EHC Olten

«Ein verbissener Typ» – «Ein Pitbull» – «Ein Haudegen»: Sportchef Marc Grieder stellt seine EHCO-Spieler vor

EHCO-Sportchef Marc Grieder muss den Gürtel bei der Kaderplanung enger schnallen.

EHCO-Sportchef Marc Grieder stellt vor dem Saisonstart vom Freitag seine 25 Spieler vor. Der 34-Jährige verrät, wo ihre Stärken liegen und wo ihr Potenzial schlummert. Er sagt: «Diese Mannschaft hat Charakter.»

500 000 Franken musste Sportchef Marc Grieder nach der negativen Bilanz der vergangenen Saison bei der Mannschaft einsparen. Ihm ist es dennoch gelungen, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Erschwert wurde das Projekt, indem überdurchschnittlich viele Spieler ihren Rücktritt bekannt gaben oder den Klub aus anderen Gründen verliessen. Und so hat der EHCO 14 neue Gesichter in seinen Reihen. Sportchef Marc Grieder stellt deshalb die Spieler vor – mit ihren Stärken und Schwächen.

Simon Rytz, Torhüter, #22

«Einer der Dienstältesten, startet in die dritte EHCO-Saison. Er spielt wieder auf einem absoluten Topniveau. Er geht als klare Nummer eins in die Saison. Er wollte in diese Position kommen – und er hat sie sich auch verdient. Er hatte in den vergangenen beiden Saisons immer wieder sehr gute Phasen. Ich bin überzeugt, dass er auch in dieser Saison wieder hervorragende Leistungen abrufen kann.»

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Silas Matthys, Torhüter, #34

«Ich will nicht sagen, dass wir ihn als Nummer zwei verpflichtet haben. Er wurde geholt, um Simon Rytz unter Druck setzen zu können. Das ist auch sein persönlicher Anspruch. Er ist einer, der hart arbeiten kann. Er hat noch Luft nach oben, vor allem wenn man mit ihm arbeitet. Ich gehe davon aus, dass er Simon auf den Fersen bleiben wird und eine echte Konkurrenz sein kann. Er hat eine sehr gute, überzeugende Vorbereitung bestritten.»

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Simon Lüthi, Verteidiger, #8

«Auch er geht in die dritte Saison beim EHCO. Man darf von ihm etwas mehr erwarten als in den vergangenen zwei Jahren. Er hat noch Potenzial, ist fast überall einsetzbar. Kann er die Rolle, die er sich wünscht und die wir von ihm erwarten, erfüllen, dann wird er eine gute Saison spielen. Ich hoffe, er bleibt verletzungsfrei, denn er ist ein Zugpferd in der Defensive.»

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Janis Elsener, Verteidiger, #10

«Ich wollte ihn unbedingt, ein super Verteidiger! Seine Einstellung ist lobenswert, sehr beispielhaft, schon in seinem jungen Alter. Er hat eine sehr starke Saison bei der Zuger Academy gespielt, ist sehr agil und polyvalent einsetzbar. In den Sommermonaten hat er noch einmal etwas an Muskelmasse zugelegt, wird mehr und mehr den Lead übernehmen. Ich sehe ihn durchaus als Top-4-Verteidiger. Er soll mit seinem starken ersten Pass unser Spiel hinten raus etwas variabler und schneller gestalten, aber doch mit einer gesunden Ruhe. Ich verspreche mir sehr viel von ihm.»

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Stéphane Heughebaert, Verteidiger, #15

«Er muss definitiv böser werden, aggressiver spielen. Er muss nun das Juniorensein abstreifen, frischer aufspielen, mit etwas mehr Selbstvertrauen auftreten. Sein Spiel ist noch zu sehr ein Reagieren statt ein Agieren. Er hat im Sommer viel Masse zugelegt und muss sich nun auf dem Eis etwas daran gewöhnen. Für ihn wird die Saison eine grosse Herausforderung. Er war mal Center und hat dadurch eine gute Spielübersicht. Die Chance, dass er auf dem Eis Verantwortung übernehmen kann, ist mehr als intakt.»

