Es waren die ersten 20 Minuten zwischen den Swiss-League-Topklubs Kloten und Olten absolviert, als viele der 4301 Zuschauer in der Swiss Arena sich gefragt haben, ob es beim Gesehenen tatsächlich um ein Liga-Topspiel handeln würde. Denn viel passte von hinten bis vorne in diesem ersten Abschnitt nicht zusammen. Und so war es Torhüter Simon Rytz zu verdanken, dass die Null stehen blieb.

Nun, man darf es als Drittel des Kennenlernens in die Geschichtsbücher eintragen lassen, gab es dieses Duell doch zuletzt vor 25 Jahren. Einer Zeit, in der viele der Hauptakteure noch gar nicht lebten oder erst gerade auf die Welt gekommen sind.

So, wie beispielsweise die beiden viel kritisierten EHCO-Ausländer Cason Hohmann und Bryce Gervais. Sie waren gestern gegen Krisenklub Kloten an nicht weniger als vier von fünf EHCO-Toren beteiligt. Es ist ein Statement zum richtigen Zeitpunkt der unter Beobachtung stehenden Importspielern.

Es waren auch die beiden Söldner, die den EHC Olten im Spiel ankommen liessen – zwar auf kuriose Art und Weise, aber das interessierte danach niemanden mehr: Cason Hohmann spielte einen Pass in den Slot, der allerdings an Tempo verlor und daraufhin regelrecht durch die gesamte Klotener Hintermannschaft trudelte. Nur einer behielt dabei die Scheibe stets im Auge: Bryce Gervais verwertete nach 50 Sekunden des zweiten Drittels die kullernde Scheibe zur Oltner Führung.

Das taktisch geprägte Spiel gewann dadurch an Intensität und Spannung. Es waren Hohmann und Gervais – durch den Treffer angespornt – die sich nur wenig später wieder in Szene setzten. Letzterer scheiterte aber auf einen ansehnlichen Hohmann-Flippass an der Latte.

Zu diesem Zeitpunkt war der Spielstand aber bereits wieder ausgeglichen: Klotens Jeffrey Füglister hatte den Ausgleich nicht weniger kurios als Oltens Führungstor herbeierkämpft und reingestochert.

Ulmers Hammer-Tor

Der EHC Olten liess sich dadurch aber nicht verunsichern und durchdrang nach anfänglichen Schwierigkeiten im Spielaufbau immer einfacher die Klotener Defensive. Das nutzte Stürmer Truttmann aus, spielte die Scheibe flach in den Slot, in welchem Topskorer Schirjajew einen Abpraller provozierte, den Lukas Haas kaltblütig verwertete (27.).

Doch die Szene des Spiels, nach welcher selbst Klotener Fans applaudierten, gehörte EHCO-Stürmer Martin Ulmer: Hohmann machte in der eigenen Zone das Spiel schnell, lancierte via Bande Ulmer. Und dieser zog davon und bezwang mit einem satten Schuss Kloten-Torhüter Andrin Seifert über der Schulter (33.).

Martin Ulmers Hammertor gegen Kloten

Dieses Hammer-Tor war aber nicht zuletzt auch Gervais zu verdanken, der in dieser 2:1-Situation seinen Gegenspieler auf sich zog und Ulmer freie Schussbahn liess.

Ulmer war auch nur drei Minuten später wiederum der Hauptakteur bei Oltens viertem Treffer. Er tanzte erst seinen Gegenspieler aus, zog um das Kloten-Tor herum und setzte Rouiller ein. Hohmann brauchte den Abpraller auf den Schuss des EHCO-Verteidigers nur noch einzuschieben und sicherte sich spätestens mit dem Schlusspunkt zum 5:2, einem technischen Tor eine Sekunde vor Schluss, und seinem vierten Skorerpunkt des Abends die Auszeichnung zum Mann des Spiels.

Und die Klotener? Sie bestritten die Partie gegen Olten ohne Ausländer. Starkbaum überzeugte zuletzt nicht und fand sich als Ersatztorhüter wieder vor. Topskorer MacMurchy verletzte sich am Nacken. Nicht erst mit dieser siebten Niederlage in Folge ist der NL-Absteiger so richtig in der Krise angekommen.

Dem EHCO darfs egal sein: «Das war ein hochstehendes Spiel. Wir spielten gegen ein absolutes Topteam, das sich momentan schwertut mit Gewinnen. Und das hat man gesehen», bilanzierte Oltens Trainer Chris Bartolone. Auf die Frage, wie er die Leistung der Söldner gewichtete, meint er: «Ich ziehe den Hut vor ihnen. Sie haben es gut gemacht. Aber nicht nur sie. Das gesamte Team hat sich an den Gameplan gehalten, eine überzeugende Teamleistung. Diese drei Punkte geben uns Kraft.»

Der EHC Olten grüsst damit vom Zwischenplatz zwei. Am Freitag folgt das nächste Auswärtsspiel. Der EHCO gastiert bei den GCK Lions.

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