Nein, diesmal lässt sich der EHC Olten vor heimischer Kulisse eine Dreitore-Führung gegen den EHC Visp nicht mehr nehmen.

Während die Oltner vor zwei Wochen noch eine 5:2-Führung gegen die Walliser preisgaben, blieb man gestern Abend konzentriert bei der Sache und baute die frühe Dreitore-Führung sogar noch aus: Der EHC Olten schickte Visp mit einem diskussionslosen 5:1-Sieg nach Hause.

Es scheint, als wäre die angesprochene Heimniederlage unter dem Strich notwendig gewesen. «Ja, so blöd es klingt: Manchmal muss man einen Schritt rückwärtsgehen, um zwei nach vorne zu machen», bestätigt Silvan Wyss darauf angesprochen und ergänzt: «Wir haben aus den Fehlern gelernt. Das hat unser Team zusammengeschweisst.»

1.12.2017  EHC Olten  - EHC Visp 5:1

1.12.2017 EHC Olten - EHC Visp 5:1

  

Der Sieg ist denn auch mehr wert als bloss drei Punkte. So reicht ein Blick auf das Matchtelegramm, um das gestrige Spiel einordnen zu können: Es stand im Zeichen jener Spieler, welche sich in letzter Zeit zwar als mannschaftsdienliche Kämpfer auszeichnen konnten, aber im Abschluss eben unglücklich blieben.

Mit Truttmann, Heughebaert, Muller und Wyss trugen sich vier Spieler als Torschützen ein, denen der Torferfolg mehr als guttun dürfte. «Es hat bei mir zuletzt etwas gehapert. Deswegen tut das Tor sicher gut für das Selbstvertrauen», sagt Wyss, der zum zwischenzeitlichen 5:0 erhöhte.

Und auch Marco Truttmann meinte: «Wir haben 60 Minuten Eishockey gespielt und unsere Arbeit gemacht», sagte er lakonisch und ordnete die durchaus verdiente Wahl zum Best Player als «schönes Gefühl» ein.

Ein Gegentor als kleiner Makel

Ein kleiner Makel blieb am Ende des Tages. Lediglich 29 Sekunden vor Schluss wurde EHCO-Torhüter Matthias Mischler einen weiteren Shutout verwehrt, als Visps Jules Sturny zum 1:5-Endstand traf. Der EHCO wäre ein drittes Mal aus den letzten fünf Spielen ohne Gegentor geblieben.

Nicht nur in der Defensive agierte der EHC Olten konsequent und fehlerlos. Als der EHCO nach Startschwierigkeiten allmählich den Motor startete, wussten die Visper nicht mehr so recht, was mit ihnen geschah. Die Dreitannenstädter zwangen den Gästen ein derart vorbildliches Pressing auf, dass sich die Visper nur noch mit Strafen zu wehren wussten.

Es war Tim Stapleton, der unmittelbar nach Ablauf der ersten Strafe gegen die Gäste, anlief, die Abwehr umspielte und am langen Pfosten den freistehenden Marco Truttmann assistierte, welcher nur noch einzuschieben brauchte (7.).

Auch das zweite EHCO-Tor war nicht weniger schön anzusehen: Jay McClement fing in der Defensive einen gegnerischen Pass ab, umspielte zwei Gegenspieler, lancierte Cyrill Aeschlimann, der wiederum den heranstürmenden Stéphane Heughebaert mit einem Querpass exzellent einsetzte. Der Westschweizer netzte schliesslich zum ersten Mal im Dress der Oltner ein (14.).

Ein Tor für das Selbstvertrauen erzielte auch Devin Muller im Powerplay, der einen sehenswerten Flippass von Truttmann im Slot verwertete. Der EHCO fand in der Folge so viel Platz vor, dass Topskorer Martin Ulmer vor dem gegnerischen Tor, notabene mit der Scheibe am Stock, zu einer Pirouette ansetzen konnte und Torhüter Lory vernaschte (38.).

Zanatta: Untersuchung im Spital

Der überzeugende Oltner Vollerfolg wurde jedoch bereits vor dem Spiel stark getrübt: Stürmer Stan Horansky fällt sechs bis acht Wochen aus. Er wurde im Mittwochsspiel in der Ajoie mit einem Stockschlag verletzt.

Auch aus dem gestrigen Spiel hatte der EHCO einen Verletzten zu beklagen: Luca Zanatta erwischte im Startdrittel einen Schlittschuh im Gesicht, worauf die Wunde an der Wange noch in der Garderobe mit drei Stichen genäht werden musste.

Weil er bei der Aktion zusätzlich einen heftigen Schlag erwischte und dadurch das Trommelfell beeinträchtigt war, musste er als Vorsichtsmassnahme für weitere Untersuchungen ins Spital. Einem Einsatz gegen Langenthal am Sonntag dürfte jedoch nichts im Wege stehen.

Lesen Sie hier den Spielverlauf im Liveticker nach: 

Liveticker EHC Olten - Visp, 01.12.2017