Es war das Schlussbouquet unter einen einseitigen Spitzenkampf in der Schönbühler Raiffeisen-Arena, die mit einer Doppelveranstaltung (im Anschluss spielten Tigers Langnau und Malans) ein Unihockey-Grosskampftag erlebte.

Mehr Widerstand erwartet

Auch Johan Schönbeck zeigte sich erstaunt, wie einfach sein Team zu den drei Punkten kam. «Ich hätte etwas mehr Widerstand erwartet», gestand der Wiler-Trainer. Nach den zuletzt mässigen Auftritten gegen Uster und Kloten-Bülach Jets fanden seine Spieler zurück in die Spur. Ohne den Sieg der Wiler schmälern zu wollen: Der Grund für die Dominanz hatte den Ursprung bei den Könizern. Die Mannschaft von Tomas Trnavsky spielte praktisch ohne Körpereinsatz und gewährte den Gästen grosszügig Raum zur Entfaltung.

Überraschend kam der gestrige Leistungsabfall der Könizer nicht. Der Playoff-Finalist der vergangenen Saison hat den einschneidendsten Umbruch in der Klubgeschichte hinter sich. Fünf Stammspieler sind zurückgetreten, drei haben nach Schweden gewechselt und mit den Wälti-Brüdern sind zwei weitere ehemalige Pfeiler langzeitverletzt. Das letzte übrig gebliebene «Flaggschiff» aus dem Vizemeister-Team ist Emanuel Antener. Der Liga-Topskorer der vergangenen Spielzeit ist in der neu formierten Equipe noch stärker zum Dreh- und Angelpunkt geworden. Eine Herkulesaufgabe: Gegen die Wiler war er isoliert und über die gesamte Spielzeit wirkungslos.

Simon Garnier überzeugte

Im Gegensatz zu den Akteuren von Johan Schönbeck. Sie nutzten den erhaltenen Auslauf und kombinierten sich ein ums andere Mal durch die Könizer Reihen. Einer, der sich besonders gut zurechtfand, war Simon Garnier. Der 21-Jährige, der nach überstandener Fussverletzung den Anschluss ans Fanionteam geschafft hat, bestach mit seiner Athletik und Technik. Garnier krönte seine Leistung mit dem Treffer zum 5:1, seinem dritten Saisontor. «Ich fühle mich wohl und geniesse das Vertrauen, das mir Spieler und Trainer entgegenbringen.» Johan Schönbeck hat für seinen Schützling ebenfalls nur lobende Worte übrig: «Simon bringt die Voraussetzungen für einen kompletten Unihockeyspieler mit. Und er hat vor allem eines: Er ist unbeschwert.» Diese Unbekümmertheit können Garnier und die Wiler auch heute gebrauchen: Im Cup-Achtelfinal gegen die Kloten-Bülach Jets.