Hornussen
Ein «Streifschuss» führte brachte Zuchwil den Sieg im NLA-Derby

Genau zur Hälfte der Hornussermeisterschaft trafen in der Nationalliga A die beiden Nachbarn Gerlafingen-Zielebach und Zuchwil aufeinander. Zuchwil gewann das Derby. Für den Sieg brauchte es aber einen nicht so geplanten Schlag.

Hans Peter Schläfli
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Der Zuchwiler Patrik Neff ist der beste Langschläger des Tages.

Der Zuchwiler Patrik Neff ist der beste Langschläger des Tages.

HPS

Man kennt sich gut, Rivalität und Freundschaft liegen da nahe beieinander. Und etwas haben die Hornusser von Gerlafingen-Zielebach und Zuchwil gemeinsam: Sie wären lieber etwas weiter oben in der Tabelle klassiert.

«Unsere Ambitionen sind zwar nicht mehr ganz so hoch wie früher», beschrieb Hornusserlegende Rolf Binggeli das Zuchwiler Saisonziel. «Wir wollen unsere jungen Spieler aufbauen, die noch Steigerungspotenzial haben. Aber unter den ersten sechs möchten wir schon sein.» Und nach dem Derby in Gerlafingen ist Zuchwil diesem Ziel einen Schritt näher. Bester Schläger des Tages war Patrik Neff mit 86 Punkten. Zum Sieg brauchte es aber diesmal einen eigentlich total «abverreckten» Schlag von Marc Hemund.

Der Nouss streifte die vor dem Bock aufgestellte Schussblende, ging brummend und summend – oder eben hornend, was ja dem Hornussen einst den Namen gab – steil in die Luft. Aus dem blauen Himmel fiel der Nouss seitlich ins Ries und Gerlafingen-Zielebach konnte diesen nicht abtun. Hemund liess sich zwar nur eine magere 2 schreiben, aber Gerlafingen-Zielebach ein Numero.

Mit dreimal 21 und einmal 22 Punkten hatte Langschläger Kevin Aebi zwar ein hervorragendes persönliches Resultat erreicht und nach Punkten war seine Mannschaft mit 1257:1231 relativ deutlich besser. Aber das nützte der HG Gerlafingen-Zielebach diesmal nichts. «Der Nouss ging derart in die Höhe, dass sie ihn vorne fast nicht sehen konnten», beschrieb Aebi das entscheidende Numero. «Das gehört dazu, manchmal hat man Glück, heute hatten wir Pech.»

«Unser Ziel wäre es gewesen, unter die ersten fünf zu kommen, aber das mussten wir nach dummen Niederlagen schon früh begraben», analysiert Kevin Aebi den Verlauf der Saison. «Wir wollten eigentlich der einen oder anderen Spitzenmannschaft ein Bein stellen und Spielverderber spielen. Aber jetzt müssen wir uns ganz klar nach hinten orientieren. Wir dürfen die Abstiegsgefahr nicht unterschätzen, denn die Mannschaften sind alle sehr nahe beisammen.»