Unihockey

Ein wahrer Unihockeykrimi in der Wankdorfhalle

Perfekte Dramaturgie im Ligacupfinal der Frauen in Bern, den Oekingen gegen Gossau mit 4:3 gewinnt.

Dramaturgisch vollkommener hätte selbst Star-Regisseur Roland Emmerich den Film zum Ligacupfinal der Frauen nicht inszenieren können. Titelvorschlag: «Auge um Auge, Tor um Tor». Vor Jahresfrist waren es die amtierenden Schweizer Meisterinnen aus der Ostschweiz, die den Cupfinal gegen die gleichen Solothurnerinnen 4:3 gewannen. Diesmal wars Oekingen, das Gossau mit 4:3 die 2 an den Rücken spielte und zur 1 wurde. Ja, mehr noch der Parallelität: Die Vizemeisterinnen aus dem Wasseramt gingen, wie Gossau 2011, schnell 3:0 in Führung. Und dito der Partie vor 12 Monaten wurde es zum Schluss ganz eng für die Siegerinnen. «Wir haben uns bewusst auf einen starken Beginn eingestellt, und dies im Training auch so geübt», hielt Oekingens Coach Beni Hofer nach der Partie fest. Gezieltes Schusstraining war da dabei, bei dem primär auf höchste Zielgenauigkeit Wert gelegt wurde.

Jäggis Weckruf-Knaller

Die Rechnung ging mit dem schnellen 3:0 ideal auf. Die Gossauerinnen, präsenzmässig bisweilen noch auf den 220 Kilometern zwischen Heimat und Hauptstadt, waren nach dem Anpfiff nicht «ready». Derlei wurden sie vom mit zwei Linien und Einzelauswechslungen agierenden Gegner förmlich überfahren. «Nach dem 3:0 wurden wir aber zu passiv», räumte Coach Hofer selbstkritisch ein. Und wie es so ist, wenn dem so ist, baut sich der Gegner auf. Die Ostschweizerinnen kamen Tor um Tor ran und übernahmen das Kommando. 12 Sekunden vor Schluss des Mitteldrittels gelang den St.Gallerinnen der Anschlusstreffer; in der 46. Minute dann gar der Ausgleich. Allein einem Energieschub der erfahrenen Corinne Jäggi hatte es der UHC Oekingen zu verdanken, dass er aus diesem Negativ-Strudel, in den er sich selbst hinein «nichtgespielt» hatte, rausgerissen wurde. Ein «Hallo-wir-müssen-was-tun-Schrei» war Jäggis Treffer zum 4:3. Die zur besten Oekingerin ausgezeichnete Akteurin erzielte aus der Drehung die neuerliche Führung, und brach damit den Lauf Gossaus. Das ganze Glück in der 49. Minute. «Es war wichtig, dass wir die besten Kräfte im Mitteldrittel etwas zu schonen versuchten. So konnten wir in der Schlussphase noch einmal Vollgas geben», sagt Beni Hofer.

Folge 2 in den Playoffs?

Mit dem nötigen Glück jedes Siegers, Abgeklärtheit und Einsatz brachten die Solothurnerinnen das Ding schliesslich über die Runden. Mit der Nummer 1 müssen sich die zuletzt primär mit der 2 bescherten Oekingerinnen freilich erst noch ein bisschen anfreunden. Das tut aber gar nicht weh. Die nächste Gelegenheit, mit Gossau die 2 gegen die 1 zu tauschen, kann sich bereits Anfang April bieten. Dann, wenn der Playoff-Final terminiert ist. Letzte Saison verloren die Solothurnerinnen die Serie 1:2 und das letzte Spiel mit 4:5. Nun, wie bei jedem guten Film kommt heutzutage schnell eine Folge 2 ins Kino – oder eben in die Turnhalle.

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