Swiss League
Ein Spiel wie Nebelsuppe – der EHC Olten besiegt Langenthal mit 2:1 nach Penaltyschiessen

Auch im dritten Spiel dieser Woche gegen den SC Langenthal rettet sich der EHC Olten mit einem Ausgleich zum 1:1 in letzter Sekunde in die Verlängerung. Im dann folgenden Penaltyschiessen hat Olten schliesslich die Nase vorn und kann das Derby gegen Langenthal für sich entscheiden.

Marcel Kuchta (Text) und Julian Förnbacher (Liveticker)
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Was für ein Krimi: Der EHC Olten kann im Penaltyschiessen dominieren und holt sich im Spiel gegen den SC Langenthal den Sieg.
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Derby zwischen Olten und Langenthal: Wer wird sich den Sieg holen?
Der EHC Olten hat zunächst Mühe, ins Spiel zu finden.
Der SC Langenthal hat zu Beginn des ersten Drittels klar die besseren Chance.
Zum Glück ist der Torhüter der Oltner aber zur Stelle.
Rytz kann den Kasten sauber halten.
Grossniklaus wird böse erwischt und muss behandelt werden. Nach kurzer Pause kann er aber weiterspielen.
Kurz vor Drittelsende kommen auch die Oltner langsam auf Touren – bis zur Pause bleibt es aber beim 0:0.
Auch im zweiten Drittel ist der Torhüter des EHC Olten hellwach und besteht alle Prüfungen der Gäste.
Der letzte Funke fehlt auch zu Beginn des zweiten Drittels.
Dann kommt der EHC Olten wieder zu einigen Chancen.
Nach einem heftigen Crosscheck von Müller kommt es zum Powerplay für Olten.
Der Torhüter des EHC Olten ist auch im zweiten Drittel klar der beste Mann auf dem Eis – sogar einen Penalty der Gegner kann er abwehren.
Dank Simon Rytz steht es auch nach dem zweiten Drittel noch 0:0. Will Olten gewinnen, braucht es im letzten Drittel eine Steigerung.
Werden die Oltner im letzten Drittel die gewünschten Tore schiessen?
Gleich zu Beginn des ersten Drittels kommen die Gäste beinahe zum Abschluss.
Dann eine tolle Einzelaktion von Schneuwyl, dessen Torschuss aber über den Kasten geht.
Per Hanberg, der Trainer des SC Langenthal, mit kritischem Blick.
Nach einem heftigen Crosscheck von Müller kommt es zum Powerplay für Olten.
Langenthal nutzt die Chance und schiesst das erste Tor der Partie – die Gäste gehen mit 1:0 in Führung.
Olten ist kurz vor Ende des dritten Drittels um einen Ausgleich bemüht.
Dann gibt es noch einmal ein Powerplay für den EHC Olten.
Dann fällt kurz vor Schluss das Tor zum 1:1.
Somit rettet sich Olten auch im Spiel gegen Langenthal in die Verlängerung.
Werden die Oltner im letzten Drittel die gewünschten Tore schiessen?
Im Penaltyschiessen haben die Oltner das glücklichere Händchen.
EHC Olten - SC Langenthal (14.10.2018)

Was für ein Krimi: Der EHC Olten kann im Penaltyschiessen dominieren und holt sich im Spiel gegen den SC Langenthal den Sieg.

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Es war einer dieser wunderschönen, farbenprächtigen Herbsttage, die zum langen Verweilen an der frischen Luft und der strahlenden Sonne einladen. Auch das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass die 4000er-Zuschauermarke im dritten Derby der laufenden Meisterschaft zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal – für einen Sonntag erstaunlich – nicht geknackt wurde.

Nun: Diejenigen, die den Weg ins Kleinholz gefunden hatten, wurden für ihr Kommen lange Zeit nicht wirklich belohnt. Denn die Oltner und die Langenthaler lieferten sich ein zähes, wenig attraktives Duell. Oder anders ausgedrückt: Es war ein Spiel wie Nebelsuppe. Erst ganz am Schluss liessen sich aus Sicht des EHCO ein paar scheue Sonnenstrahlen blicken. Nämlich dann, als Stefan Mäder 65 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich zum 1:1 gelang. Und vor allem dann, als Marco Truttmann im abschliessenden Penaltyschiessen zweimal hintereinander traf und so für die Entscheidung und Jubel unter den Oltner Fans sorgte.

Die wichtigen Oktoberpunkte

Der EHC Olten hat also zwei weitere Punkte ins Trockene gebracht. Diese «wichtigen Oktoberpunkte», wie sie Headcoach Chris Bartolone zu nennen pflegt, fallen den Powermäusen derzeit nicht wirklich in den Schoss. Auch gegen Langenthal tat sich die Mannschaft – wie schon in den beiden vorhergegangenen Partien gegen Thurgau (4:3 nach Verlängerung) und Visp (3:4 nach Verlängerung), schwer, Ordnung ins eigene Spiel zu bringen. Die Langenthaler, die ohne ihren Stammgoalie (Marco Mathis) und ohne ihren besten Verteidiger (Philippe Rytz) antreten mussten, machten die Räume gewohnt eng.

