«Der FC Welschenrohr trennt sich per sofort vom Trainer der 1. Mannschaft», ist seit wenigen Tagen auf der Homepage des Zweitligisten zu lesen. Wie so üblich in solchen Fällen bedankt sich die Klubleitung bei Adis Kesedzic für die Zusammenarbeit und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.

«Das Team wird aktuell und ad interim durch eine interne Lösung geführt», informiert der FC Welschenrohr weiter. Der Verein sei bestrebt, zeitnah einen neuen Trainer für das Fanionteam präsentieren zu können.

Adis Kesedzic unterschrieb im Sommer 2017 einen Vertrag beim FC Welschenrohr. Davor hatte der 40-Jährige den FC Zuchwil während seiner sechsjährigen Amtszeit von der 4. in die 2. Liga geführt. Beim FC Welschenrohr löste er auf die laufende Saison hin Christoph Büschi ab, der mit den Thalern vor knapp zwei Jahren den Wiederaufstieg in die 2. Liga realisiert hatte.

Die Kombination Büschi und FC Welschenrohr passte perfekt. Wehmut war im Sommer denn auch bei beiden Parteien zu spüren, als sich die Wege trennten. «Im gegenseitigen Einvernehmen» natürlich. Doch für einmal war dieser Satz nicht nur einfach eine billige Floskel. Tatsächlich gingen der Klub und der Trainer im Guten auseinander.

Acht Punkte auf dem Konto

Als Nachfolger von Christoph Büschi hätte es kein Trainer leicht gehabt. Für Adis Kesedzic endet die Zeit auf dem Mühlacker bereits nach etwas mehr als einem halben Jahr. Schon in der abgelaufenen Spielzeit hatten die Thaler um den Verbleib in der 2. Liga zittern müssen. Am Ende reichte es, dank einem Punkt mehr auf dem Konto als der FC Niederbipp, für den Nicht-Abstieg.

Auch in der Rückrunde, die in gut drei Wochen beginnt, wird Welschenrohr wieder gegen den Abstieg in die 3. Liga kämpfen. Die Thaler überwinterten auf dem letzten Tabellenrang. Nur zwei Spiele gewann der FC Welschenrohr in der ersten Saisonhälfte und holte zudem zwei Unentschieden.

Adis Kesedzic

Adis Kesedzic

Die vor dem FCW klassierten FC Oensingen (11.) und SC Blustavia (10.) haben einen Punkt mehr auf dem Konto. Im Vergleich zum FC Trimbach auf Rang neun fehlen drei Zähler. Aktuell gäbe es drei Absteiger aus der 2. Liga. Weil in der 2. Liga inter zwei Solothurner Klubs auf den Abstiegsplätzen klassiert sind.

Für die Welschenrohrer beginnt der Abstiegskampf sofort ab dem Rückrundenstart. Sie gastieren zum Auftakt am 24. März beim SC Blustavia. Ein Sechs-Punkte-Spiel also. An der Seitenlinie wird dann voraussichtlich das Trainer-Duo Dieter Kaufmann und Fabian Furrer stehen. Sie leiten vorübergehend die Geschicke der ersten Mannschaft. Furrer beendete im Sommer 2016 nach 18 Jahren im Fanionteam seine Aktivkarriere.

Der 36-Jährige amtete beim FC Welschenrohr gleichzeitig auch als Vizepräsident und Sportchef. In der offiziellen Pressemitteilung des Vereins wird das Übergangs-Trainerduo nicht erwähnt, aber auf der Homepage des Schweizer Fussballverbandes werden Furrer und Kaufmann als Trainer gelistet.

Der FC Welschenrohr hüllt sich in Schweigen, ob schon bald ein neuer Trainer auf der Mühlematt tätig sein wird. Wie auch bei allen weiteren Fragen. «Es ist alles gesagt. Wir wollen uns nicht weiter dazu äussern», sagt Fabian Furrer.

Der Zeitpunkt irritiert

Überrascht von seiner Freistellung zeigte sich Trainer Adis Kesedzic. Bereits Mitte Januar hat er mit dem Team die Rückrundenvorbereitung aufgenommen. Am vergangenen Dienstag habe er mit der Mannschaft noch normal trainiert, zwei Tage später eröffneten ihm die FCW-Verantwortlichen den Bescheid, die Zusammenarbeit per sofort zu beenden. So hat Kesedzic denn vor allem der Zeitpunkt irritiert. «Ich hätte sicher noch bis zum Sommer weitergemacht und alles dafür gegeben, den Ligaerhalt zu schaffen.»

Den Grund für die Vertragsauflösung kenne er nicht. Es liege eventuell auch daran, dass er ein spezieller Trainer sei, der auch mal laut werde. «Damit kann nicht jeder Spieler umgehen», so Kesedzic. Auf das halbe Jahr zurückblickend, spricht er dennoch von einer «schönen Zeit». Die Spieler hätten seiner Meinung nach in der Vorrunde einen Schritt nach vorne gemacht.

«Ich habe das System verändert. Deshalb dauerte es eine Zeit, bis wir die ersten Erfolge feierten. Auf der anderen Seite hatten wir aber teilweise auch einfach nur Pech in der Vorrunde.» Wohin es ihn nun als Trainer zieht, weiss Kesedzic noch nicht. Er hoffe aber, dass sich schon bald etwas Interessantes ergebe.