Unihockey
Ein Unihockey-Hochdruckgebiet über Wiler-Ersigen

Wiler-Ersigen macht einen wichtigen Schritt Richtung Final. Die Mannschaft von Johan Schönbeck liegt in der Serie gegen die Grasshoppers mit 2:0 in Führung. Das entscheidende Tor in der Verlängerung erzielte Dave Wittwer.

Daniel Weissenbrunnner
Drucken
Teilen
Patrick Mendelin traf kurz vor Schluss zum 6:6-Ausgleich für Wiler-Ersigen.

Patrick Mendelin traf kurz vor Schluss zum 6:6-Ausgleich für Wiler-Ersigen.

Marcel Bieri

März 2014 in Zürich: Rekordverdächtige 14 Grad Celsius zeigte das Thermometer gestern Abend bei Spielbeginn um 19 Uhr an. Drinnen in der Hardau-Halle versprühten die légère gekleideten Zuschauer mediterranes Ambiente. Heiss ging es auch auf dem Feld los. Wiler entfachte zu Beginn, unter gütiger Mithilfe der Platzherren, ein regelrechtes Feuerwerk. Die Berner führten, vor allem in dieser Deutlichkeit völlig überraschend, mit 5:2. Überraschend deshalb, weil Johan Schönbeck wieder gezwungen war, zu improvisieren. Neben den verletzten Gerber, Michael Garnier und Berlinger fehlte auch Philipp Fankhauser. Passend zum aktuellen Temperaturüberschuss lag der Stürmer mit Fieber im Bett. Dem Wiler-Trainer blieb aufgrund der dünnen Personaldecke nichts anderes übrig, als mit nur zwei kompletten Linien zu spielen. Für das Ausrufezeichen sorgte allerdings Deny Känzig vom Entlastungsblock. Das 17-jährige Talent erzielte zwei Treffer und wurde zum besten Spieler gewählt.

Zunächst wurden Känzig und seine Teamkollegen von einem heftigen Zürcher Frühlingsgewitter durchgeschüttelt. Mit Beginn des zweiten Drittels war die Herrlichkeit der Gäste vorerst vorbei. Die Wiler litten zusehends an Überhitzung und verloren den Faden. «Vielleicht ging es am Anfang zu einfach. Es ist unerklärlich, wie wir plötzlich abbauten», rätselt Johan Schönbeck. Seine Spieler bauten dramatisch ab und standen unter Dauerbeschuss. Wie gross der Kräfteverschleiss in dieser Phase war, zeigte sich am Beispiel von Nicolas Wolf. Der Torhüter, der eine starke Leistung bot, musste sich kurz vor der zweiten Sirene, von Krämpfen geplagt, behandeln lassen.

Dass nicht nur die Meteorologie keine genaue Wissenschaft ist, sondern auch Unihockey, belegte die gestrige Partie. GC führte 6:5 und hatte alle Vorteile auf seiner Seite. Bis Wiler-Ersigen Hüter Wolf gegen einen sechsten Spieler einwechselte und Patrick Mendelin den Ausgleich erzielte. «Die Mannschaft hat eindrücklich gezeigt, dass sie Charakter hat», lobte Johan Schönbeck sein Team. In der Verlängerung war schliesslich Dave Wittwer verantwortlich, dass sich die Hochdruckzelle in dieser Serie weiter über Wiler ausbreitet. Sein satter Schuss unter die Latte in der sechsten Minute der Overtime bringt die Grünweissen in eine formidable Ausgangslage.

Aktuelle Nachrichten