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Ein Trio liess den FC Grenchen vom Aufstieg träumen

Grenchens Erfolgstrainer Max Rüetschli

Grenchens Erfolgstrainer Max Rüetschli

Nach einem Übergangsjahr möchte man sich beim FC Grenchen in der oberen Tabellenhälfte der 1. Liga Classic etablieren. «Es ist schön, wenn man ganz vorne mitspielen kann», meint Erfolgstrainer Max Rüetschli.

Ohne Mannschaft und ohne Führung: Vor wenig mehr als einem Jahr wusste keiner so recht, wie es mit dem FC Grenchen weitergehen soll. Dann übernahm ein Trio die Verantwortung: Unter Rolf Bieri (Präsident), Peter Baumann (Sportchef) und Max Rüetschli (Trainer) ist in der Folge mit der Qualifikation für die Aufstiegsspiele ein absolut überraschender, grosser Erfolg gelungen. «Es war ein Traum, das durfte man wirklich nicht erwarten», blickt Rüetschli zurück. «Nach der überragenden Vorrunde konnten wir unsere Position halten, trotz wichtigen Abgängen und vielen verletzten. Und im Nachhinein muss ich sagen, es wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Wir waren zweimal die bessere Mannschaft als Le Mont und hätten mit etwas mehr Glück sogar eine Runde weiter kommen können.» Klagen will Rüetschli deshalb aber nicht: «Es ist schön, wenn man ganz vorne mitspielen kann.»

Mehr Qualität in der Breite

Sportchef Peter Baumann ist sich bewusst, dass Grenchen nicht jedes Jahr die Aufstiegsspiele erreichen kann, aber er denkt, dass es gelingen wird, in der oberen Tabellenhälfte mitzuhalten. «Es fehlte an der Breite», sagt Baumann, «wenn ein Leistungsträger ausfiel, dann wirkte sich das sofort aus.» Mehr Qualität in der Breite ist deshalb sein Motto.

Mit Sacha Stauffer, Mario Rocha Sampaio, Leandro Moreira, Luan Nascimento und Vincent Ekoman haben bereits einige Spieler verlängert. Von Münsingen konnten die beiden Verteidiger Raphael Ferreira und Waylon Grosjean, der Zwillingsbruder von Goalie Jeffrey Grosjean, verpflichtet werden. Überraschend will auch der frühere Spitzenfussballer Mahir Cayir sein Comeback geben, der zuletzt beim Türkischen SC in der 3. Liga eine deutlich ruhigere Kugel schob. Und wenn alles klappt, dann «parkiert» auch der FC Biel wieder einen Leistungsträger in Grenchen. «Was mir dann noch fehlt, das ist eigentlich nur noch ein echter Mittelstürmer», sagt Trainer Rüetschli.

Neue Kräfte für den Vorstand

Wenn im letzten Jahr das obengenannte Triumvirat den Karren praktisch alleine aus dem Dreck gezogen hat, so ist klar, dass der FC Grenchen wieder breiter abgestützt werden muss. «Ich denke, die Leute im Umfeld haben etwas abgewartet, und wir haben jetzt gezeigt, dass es wieder aufwärts gehen kann», meint Max Rüetschli. Dem stimmt Präsident Rolf Bieri zu: «Das war ein Übergangsjahr. Jetzt fügen sich beim FC Grenchen die Mosaiksteinchen langsam wieder zusammen.» So seien mit Gerd Frera (Marketing) und Darko Selkic (Technischer Leiter) neue Kräfte für den Vorstand gewonnen worden.

Beim Nachwuchs ist allerdings ein Rückschlag zu verzeichnen, denn der Plan, eine relativ Vereinsunabhängige Juniorengruppierung aufzuziehen, ist gescheitert. «Nicht an uns, wie das andere Vereine darstellen wollen», sagt Sportchef Peter Baumann. «Beim FCG ist man nach wie vor der Meinung, dass man weiterkommen würde, wenn alle Vereine auf dem Platz Grenchen zusammenarbeiten würden. Wenn das nicht möglich ist, dann beginnen wir eben ganz unten beim Kinderfussball neu und haben ein paar Jahre Geduld, bis sich die Arbeit auszahlt.»

Leistung bestätigen

So dürfte auf den FC Grenchen eine schwierige Saison 2013/14 zukommen, denn jetzt gilt es, die überraschend positiven Leistungen zu bestätigen und den Verein nach dem Neuanfang zu konsolidieren. Das macht einem grenzenlosen Optimisten nicht gross Eindruck, und entsprechend klingt der Ausblick von Rolf Bieri: «Keine Angst, es kommt schon gut.»

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