Unihockey
Ein Vorgeschmack auf die Playoffs: Wiler-Ersigen verliert nach Spektakel

Tore satt in Zuchwil: Der Gastgeber unterliegt den Grasshoppers nach Penaltyschiessen mit 10:11. Dabei zeigten die Berner vor allem in der ersten Spielhälfte ungewohnte Schwächen, welche der letztjährige Playoff-Finalgegner gnadenlos ausnutzte.

Daniel Weissenbrunner
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Flut an Toren und Emotionen: Wilers Dave Wittwer (l.) im Element. Bieri

Flut an Toren und Emotionen: Wilers Dave Wittwer (l.) im Element. Bieri

Ganz am Ende wurde es im Sportzentrum in Zuchwil dramatisch. Wiler-Ersigen, das lange wie der sichere Verlierer aussah, rettete sich mit einem fulminanten Finish in die Overtime. Nico Berlinger erzwang acht Sekunden vor dem Sirenenton mit dem 10:10 die Verlängerung. Zum zweiten Mal musste in dieser Saison ein Penaltyschiessen zwischen den beiden Mannschaften die Entscheidung bringen. Ausgerechnet Berlinger war es schliesslich, der beim letzten Versuch scheiterte.

Der Qualifikationssieger wird somit erst in der allerletzten Runde heute Sonntag ermittelt sein. Der schärfste Widersacher von Wiler-Ersigen, Alligator Malans, siegte im Bündner Derby gegen Chur 8:2 und bleibt dem amtierenden Meister weiterhin dicht auf den Fersen. Dem Team von Trainer Heikki Luukkonen dürfte diese Ausgangslage nicht ungelegen kommen. Seine Spieler sind gezwungen, die Konzentration hochzuhalten.

Gegen die Grasshoppers offenbarte Luukkonens Mannschaft in der ersten Spielhälfte ungewohnte Schwächen. Der letztjährige Playoff-Finalgegner deckte die Mängel bei den Bernern ein ums andere Mal auf. Leidtragender war Torhüter Samuel Zimmermann, der nach dem ersten Drittel beim Stande von 1:5 Daniel Streit Platz machen musste.

Die Partie war ein kleiner Vorgeschmack auf die entscheidende Meisterschaftsphase, die am 9. Februar mit den Viertelfinals eingeläutet wird. In puncto Intensität liessen beide Teams gestern ihre Muskeln spielen. Ansehnlichstes Beispiel war das Renkontre zwischen Dave Wittwer und Michael Zürcher. Die Nationalmannschaftskollegen gerieten im zweiten Drittel aneinander und durften ihre überhitzten Gemüter auf der Strafbank abkühlen. Die Contenance verlor für einmal auch Heikki Luukkonen, der sich nach einem Foul an Michael Garnier mit dem Schiedsrichter anlegte.

Die zuletzt schwächelnden Zürcher präsentierten sich in bester Spiellaune. Angetrieben von ihrem impulsiven Trainer Magnus Svensson und der Paradelinie mit Michael Zürcher und Nico Scalvinoni, entwickelte sich eine Partie von hohem Unterhaltungswert mit einer wahren Torflut. 21 Treffer standen am Schluss auf der Anzeigetafel. Trotz der Niederlage kann sich Wiler den Qualifikationssieg aus eigener Kraft sichern. Mit einem Erfolg heute in Chur darf der Meister auch in diesem Jahr als Erstes seinen Viertelfinalgegner wählen.