorhandhammer longline und ein Überkopfball brachten Matchbälle bei Aufschlag Dmitriev. Als dieser seine Vorhand ins Seitenaus setzte, war der Turniersieg Brands perfekt.

Dieser bedankte sich für eine angenehme Woche in Trimbach: «Es war die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Für mich geht es ja darum, mich nach meiner Krankheit wieder hochzuspielen in der Weltrangliste. Die Punkte, die ich mit dem Titel hier geholt habe, helfen mir auf diesem Weg.» Sein Ziel sei es, wieder in die Top 100 vorzustossen. Jetzt heisst es für Daniel Brands erst einmal trainieren. Danach geht es auf Asche, wahrscheinlich nach Casablanca.