EHC Olten
Ein Spiel wie die vier Jahreszeiten und Garry Nunn als Hauptdarsteller

Kurz vor dem Ende der Qualifikationsrunde wird es für den EHCO noch einmal so richtig spannend. In der Eishalle Schoren treffen die Oltner im Derby auf den SC Langenthal. Nachdem der EHC Olten sich dem Lokalrivalen zuletzt geschlagen geben musste, gelingt nun mit einem 5:2-Sieg die deutliche Revanche.

Marcel Kuchta
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Eine Revanche, ein erneuter Derbysieg und ein gelungenes letztes Drittel: Der EHCO gewinnt mit 5:2 gegen den Lokalrivalen Langenthal.
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Eishockey, Swiss League, 39. Runde, SC Langenthal - EHC Olten (20.01.2020)
Die Suppe ist gegessen: In der 58. Spielminute trifft Gary Nunn zum 5:2 und sichert sich einmal mehr einen Hattrick.
Für Langenthal mit Kevin Walz (l.) könnte es nicht nur im Zweikampf mit Oltens Keijo Weibel (r.) besser laufen.
In der 52. Minute legt der EHCO so richtig los. Joel Salzgeber trifft zum 4:1 und bejubelt seinen Treffer mit einem kleinen Tänzchen.
Unaufhaltsam zieht der Oltner Janis Elsener (l.) los, Ian Derungs hat in diesem Zweikampf einfach nichts zu melden.
Garry Nunn (r.) setzt sich gegen Langenthals Hans Pienitz durch. In der 44. Minute erzielt er eiskalt das 3:1.
EHCO-Spieler Jerome Lanz hat alles im Griff. Nach dem Mitteldrittel führt sein Team souverän 2:1.
Abgehängt und liegen gelassen: EHCO-Spieler Diego Schwarzenbach (r.) lässt den zu Fall gebrachten Colin Gerber alt aussehen.
Topscorer Dion Knelsen (M.) bereitet alles vor. Gary Nunn braucht in der 28. Spielminute nur noch zum 2:1 einzunetzen.
Torhüter Hughes Connor (r.l) und Hans Pienitz (l.) nehmen EHCO-Spieler Evgeni Chiriayev (M.) in die Mangel. Noch bleibt dieser besonnen.
Für Langenthal und dessen Torhüter Hughes Connor läuft es nicht gut. Nach dem ersten Drittel führt der EHCO mit 1:0.
Hier geht es hoch zu und her: EHCO-Spieler Daniel Eigenmann kennt mit seinem Gegner Stefan Tschannen (l.) keine Gnade.
Langenthals Stefan Tschannen (r.) setzt EHCO-Torhüter Simon Rytz unter Druck. Doch noch hat der alles im Griff.
Nach nur acht Minuten dürfen die EHCO-Spieler jubeln. Keijo Weibel trifft zum 1:0.
Ein deutliches Duell: EHCO-Spieler Anthony Rouiller (l.) hängt Stefan Tschannen (l.) problemlos ab.
Im letzten Aufeinandertreffen mussten sich Cedric Maurer (r.) und sein EHCO dem SC Langenthal und Kelvin Walz (l.) gleich mit 1:4 geschlagen geben. Sieht es heute anders aus?

Eine Revanche, ein erneuter Derbysieg und ein gelungenes letztes Drittel: Der EHCO gewinnt mit 5:2 gegen den Lokalrivalen Langenthal.

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Der EHC Olten ist derzeit nicht zu bremsen. Beim 5:2-Sieg im Derby beim ersatzgeschwächten SC Langenthal feierten die Powermäuse ihren siebten Sieg in Serie und rückten in der Tabelle bis auf zwei Punkte an Leader Kloten heran, der in La Chaux-de-Fonds mit 2:3 verlor. Am kommenden Mittwoch könnten die Oltner mit einem Heimsieg gegen den Tabellenführer gar die Spitze des Klassements übernehmen. Nach den konstant starken Leistungen der letzten Wochen wäre das ein verdienter Lohn.

Der Sieg der Oltner in der Schorenhalle war eigentlich zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Sie taten sich aber bis ins letzte Drittel schwer damit, die unberechenbaren Langenthaler entscheidend zu distanzieren. Es brauchte eine Traumkombination der neu formierten, ersten Sturmlinie, um die Vorentscheidung herbeizuführen. Dion Knelsen, Jewgeni Schirjajew und Garry Nunn zauberten dabei ein Gedicht von einem Tor aufs Eis. Da ging sogar ein Raunen durch die dem SC Langenthal zugeneigten Anhänger im Stadion.

