Nach dem Sieg vor Wochenfrist gegen Schötz war man auf Seiten des FC Grenchen gespannt, wie sich die Mannschaft nach dem ersten Vollerfolg in der laufenden Spielzeit auswärts bei Tabellenführer Zug 94 präsentieren wird. Die Innerschweizer unter der Leitung von Cheftrainer Martin Andermatt und Co-Trainer Hakan Yakin ist das Team der Stunde und hat mit zuletzt vier Siegen in Serie seine Ambitionen auf einen Aufstiegsplatz eindrücklich unter Beweis gestellt.

Als krasser Aussenseiter versuchten die Solothurner von Beginn weg gegen die Hausherren die Räume eng zu machen und so den Spielfluss der Innerschweizer zu stoppen. Doch bereits in der 8. Minute zappelte das runde Leder erstmals im Netz von Keeper Daniele Persichini, als der Ex-Luzerner Jonas Bernet per Kopf zum frühen Führungstreffer traf. In der 14. Minute profitierte der Zuger Topskorer Petar Ugljesic von einer Unsicherheit von Persichini und traf zum 2:0. Mit einem wahren Spielrausch dominierten die Einheimischen in der Folge die Partie, während die Grenchner in der Defensive völlig überfordert waren.

Angriff um Angriff rollte Richtung Persichini und Nicolas Andermatt liess die Gastgeber erneut jubeln. Das Grenchen in dieser Partie erst in der 23. Minute mit einem harmlosen Abschlussversuch von Syart Bala erstmals vor dem Zuger Torhüter auftauchte, unterstreicht die Harmlosigkeit an diesem Nachmittag. Und es sollte für Grenchen noch viel schlimmer kommen. Noch vor der Pause sorgten Mirzet Mehidic, Nicola Peter sowie Nikola Marjanovic innert nur fünf Minuten für die auch in dieser Höhe verdiente 6:0-Pausenführung.

Auch nach dem Seitenwechsel nutzte Zug seine Freiheiten in den Zweikämpfen resolut aus, wobei die Gegenwehr bei Grenchen ausblieb. Die spielstarken und kompakt aufspielenden Zentralschweizer liessen nach der Pause ob der klaren Führung die letzte Entschlossenheit und Effizienz vermissen, kamen aber dennoch innert elf Minuten noch zu drei weiteren Toren. Pikant: Trotz neun Gegentreffern war der Schlussmann der beste Grenchner Akteur in diesem blassen Team. «Im Zweikampfverhalten fehlte es an der nötigen Aggressivität und und so konnten wir unseren Sieg gegen Schötz nicht bestätigen», zeigte sich Assistenztrainer Roland Güggi enttäuscht. Dieser ernüchternde Auftritt gilt es sofort abzuhaken und eine Reaktion ist nun im Derby gegen Wangen bei Olten gefordert.

Telegramm:

Zug 94 - Grenchen 9:0 (6:0)

Herti Allmend - 320 Zuschauer - SR Bannwart. - Tore: 8. Bernet 1:0, 14. Ugljesic 2:0, 22. Andermatt 3:0, 31. Mehidic 4:0, 32. Peter 5:0, 36. Marjanovic 6:0, 52. Bernet (Foulpen.) 7:0, 56. Sulejmani 8:0, 63. Babatunde (Foulpen.) 9:0.

Zug 94: Marinis; Illic, Babatunde, Salatic, Feuchter (46. Sulejmani); Mehidic (53. Walker), Andermatt, Peter, Marjanovic; Bernet, Ugljesic (68. Mani).

Grenchen:Daniele Persichini; Armin Ibraimi, Bagdasarian (60. Sutter), Belchev, Mustafi (46. Güggi); Sadriji, Agron Ibraimi, Natoski, Januzai, Zayas; Bala (72. Riahi).

Bemerkungen: Zug 94 ohne Baumann, Parente, Allou und Hrgota (alle abwesend) - Grenchen ohne Pepshi (abwesend) und Luca Persichini (gesperrt). 65. Lattenschuss Ugljesic. Verwarnung: 51. Nastoski (Foul).