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Cédric Maurer, Verteidiger, #27

«Verfügt über einen sehr guten Schuss. Spielte eine sehr solide Vorbereitung, war manchmal aber auch etwas glücklos. Er kann im Zweikampf physisch dagegenhalten und strahlt Ruhe aus. Für ihn ist es auch eine grosse Umstellung, er hat nun arrivierte Verteidiger neben sich. Der Druck nimmt nicht zuletzt auch bei ihm zu, es gibt nun eine etwas grössere Erwartungshaltung als noch bei der EVZ Academy. Ich bin mir sicher: Er wird das annehmen und sich weiterentwickeln.»

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Anthony Rouiller, Verteidiger, #33

«Einer der wichtigsten Verteidiger. Er kann als Offensivverteidiger eine Rolle einnehmen, die unbestritten ist und ligaweit seine Konkurrenz sucht. Kann sich defensiv noch weiterentwickeln und sich gerade beim Tempo nach vorne in der Auslösung steigern. Aber nun an der Schulter schwerer verletzt – es tut mir sehr, sehr leid für ihn. Das ist einfach verdammt unglücklich. Er hat sich nun in jeder EHCO-Saison ernsthafter verletzt. Ich wünsche ihm, dass er mal eine Saison hat, in der er verletzungsfrei bleibt.

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Riccardo Sartori, Verteidiger, #55

«Hat ein unglückliches Interview gegeben, ich weiss aber auch nicht, ob es wirklich richtig übersetzt wurde. Ich habe mich mit ihm unterhalten, das Thema ist vom Tisch (Anm.: Sartori sagte, dass er so schnell wie möglich, lieber heute als morgen, wieder in der National League sein möchte). Hatte vergangene Saison eine Verletzung, seine Vorbereitung war etwas holprig, nicht so sattelfest, wie man es von ihm erwarten kann. In den Zweikämpfen sieht man, dass er Potenzial für die National League hat und auch schon Erfahrungen sammeln konnte. Kann er sein Potenzial abrufen, dann wird er eine tragende Rolle einnehmen.»

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Daniel Eigenmann, Verteidiger, #64

«Ein mannschaftsdienlicher Typ. Aber auch er ist nicht vom Glück gesegnet: Der unglückliche Armbruch in der vergangenen Saison hatte ihn etwas aus der Bahn geworfen. Er hat nun hart an sich gearbeitet, um wieder den Anschluss zu finden. Läuferisch auf einem Topniveau, ein starker Schuss, ein Mann fürs Powerplay. Defensiv steht er stabil, aber trotz allem auch noch steigerungsfähig. Er muss nun auch wieder beweisen, dass er eine wichtige Stütze im Team ist. Er wird es tun.»

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Philipp Rytz, Verteidiger, #77

«Ich weiss und er weiss, warum er bei uns ist: Er ist der Fels in der Brandung, den wir in unserer Verteidigung dringend brauchen. Wie er das Spiel führt, seine Professionalität, sein Charakter, die Art und Weise, wie er auf der Bank reagiert und sich in der Garderobe verhält – er ist ein absoluter Leader im Team. Die Entscheidung, dass er die Captainrolle übernimmt, war für die Coaches sehr schnell gefällt. Ich vertrete den Entscheid. Er hat eine grosse Erfahrung, zeigt viel Herz und hat auf dem Eis auch das Böse in sich, das er hoffentlich als Captain etwas besser kontrollieren kann. Ihn will man unbedingt im eigenen Team haben.»

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Lukas Haas, Stürmer, #9

«Er hat ein Riesenauge! Aber Genie und Wahnsinn liegen nahe beieinander. Wenn ich seine Spiele von der Tribüne sehe, würde ich ihn manchmal gerne anschubsen. Man hat das Gefühl, er könnte noch so viel mehr. Man fragt sich dann jeweils: Kann oder will er nicht mehr? Er hat zweifellos eine Qualität, die man in dieser Liga sucht. Der Eigenantrieb von ihm ist da, er beklagt sich nie, stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Vergangene Saison war er Captain, nun Assistenzcaptain, er hat die Entscheidung sehr professionell akzeptiert.»

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Dominic Weder, Stürmer, #11

«Technisch und läuferisch sehr beschlagen. Ich weiss, warum er von Arno in Davos einen Vertrag erhalten hat: Er ist sehr talentiert. Ich bin überzeugt, dass er mit seinem Läuferischen, seiner Spielübersicht, seiner Toughness, dem Ungestümen, Wilden auf die arrivierten Spieler Druck ausüben wird. Wir werden Freude an ihm haben.»