Nunns dritter Hattrick in der laufenden Saison

Sowieso: Garry Nunn. Der Kanadier erzielte seine Tore 26 bis 28 in der laufenden Saison. Es war bereits der dritte Hattrick des 30-Jährigen. Beim 2:1 versenkte er den Puck nach einem Bullygewinn von Dion Knelsen mit einem wunderbaren Handgelenkschuss im Lattenkreuz. Beim 3:1 liess er nach toller Vorarbeit fliegend SCL-Goalie Connor Hughes aussteigen. Das 5:2 erzielte Nunn ins leere Tor der Langenthaler, als diese am Ende alles auf eine Karte setzten. Logisch, feierten die zahlreich angereisten Olten-Fans ihren Liebling mit dem inzwischen kultigen «Garry-Nunn-Song». Bemerkenswert: Zu allen drei Toren seines Landsmanns lieferte Topscorer Dion Knelsen die Vorarbeit.

Jewgeni Schirjajew zeigte bei seinem Gastauftritt als Flügelstürmer eine Partie voller Licht und Schatten und verkörperte damit ziemlich genau die Leistung der ganzen Mannschaft. Oder, wie es EHCO-Headcoach Fredrik Söderström einmal mehr treffend beschrieb: «Es war ein Spiel wie die vier Jahreszeiten. Zu Beginn dominierten wir wie ein warmer Sommer. Im zweiten Drittel wurde unsere Leistung neblig wie der Herbst in dieser winterlich kalten Halle. Und im letzten Drittel blühten wir wieder auf wie der Frühling.»

Schon fast wie Devos/Hazen

Damit brachte der Schwede den Spielverlauf ziemlich auf den Punkt. Man kann den Oltnern angesichts des letztlich souveränen Siegs nicht vielvorwerfen. Wenn man mäkeln möchte, dann kann man die lange Zeit mangelnde Zielstrebigkeit und das ungewohnt schwache Powerplay kritisieren. Aber es gab eben auch viele positive Aspekte. Neben der Produktivität des Ausländerduos, das in seinem Wesen und Wirken inzwischen schon fast an Ajoies «Zwillinge» Devos/Hazen erinnert, muss man auch die vierte Linie einmal mehr hervorheben. Die beiden Langnau-Leihgaben Keijo Weibel und Joel Salzgeber waren für die beiden «Nicht-Nunn-Tore» verantwortlich. Es ist für jede Mannschaft ein Segen, wenn auch die nominell vierte Linie in der Offensive Akzente zu setzen vermag.

Ebenso bemerkenswert: Die Oltner kassierten am Dienstagabend keine einzige Strafminute. Das war einerseits der hohen eigenen Disziplin geschuldet, andererseits unterstreicht dieser ungewöhnliche «Nuller» auch, dass die Langenthaler nur selten ein wirklicher Gradmesser waren in diesem an Emotionen armen Derby. Wenn der EHCO-Rivale besser ins Spiel kam, dann war das mehr der Oltner Nachlässigkeit geschuldet.

Telegramm

Langenthal - Olten 2:5 (0:1, 1:1, 1:3)

Schoren. – 2529 Zuschauer. – SR: Massy/Boujon (Huguet/Bichsel). – Tore: 9. Weibel (Weisskopf, Sartori) 0:1. 24. Tschannen (Kläy) 1:1. 28. Nunn (Knelsen) 1:2. 44. Nunn (Schirjajew, Knelsen) 1:3. 53. Salzgeber (Lanz, Sartori) 1:4. 56. Weber (Christen, Kummer) 2:4. 59. Nunn (Knelsen/ins leere Tor) 2:5. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Langenthal. keine (!) gegen Olten.

Langenthal: Hughes; Weber, Christen; Bircher, Pienitz; Colin Gerber, Suleski; Guggenheim, Henauer; Benik, Kummer, Melnalksnis; Tschannen, Clark, Walz; Küng, Kläy, Derungs; Dähler, Schläpfer, Gyger.

Olten: Simon Rytz; Maurer, Rouiller; Eigenmann, Weisskopf; Sartori, Lüthi; Elsener; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Wyss, Rexha, Schwarzenbach; Haas, Rudolf, Fogstad Vold; Weibel, Salzgeber, Lanz; Weder.

Bemerkungen: Olten ohne Philipp Rytz, Horansky (beide verletzt) sowie Heughebaert (überzählig). Langenthal ohne Wüthrich (krank), Müller, Maret, Sterchi, Tom Gerber und Nyffeler (alle verletzt).

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