Snowboard
Ein Unterländer in Davos auf der Überholspur

Der 14-jährige Sandro Perrenoud aus Steinhof setzt voll auf die Karte Boardercross und hat hohe Ziele. Er möchte mal an der Olympiade teilnehmen.

Mirco Klaus
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Solothurner Zeitung

Sandro Perrenoud aus Steinhof hat sich gut eingelebt in Davos. Seit diesem Sommer besucht das Boardercross-Talent das Sportgymnasium. Angefangen aber hat die Erfolgsgeschichte schon viel früher. Dank der Ferienwohnung seiner Familie in Zweisimmen erlernte er sehr früh
das Skifahren. «Schon als ich drei war, ging ich regelmässig in die Berge und stand das erste Mal auf Ski», so Perrenoud. Aber er hielt dem Skifahren nicht lange die Treue, denn schon früh bewunderte er die Snowboarder.

Mit fünf machte er in der Snowboardschule Saanenmöser die ersten Versuche auf dem Brett und zeigte viel Talent. Darum wurde er kurze Zeit später auch in die Boarding Association Berne (BABE) aufgenommen. In diesem Regionalkader der Nordwestschweiz hatte er die Möglichkeit, jedes zweite Wochenende in Saas-Fee an seinen Fähigkeiten zu feilen.

«Ich war schon in jungen Jahren praktisch jedes Wochenende in den Bergen. Das Snowboarden wurde schnell zu einem festen Bestandteil in meinem Leben», sagt Perrenoud. Zu der Speed-Disziplin Boardercross ist er nur gekommen, da die Trainer ihn schon für zu alt hielten, um ihn noch für die Freestyle-Disziplinen Big Air oder Halfpipe umzuschulen. Ein Glücksfall für Perrenoud.

Der Umzug in den Schnee

Da die vielen Reisen sehr teuer und anstrengend geworden sind und die Eltern nicht mehr adäquate Trainingspartner waren, hat sich der Steinhofer entschlossen, in den Schnee nach Davos zu ziehen. Am Morgen in die Schule, am Nachmittag auf die Piste. Ein Traum für jeden Unterländer: «Es ist grossartig hier. Ich habe die Möglichkeit, meine Matura zu machen und mich neben-
bei mit den Crossern des nationalen C-Kaders zu messen.»

Regelmässig kann er mit dem C-Kader, wo die besten Nachwuchsfahrer von Swiss Snowboard mitfahren, trainieren. Er habe schon «enorme Fortschritte» erzielt, meint Perrenoud zu den neuen Trainingsbedingungen. Aber die Entscheidung für Davos fiel ihm nicht leicht: «Alte Schulfreunde, meine anderen Hobbys wie Fussball und meine Familie vermisse ich auch heute noch oft. Doch ich bereue den Schritt ins Sportgymnasium nicht und bin voller Tatendrang.»

Schritt für Schritt

Bereits jetzt ist er der Beste in seinem Alter: Neben dem Schweizer-Meister-Titel konnte er dieses Jahr auch die Gesamtwertung der U14 für sich entscheiden. Darum hat er auch schon weitere Ziele. Er will die Qualifikation als Vorläufer der FIS-Rennen schaffen und sich dort gegen Fahrer aus allen Altersstufen bewähren. Für die Hauptrennen ist er noch zu jung.

Längerfristig hat er noch andere Ziele, aber daran will er noch nicht zu viele Gedanken verschwenden. «Klar wäre Olympia das Ziel. Gerade in meiner Disziplin ist es das Highlight, aber vorerst muss ich meinen Weg gehen und Schritt für Schritt nehmen.» Und falls es mit der Boardercross-Karriere nicht klappen sollte, hat Perrenoud dank der Matura alle Möglichkeiten offen: «Sicher muss es etwas mit Sport zu tun haben, am liebsten würde ich eine Ausbildung zum Physiotherapeuten machen.» Und fügt an: «Aber hoffentlich erst nach meiner Boardercross-Karriere.»

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