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Esbjörn Fogstad Vold, Stürmer, #14

«Ihn haben wir aus dem Vertrag geholt in Bern. Er hat in Visp sehr überzeugt. Mit seiner Physis bringt er viel Wasserverdrängung mit, die uns noch etwas gefehlt hat. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er, mit Trainer Fredrik auf gleicher Wellenlänge, den Knopf bei uns so richtig öffnen wird. Kann er seinen Körper noch etwas idealer einsetzen, wird er sehr wichtig für diese Mannschaft.»

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Alban Rexha, Stürmer, #16

«Ein unglaublich verbissener Typ, ein absoluter Profi, der für diesen Sport lebt. Er trainiert wie ein Stier, hat in meinen Augen alles, was es braucht, muss aber sein Können noch aufs Eis bringen. Ihm würde es als mannschaftsdienlicher Spieler guttun, frisch von der Leber zu spielen. Er ist immer etwas auf der Suche nach persönlichen Erfolgserlebnissen, und wenn er sie hat, steigert er sich. Defensiv wird er seine Aufgabe übernehmen, und wenn es ihm auch offensiv läuft, wird er eine grosse Rolle einnehmen. Er spürt einen gesunden Druck der Jungen. Ich wünsche mir, dass er aufblüht.»

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Jewgeni Schirjajew, Stürmer, #18

«30 Tore in der Qualifikation, bester Schweizer Spieler, eine wichtige Stütze in diesem Team. Ein grosses Zugpferd, hat sich menschlich noch einmal stark entwickelt. Er hat den Zug aufs Tor, den unbändigen Willen, den Treffer erzielen zu wollen. Er ist sehr emotional auf dem Eis, schaut nicht zu viel nach links und nach rechts. Er hat im Abschluss den gewissen Egoismus, der uns etwas fehlte. Man darf nicht zu viele Typen seiner Art haben, aber sie sind unglaublich wichtig für ein Team. Seine grosse Challenge wird sein, defensiv noch etwas stabiler zu werden. Schafft er das, wird er sein Spiel noch einmal auf ein neues Level hieven.»

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Dion Knelsen, Stürmer, #19

«Die Leute haben nach einem solchen Ausländer gerufen, nun ist er da. Zweit- oder drittbester Bullyspieler der NLA, ein absoluter Vollprofi. Er verbrachte die Vorbereitungszeit im Sommer in der Schweiz, kann sich absolut identifizieren mit dem Team, mit dem Verein, mit Olten. Er integriert sich leicht, übernimmt Verantwortung. Er wird diese Herausforderung annehmen. Er und seine Familie fühlen sich sehr wohl in Olten, das ist ihm wichtig. Er hat eine grossartige Persönlichkeit und wird von allen sehr geschätzt. Wir dürfen einiges von ihm erwarten.»

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Jerome Lanz, Stürmer, #63

«Er ist für mich ein kleiner Pitbull. Ein Aggressivleader, ein aufgestellter, freundlicher Zeitgenosse. Ich denke, er wird ein wenig unterschätzt. Er ist sehr mannschaftsdienlich. Spieler wie er werden gesucht. Spieler, die jede Sekunde, jede Minute auf dem Eis schätzen, 120 Prozent Einsatz geben und dranbleiben. Er ist vielleicht kein Rollenspieler, aber er wird alles daransetzen, sein grosses Potenzial auszuschöpfen.»

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Michael Rudolf, Stürmer, #71

«Ich hatte ihn in der vergangenen Saison einige Male spielen gesehen. Ich sehe in ihm den nächsten Rüfenacht vom SCB. Er ist neben dem Eis eine ruhige Person, aber auf dem Eis ist er gradlinig, physisch sehr robust und präsent, er räumt aus dem Weg, was in die Quere kommt. Fällt ihm dann noch die eine oder andere Scheibe im Abschluss ins Tor, dann entwickelt er sich zu einem echt grossen Rollenspieler. Er hat sich zuletzt immer besser zurechtgefunden und ich hoffe, dass er sich weiterhin kontinuierlich steigert.»

