Fussball 1. Liga
Ein Sieg mit Haken und Ösen für den FC Wangen

Bei schwierig bespielbarem Terrain bekundete der Erstligist grosse Mühe. Obwohl Münsingen mehr Spielanteile hatte, gelang Binaku aus heiterem Himmel der späte 1:0 Siegestreffer.

Edgar Straumann
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Wangens Binaku streckt sich nach dem Ball – später gelingt ihm in der 89. Minute der überraschende Siegestreffer aus 30 Metern. Bruno Kissling

Wangens Binaku streckt sich nach dem Ball – später gelingt ihm in der 89. Minute der überraschende Siegestreffer aus 30 Metern. Bruno Kissling

Solche Spiele gewinnt man nicht alle Tage. Es war wohl das schwächste Spiel, welches der FC Wangen in dieser Saison auf der Chrüzmatt ablieferte. Und dennoch jubelten am Ende die Einheimischen, die in dieser Partie eine riesige Portion Glück beansprechen durften, um schlussendlich doch die drei Punkte verbuchen zu können. Kaum jemand rechnete noch damit, dass es in dieser Auseinandersetzung noch einen Sieger geben würde, war doch auf dem schwer zu bespielenden Terrain vieles Stückwerk. Die Verhältnisse kamen dabei den Gästen entgegen. Der FC Münsingen ist schliesslich als kampfstarke Mannschaft bekannt, die mit totalem Einsatz und einer kaum ermüdenden Laufbereitschaft den Erfolg anstrebt. Auch Wangens Trainer Goran Pekas, der sich mehr über die drei Punkte freuen konnte, als über das Spiel seiner Mannschaft, bestätigte dies Feststellung: «Der schwere Boden kam ganz klar dem Gegner entgegen. Mit unserer, auf Technik angelegten Spielweise hatten wir einen schweren Stand. Dass es trotzdem am Schluss zum Sieg gereicht hat, war vielleicht etwas Glück. Doch darf ich behaupten, dass wir schon oftmals nicht auf dieser Seite standen und man daher für einmal von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen kann».

Spitzenspiel steht vor der Tür

Der FC Wangen behauptet sich in dieser Saison in der Spitzengruppe. Weshalb auch diesmal nicht mehr Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg auf die Chrüzmatt gefunden haben, ist unerklärlich. Die registrierte Zahl von 190 entspricht der Realität und wurde nicht, wie anderswo oft festgestellt werden kann, schöngefärbt. Die Abwesenden konnten schliesslich nicht vorausahnen, dass entgegen dem bisher Gezeigten, das Spiel sich dem trüben und tristen Wetter anpassen würde. Es ist kaum daran zu zweifeln, dass in zwei Wochen beim Spitzenkampf gegen Solothurn, ein Spiel auf weit höherem Niveau zu erwarten ist. Und dann hoffentlich auch vor einer grösseren Zuschauerkulisse.

Wie im Spiel gegen Münsingen nicht anders zu erwarten war, wurde mit harten Bandagen gekämpft, wobei Kampf gross geschrieben wurde. Wangen hatte Mühe, seine technischen Fähigkeiten in die Tat umzusetzen, sah man sich doch jeweils mit zwei oder gar drei Gegenspielern konfrontiert. Die Angriffe der Gäste konnten meist früh im Keime erstickt werden, und wenn es einmal brannte, war wie in der 27. Minute Nils Wernli mit letztem Einsatz zur Stelle, um Unheil zu verhindern. Wenig später glänzte Torhüter Häfliger mit einer ersten Grosstat als er zu einem Eckball ablenkte. Ein einziges Mal brannte es im Strafraum der Gäste, doch auch sie überstanden kurz vor Halbzeit diese brenzlige Situation. Auch nach dem Seitenwechsel stand Marco Häfliger bedeutend mehr als sein Gegenüber im Brennpunkt des Geschehens. Erneut brauchte es sein ganzes Können, um den Wangner Kasten rein zu halten.

Lucky Punch zum Schluss

Wangen wirkte über weite Strecken ideenlos, Lars Müller im Tor der Münsinger brauchte daher kaum einzugreifen. Es schien, die Partie würde mit einem torlosen Unentschieden enden. Für die Aaretaler beim Auswärtsspiel wohl eher ein Erfolg, für die Einheimischen hingegen, welche die Chrüzmatt bisher immer als Sieger verliessen, doch viel mehr eine Enttäuschung.

Dass es dennoch anders herauskam, dafür sorgte Bledar Binaku. Als die Wangener gegen Spielende doch noch etwas zulegen konnten, riskierte er in der 89. Minute aus rund 30 Metern einen Distanzschuss und vermochte den zuvor kaum je beschäftigten Lars Müller zu bezwingen. War es jetzt ein Glücks-, Verzweiflungs- oder gar verfrühter Weihnachtsschuss, der zum Siegtor führte? Wie dem auch sei, die Freude bei den Gastgebern war riesengross, ebenso die Enttäuschung bei den Gästen, die grundsätzlich zumindest einen Punkt verdient gehabt hätten.