Eishockey
Ein Shorthander ebnete den Weg zum Sieg der Oltner

Olten verkürzt im Playoff-Viertelfinal gegen La Chaux-de-Fonds dank eines 4:3-Sieges auf 2:3. Die Powermäuse müssen morgen Abend das Spiel 6 zwingend gewinnen, um nicht vorzeitig in die Ferien zu verreisen.

Jürg Salvisberg
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Die Oltner jubeln.

Die Oltner jubeln.

HR.Aeschbacher

Der EHC Olten stiehlt in Spiel 5 des Playoff-Viertelfinals dem HC La Chaux-de-Fonds den ersten Matchpuck. Bis der 4:3-Erfolg jedoch feststand, mussten die Gastgeber einige bange Momente überstehen. Noch können die Neuenburger morgen Dienstag vor eigenem Publikum dank des Heimvorteils den Sack ohne Finalissima zumachen. Das Worst-Case-Szenario, das Ausscheiden des Qualifikationssiegers, wie es den SC Langenthal in der Saison 2006/07 ereilt hatte, sitzt den Oltnern immer noch im Nacken.

Angesichts einer Partie, welche das Potenzial zum letzten Saisonspiel hatte, leisteten sich die Oltner einen katastrophalen Einstieg. 26 Sekunden waren bloss verstrichen, als Benoît Mondou nach einem Abpraller vor Thomas Bäumle den Puck mit dem Schwung des Überraschungsteams förmlich in den Oltner Kasten trug. 33 Sekunden danach schmälerte Olten seine Chancen nochmals mit einem Ausschluss Schwarzenbachs wegen Spielverzögerung. Zum miserablen Start passte, dass es satte fünf Minuten dauerte, bis Damiano Ciaccio einen Schuss parieren musste.

Grosse Unsicherheit

Damit Olten, das erstmals Paul Di Pietro reaktiviert hatte, den Tritt fand, genügten auch zwei Überzahlsituationen nicht. Die Verunsicherung steckte den Gastgebern in den Beinen und äusserte sich in Fehlpässen und zu vielen Einzelaktionen. Das erste geniale Zuspiel hatte für die Oltner jedoch nachhaltig positive Folgen. Remo Hirt lancierte in der 17. Minute mit einem Diagonalpass Diego Schwarzenbach, der aus linker Flügelposition die Scheibe in die entfernte hohe Ecke von Ciaccios Kasten knallte. Vom 1:1-Ausgleich an spielte Olten gegen La Chaux-de-Fonds, das zuvor frischer und cleverer gewirkt hatte, auf Augenhöhe.

Oltner Druckphase

Im Schlagabtausch gelang es den Einheimischen nun, das Chancenplus auf ihre Seite zu ziehen. Nachdem Bäumle einen Schuss von Dominic Forget gebändigt hatte, scheiterte Shayne Wiebe noch vor der ersten Sirene bei einem Solo an Ciaccio. Mit dem nötigen Lucky Punch konnten die Gastgeber im Mitteldrittel den Lead übernehmen. Nach nur 44 Sekunden versenkte Tim Weber im Slot eine von Adrian Brunner hereingegebene Scheibe mit einer Volleyabnahme zum 2:1. Olten war in den nächsten Minuten voll am Drücker. Doch Schwarzenbach und Hirt mit ihren Möglichkeiten sowie eine Überzahlsituation brachten noch keine 2-Tore-Führung.

Ein Geschenk führte zum 3:1

Den in der engen Serie schon fast komfortablen Vorsprung, den es seit dem brillanten Startspiel nie mehr erarbeitet hatte, verdankte Olten in der 27. Minute einem krassen Patzer des Gegners. Raphael Erb verlor vor dem eigenen Gehäuse die Scheibe an die andere Nummer 22: Justin Feser bedankte sich, indem er den Puck kompromisslos und genau zum 3:1 versenkte. Wer zu diesem Zeitpunkt erwartete, dass die Oltner wie im ersten Spiel zum Überflug ansetzen könnten, sah sich getäuscht. Dafür kassierte die Mannschaft von Scott Beattie schlicht zu viele Strafen. Einen doppelten Ausschluss während 115 Sekunden nützten die Neuenburger in der 30. Minute, um auf 3:2 zu verkürzen. Mit ihren Kontern blieben die Gäste in der zweiten Hälfte ein andauernder Gefahrenherd.

Die Oltner setzten zwar vor dem gegnerischen Tor die klareren Akzente, agierten jedoch oft noch zu umständlich. In der 40. Minute verhinderte der rechte Pfosten bei einem Schuss Fesers eine klarere Ausgangslage fürs Schlussdrittel. Die Entscheidung brachte erst ein neuerlicher Defensivfehler der Neuenburger. Daniel Eigenmann liess in der 58. Minute die Scheibe unbehütet stehen, wovon Weber profitierte, der Martin Wüthrich so in Abschlussposition brachte, dass das 4:2 beinahe eine Kopie von Schwarzenbachs 1:0 war.

Olten ist gewarnt

Das Ende der vielleicht ausgeglichensten Begegnung der Serie deutete an, dass die Lage für den EHCO brenzlig bleibt. Zehn Sekunden vor Schluss machte Timothy Kast mit dem 4:3-Anschlusstreffer eine klare Kampfansage für Spiel 6 morgen Abend in La Chaux-de-Fonds.

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