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Diego Schwarzenbach, Stürmer, #72

«Hatte eine sehr gute vergangene Saison. Seit er zurück ist von La Chaux-de-Fonds konzentriert er sich auf das Wesentliche und hat sich menschlich auch noch einmal stark entwickelt. Er weiss auch: Er wird älter, muss mehr machen für seine Fitness, für sein Spiel. Er hat ein gutes Auge und einen guten Schuss, ein Mann fürs Powerplay. Physisch nicht so robust wie andere, aber er muss sich dennoch in den Zweikämpfen nicht verstecken. Er wird sich seine Eiszeit verdienen müssen. Ich bin überzeugt: Er wird wieder seinen Beitrag leisten und seine Punkte sammeln.»

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Garry Nunn, Stürmer, #89

«Er ist genau der Typ Ausländer, den ich noch wollte: Ein Rechtsschütze, der läuferisch sehr gut ist, den Abschluss sucht, aber auch eine überdurchschnittliche Spielübersicht hat und sich unglaublich professionell verhält. Er hat einen herausragenden Charakter, verfolgt auch seine Ziele auf dem Eis, stellt aber das Team in den Mittelpunkt. Er bringt die nötige Erfahrung mit, die auch wertvoll ist für unsere Jüngeren. Er wird viel Eiszeit erhalten. Leider hat er sich in der Vorbereitung unglücklich verletzt, nichtsdestotrotz wird er bereit sein zum Saisonstart.»

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Stan Horansky, Stürmer, #91

«Vom Spielstil her einer der attraktivsten Spieler, den ich je auf Schweizer Eis gesehen habe. Man hört oft: Irgendetwas kann ja nicht stimmen, dass er nicht National League spielt. Seine Schönheit muss er nur noch ummünzen in Kaltblütigkeit, in Skorerpunkte umwandeln, noch gradliniger aufs Tor ziehen. Und sein Defensivspiel, sein Schwachpunkt, muss noch verlässlicher werden, dann wird er uns viel Freude bereiten. Er muss noch etwas das Puckverliebte ablegen, konsequent nach vorne spielen, auch er ist ein ungemein wichtiger Spieler im Team. Wird sich auch von der aktuellen Verletzung zurückkämpfen.»

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Silvan Wyss, Stürmer, #93

«Der Haudegen. Ein Kraftstürmer. Er hat eine sehr offene, ehrliche, sympathische Art. Er bringt seinen Körper ins Spiel. Etwas mehr Zug aufs Tor würde ihm guttun. Er ist immer gut für wichtige Tore. Einer, der etwas erreichen will, manchmal fast zu viel, dadurch steht er sich auch mal selber etwas im Weg. Er hatte ein sehr starkes erstes Jahr beim EHCO, in der vergangenen Saison hat er zu viel überlegt. Aber einer, der sich freut, dass neue Spieler gekommen sind. Er wird seine Rolle, das Physische, annehmen müssen – auch im Boxplay. Er wird eine sehr wichtige Figur. Die Vorbereitung war mit seiner Rückenverletzung schwierig.»

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Marco Truttmann, Stürmer, #94

«Er hat in den vergangenen drei Jahren seine persönlichen Erwartungen und jene des Klubs nicht erfüllen können. Absolvierte 2018/19 nur 17 Spiele, war viel verletzt – auch sehr unglücklich. Die Qualitäten schlummern in ihm, er ist noch immer einer der besten Spieler. Er hat einen guten Sommer hinter sich, hat hart trainiert. Er ist bekanntlich eine eigenwillige Persönlichkeit: Die Kunst wird sein, die Balance zu finden zwischen den eigenen Ideen und dem grossen Ganzen. Ich höre immer: «Wenn er Lust hat, dann» – das soll nicht sein. Er hat eine hohe Erwartungshaltung an sich selber, das gefällt mir. Es liegt an ihm, zu liefern.»

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Joel Salzgeber, Stürmer

Keijo Weibel, Stürmer

«Zwei super Typen. Sie holen jeden Tag ihr Bestes aus sich heraus. Sie haben die B-Lizenzen verdient, sind gerne bei uns und schätzen es, dass sie sich bei uns weiterentwickeln können. Sie sind beide U20-Natispieler mit grossem Potenzial. Ich will diesen Spielern eine Chance geben, damit sie sich bewähren können. Ich hoffe, dass sie die Rolle bekommen, die sie sich vorstellen. Es wäre auch ein schönes Zeichen für die Arbeit des EHC Olten, wenn sie sich bis Ende Jahr etablieren könnten und ein Nati-Aufgebot für die U20-WM im Dezember erhalten würden.»

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