FC Grenchen
Ein Sieg im letzten Saisonspiel für den FC Grenchen

Überraschend gewann Grenchen am vergangenen Wochenende den letzten Match in Muttenz mit 3:1. Dabei schoss Asamoa Frimpong bei seinem zweiten Einsatz sein zweites Tor.

Mike Brotschi
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Bild mit Symbolcharakter: Der FC Grenchen musste oft unten durch. mbg

Bild mit Symbolcharakter: Der FC Grenchen musste oft unten durch. mbg

Solothurner Zeitung

Kellerhals mittels Penalty und Walther mit seinem siebten Treffer sicherten dem FCG den Sieg und den 13. Schlussrang. Damit ist man sogar noch einen Rang besser klassiert als im Vorjahr.

«Was bei uns zuletzt ablief war nicht mehr 1. Liga würdig», kommentiert Goalie-Trainer Charles Zingg und lässt seiner Enttäuschung freien Lauf. Man sei seit ein paar Wochen an einem Punkt angelangt, welcher nichts mehr mit dieser Liga zu tun habe.

«Da gilt es nichts schön zu reden. Was wir hier im Training und in der Meisterschaft zeigten war unprofessionell. Punkt.» Seine Hoffnung ruhe nun auf der neuen Geschäftsleitung. «Allen voran zähle ich auf die Kenntnisse des neuen Sportchefs Peter Baumann. Was er bisher machte, hat mich überzeugt und das gibt mir die Zuversicht, hier meine Tätigkeit als Goalietrainer fortzuführen.»

Lässt man die vergangene Saison Revue passieren, kann keiner so gut Auskunft geben, wie Mittelfeldspieler Sacha Stauffer. In den 30 Meisterschaftsspielen und zwei Cup-Partien stand er wohl am meisten auf dem Spielfeld. Als eigentliche Nummer 6 in die Meisterschaft gestartet, wurde er aber auch als Verteidiger, oder wie zuletzt, auch als Stürmer eingesetzt. Der Erfolg blieb trotzdem aus. «Wir starteten gut in die Saison, haben an uns geglaubt. Trainer Hans Peter Kilchenmann sorgte in der Mannschaft für eine tolle Stimmung. Er war aber einfach ein bisschen zu lieb und das war in der Folge wohl das Problem.» Man habe in der Winterpause ein paar Punkte im Trockenen gehabt. Es habe gar nicht so schlecht ausgesehen.

Trotzdem frage er sich im Nachhinein, wieso man in dieser Saison nicht besser Fussball gespielt habe, denn es wäre sicher mehr dringelegen. «Zuletzt hat natürlich nicht mehr viel gestimmt. Es war keine Disziplin mehr vorhanden. Jeder hat gerade das gemacht, was er wollte. Hielt sich nicht mehr an die Anweisungen des Trainers.» Man habe zwar gemeint, man hole mit Hans Kodric einen Trainer mit harter Linie. Was rauskam sei noch schlimmer gewesen als bei seinem Vorgänger. «Dass wir nie mit der Wunsch-Elf spielen konnten, hat uns in dieser Saison geprägt. Immer war einer verletzt, abwesend oder gesperrt. Das hat schon ganz früh begonnen mit den Ausfällen von Franjic und Peralta, zwei der wichtigsten Leistungsträger, mit welchen man in dieser Saison für Furore sorgen wollte.»

Stauffer hadert aber auch mit der abtretenden Geschäftsleitung: «Es wurde sehr schlecht kommuniziert.» Man habe zwar die Vereinsführung an den Spielen gesehen. Kritik habe man dann aber meist hinten durch vernommen. «Nie stand einer in der Garderobe vor die Mannschaft, obwohl uns das vom Sportchef Reto Andres am Anfang der Saison versprochen wurde. Das hat uns gefehlt. Wir fühlten uns zu oft alleingelassen», nimmt Staufer kein Blatt vor den Mund.

Die Entlassung von Hans Peter Kilchenmann wäre in seinen Augen auch nicht nötig gewesen. «Wir wissen schon seit Anfang Saison, wie viele Teams absteigen werden und so schlecht sind wir mit ihm auch nicht platziert gewesen.» Für ihn sei der Wechsel unbegreiflich. «Unsere Motivation war danach im Keller und wir konnten froh sein, dass es zuletzt nicht um den Abstieg ging.» Trotzdem hat Stauffer für eine weitere Saison zugesagt. «Ich bin nicht derjenige, welcher bei der ersten Krise davonspringt. Ich habe für ein Jahr zugesagt, obwohl ich den Trainer und den Sportchef nicht kenne, denn ich möchte mit dem FCG gerne wieder für positive Nachrichten sorgen.»