Und die Oltner fanden kaum spielerische Mittel, um gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Was unter dem Strich einen wenig attraktiven Mix ergab. Erst, als die Langenthaler durch Randegger spät in Führung gegangen waren, wurde der EHCO mutiger und suchte vehement den Ausgleich, der schliesslich durch Mäder im Powerplay und mit einem sechsten Feldspieler gelang.

Bartolone muss alle bei Laune halten

Weshalb die Mannschaft sonst aber kaum in der Lage war, wirklich Druck zu entwickeln, hinterliess auch die Direktbeteiligten etwas ratlos. Zum Beispiel Marco Truttmann, der bei seiner Manöverkritik aber auch durchblicken liess, dass er sich einerseits eine etwas kreativere Spielanlage wünschen würde, andererseits gerne mehr Verantwortung übernehmen möchte, die Eiszeit derzeit aber sehr demokratisch verteilt werde: «Es ist kein Geheimnis: Ich möchte so oft wie möglich auf dem Eis stehen. Aber es ist schwierig, so ins Spiel zu kommen.»
Es ist also die grosse Kunst von Chris Bartolone, in den kommenden Wochen alle Mitglieder des gut bestückten Kaders bei Laune zu halten.

Er muss die guten Leistungen honorieren, gleichzeitig aber auch schauen, dass Form suchende Spieler wie zum Beispiel Bryce Gervais Gelegenheit erhalten, Selbstvertrauen zu tanken. Der Kanadier war der grosse Pechvogel des gestrigen Derbys: Erst vergab er mindestens drei hochkarätige Torchancen, dann erwischte es ihn kurz vor Schluss an seiner sowieso schon lädierten Hand. Ein MRI soll am Montag Aufschluss darüber geben, wie schlimm die Verletzung von Gervais ist. Eine Zwangspause wäre vielleicht nicht mal das Schlechteste für den verunsicherten EHCO-Söldner.

Die Bilanz spricht für den EHCO

Eiszeit-Ansprüche hin, Formschwankungen her: Die Bilanz auf dem Papier spricht für den EHC Olten. Man hat sich an der Tabellenspitze festgekrallt. Man holt Punkte, auch wenn es nicht immer wie gewünscht läuft. Man hat am meisten Tore geschossen und am zweitwenigsten kassiert. Man hat das beste Unterzahl-Spiel der Liga und das zweitbeste Powerplay.

«Man kann nicht erwarten, dass wir in jeder Partie eine Gala abliefern», betont Bartolone. Zumal ein Blick zu strauchelnden Konkurrenten wie Kloten (das zu Hause gegen Schlusslicht Winterthur verlor) zeigt, wie schnell man als Favorit in der Swiss League in Teufels Küche geraten kann. Dann doch lieber zähe Nebelsuppe mit sonnigem Happyend.

Telegramm

Olten - Langenthal 2:1 (0:0, 0:0, 1:1, 0:0) n.P.
Kleinholz. – 3926 Zuschauer. – SR: Potocan/Mollard (Rebetez/Ambrosetti). – Tore: 51. Randegger (Tschannen; Ausschluss Barbero) 0:1. 59. Mäder (Hohmann, Rouiller; Ausschluss Marti, Olten ohne Goalie) 1:1. – Penaltyschiessen: Randegger -; Hohmann -; Tschannen -; Mäder -; Kelly -; Schirjajew -; Sterchi -; Ulmer -; Andersons 0:1; Truttmann 1:1; Truttmann 2:1; Andersons -. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten. 6-mal 2 plus 10 Minuten (Marti) gegen Langenthal.
Olten: Simon Rytz; Grossniklaus, Rouiller; Bucher, Lüthi; Bagnoud, Colin Gerber; Eigenmann, Barbero; Schneuwly, Hohmann, Gervais; Haas, Schirjajew, Truttmann; Horansky, Rexha, Ulmer; Schwarzenbach, Mäder, Vodoz.
Langenthal: Wüthrich; Randegger, Marti; Müller, Pienitz; Maret, Christen; Scheidegger; Tschannen, Kummer, Kelly; Sterchi, Dünner, Leblanc; Tom Gerber, Karlsson, Andersons; Luca Wyss, DalPian, Nyffeler; Hess.
Bemerkungen: Olten ohne Silvan Wyss, Zanatta, Huber, Muller, Mischler (alle verletzt), Heughebaert (überzählig), und Roland Gerber (bei SCL Tigers). Langenthal ohne Mathis, Philppe Rytz, Henauer und Campbell (alle verletzt). 36. Tschannen scheitert mit Penalty an Rytz. Olten ab 58:25 bis 58:55 ohne Goalie. 59. Timeout Olten. 62. Timeout Langenthal.

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: