Schwingen
Ein weiteres Ausrufezeichen von Patrick Räbmatter

Patrick Räbmatter aus Uerkheim reitet weiterhin auf einer Erfolgswelle und gewinnt die Engelberg-Schwinget souverän. Der Solothurner Thomas Stüdeli hatte im Schlussgang das Nachsehen.

Michael Schenk
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Der Schlussgang mit dem Uerkner Patrick Räbmatter (oben) und dem Bellacher Thomas Stüdeli. Hansruedi Aeschbacher

Der Schlussgang mit dem Uerkner Patrick Räbmatter (oben) und dem Bellacher Thomas Stüdeli. Hansruedi Aeschbacher

Hansruedi Aeschbacher

Im Schlussgang des 7. Engelbergschwinget standen sich der 23-jährige Aargauer Patrick Räbmatter und der sieben Jahre ältere Solothurner Thomas Stüdeli vis-à-vis. Nach knapp sechs Minuten deponierte der 153 Kilogramm schwere und 188 cm grosse «Einheimische» seinen Widersacher mittels Kreuzgriff im Sägemehl. Dies, nachdem sich die beiden Mitfavoriten bereits im Anschwingen begegnet waren und den Gang gestellt hatten.

«Ich freue mich sehr», sagte Räbmatter, der vom Festplatz aus quasi sein Zuhause sieht. «Auch deshalb bin ich immer gern auf dem Engelberg dabei», so der in jüngster Zeit zusehends für Furore sorgende Chauffeur und Disponent. Der Sieg auf dem Engelberg war für den Mann vom SK Zofingen in diesem Jahr der zweite Triumph an einem Rangschwinget. Räbmatter schwang im April bereits auf dem Guggibad obenaus.

Auf dem Stoos brilliert

Für ein fettes Ausrufezeichen sorgte der «Apparat» jedoch vor drei Wochen auf dem Stoos. Mit vier Siegen – unter anderem gegen Bruno Nötzli, Alex Schuler und Reto Gloggner – sowie zwei Niederlagen – gehörte der junge Aargauer letztlich zu jenen nur 15 Aktiven, die am Abend vor die Kranzjungfer treten durften. Nebst ihm schaffte dies aus Nordwestschweizer Sicht nur Christoph Bieri. «Das war einer der schönsten Momente meiner Karriere.»

Auch am Innerschweizerischen vor Wochenfrist in Seedorf legte Räbmatter los wie die Feuerwehr. Nach Siegen gegen Adi Laimbacher und Andreas Ulrich sowie einem Gestellten gegen Marcel Mathis – alles Eidgenossen notabene – lag der Aargauer bei Halbzeit fantastisch im Rennen. «Schliesslich musste ich dann aber doch ohne Kranz nach Hause», hält der Mann mit massenhaft Potenzial zum ganz Bösen fest. Die Nerven und für ihn vielleicht auch das Wetter spielten (noch) nicht ganz mit.

Der eidgenössische Kranz nächstes Jahr in Estavayer ist natürlich das mittelfristig höchste Ziel des inzwischen 14-fachen Kranzers. Hält Räbmatter die jüngst angeschlagene «Pace» durch, so hat er zweifellos allerbeste Aussichten, dieses für jeden Schwinger höchste der Gefühle in gut einem Jahr am Südufer des Neuenburgersees zu erleben. Dass er an einem guten Tag jeden Top-Hosenlupfer knicken kann, hat der Uerkner unterdessen oft genug bewiesen. So auch am eigenen Teilverbandsfest voriges Jahr in Zuchwil, als er nach abschliessenden Siegen gegen Bruno Gisler und Michael Bless glänzender Zweiter wurde.

Die Berner sind gewarnt

Insofern müssen sich die Berner am kommenden Sonntag vor dem Gas gebenden Youngster gehörig in Acht nehmen. Dann nämlich, wenn auf dem Weissenstein die Kränze verteilt werden. «Auch die Berner sind zu packen», sagt Räbmatter gelassen. Der Kranz sei sein Ziel. In dem Sinn erstaunte es nicht, wenn ihm der Sieg auf dem Engelberg den letzten Kick verliehen hätte, um sich dieses Weissenstein-Eichlaub in wenigen Tagen erstmals zu erkämpfen.